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Musikschule Telawi

Last modified: 03/20/2009 02:10 PM Print page
Wiederaufbau-Projekt für abgebrannte Musikschule

Wiederaufbau Musikschule Telawi, Georgien

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Grund des Engagements in Telawi, Georgien


Die Hochschule Biberach für Bauwesen und Wirtschaft engagiert sich im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Biberach und Telawi in Georgien seit März 2004 für den Wiederaufbau einer abgebrannten Musikschule. Unterstützt wird sie dabei von der Stadt Biberach, dem Partnerschaftsverein, von der GTZ und der Deutschen Botschaft in Tiflis sowie vielen weiteren Sponsoren.

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Ziele des Wiederaufbau-Projektes


Das Projekt verfolgt über den Wiederaufbau der Musikschule hinaus das Ziel einen Bau-Know-how-Transfer zu erreichen und die Eigeninitiative der Bürger anzuregen. Die außerordentlichen Randbedingungen bei diesem interdisziplinären Projekt erfordern nicht nur ingenieurwissenschaftlichen Sachverstand, sondern auch Mut, Improvisationsvermögen und vor allem Fingerspitzengefühl. Eine Herausforderung also für die Biberacher Studenten, die mit viel mehr Motivation an einem realen und sinnvollen Projekt arbeiten, als an theoretischen Planspielen.

Phasen des Projekts

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Projektinitialisierung

m Rahmen des ersten großen Workshops in Georgien wurden im Juli 2004 gemeinsam die Rückbau- und Aufräumarbeiten an der Brandruine durchgeführt. Bei diesem Aufenthalt wurde auch die Verfügbarkeit von Baustoffen und die technischen Fertigkeiten in örtlichen Handwerksbetrieben erkundet.

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Rohbauplanung und -ausführung

Mit den gewonnenen Eindrücken und Informationen im Gepäck arbeiteten die Studenten im Wintersemester 2004/05 fieberhaft an der Rohbauplanung. Ende Mai war der Rohbau in den verschiedenen Lehrveranstaltungen und Arbeitsgruppen komplett durchgeplant worden und auf der Baustelle konnten Bodenplatte und Ringgurt fertig gestellt werden.

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Errichtung Dachstuhl und Eindeckung

Die Vergabe und Überwachung der Ausführung des Dachstuhles mit Zinkblecheindeckung erfolgte in Eigenregie durch die Studenten von August bis Dezember 2005.

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Fenster und Außentüren

In der ersten Septemberwoche wurden die Fenster und Außentüren geliefert und montiert. Somit ist das Bauwerk nun abschließbar, was eine Grundvoraussetzung für den anschließenden Trockenbauworkshop darstellte.



Trockenbauworkshop mit KNAUF

Der Innenausbau wurde in Trockenbau mit Materialien der Firma KNAUF ausgeführt. Diese spendete das gesamte Material und führte eine Theorieeinheit, durch den dortigen Niederlassungsleiter Herrn Japaridze, durch. Der Know-how Transfer wurde in der praktischen Phase von einem Ausbilder von KNAUF und zwei Biberacher Studenten begleitet. In diesem Zuge wurden ebenfalls der Fußbodenaufbau mit Dämmung und die Verlegung der Leitungen in den Wänden und den abgehängten Decken vorgenommen.

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Technischer Ausbau

Thomas Müller, ein Student des Studienganges Gebäudetechnik, absolvierte ein freiwilliege Praxissemester an der Musikschule Telawi im Sommersemester 2007. Der gelernte Stuckateur erledigte hierbei mit georgischer Hilfe sämtliche Installationen im Bereich Fußboden, Heizung, Sanitär und Elektronik. Alle Versorgungsleitungen laufen durch den nach speziellen Schallschutzanforderungen einer Musikschule konzipierten Boden. Z. B. wurde um Trittschall vor zu beugen, für jeden Raum ein Dielenboden mit Schalldämmung und freischwimmendem Estrich verlegt. Die anschließenden Malerarbeiten erledigte die Firma CAPAROL im Rahmen eines workshops.


Treppenpodest

Im Eingangsbereich wurde der alte marode Treppenaufgang durch eine moderne Stahlbetonkonstruktion ersetzt. Die erforderlichen Materialien wurden von der Firma HeidelbergZement/KartuliCement gestellte. Ein Team aus vier biberacher Studenten und fünf georgischen Hilfskräften gestalltete den Eingangsbereich.


Fassade


Zur Verwirklichung des Nachhaltigkeitsansatzes wurde ein Wärmedämmverbundsystem auf die Fassade aufgebracht. Alle erforderlichen Kleber, Putze und Befestigungsmittel wurden von der Firma MARMORIT gespendet. KNAUF-Tbilisi Marketing stellte Gerüst, sowie eine Putzmaschine zur Verfügung. Die Dämmplatten für das moderne Wärmedämmverbundsystem sind Teil der ersten in Georgien produzierten Charge überhaupt. Jedoch erforderten die Abweichungen in den Abmessungen der einzelnen Platten ein hohes Maß an Geschicklichkeit der Teilnehmer eines von KNAUF durchgeführten Workshops.

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Außenanlage

Mit Reststoffen der Bauarbeiten und natürlichem Material wurde die Gestaltung der Außenanlage bewerkstelligt. So wurde z.B. ein Rondell im rückwärtig abschüssigen Bereich der Schule für kleinere Aufführungen als Freilichtbühne hergerichtet.

 

Heizung

Eine moderne Zentralheizung mit Holzstüückgutkessel rundet die nachhaltige, energtisch sinnvolle Sanierung ab.


In diesem innovativen Projekt wurde somit das 1. Wärmedämmverbundsystem Georgiens realisiert und mit der Stückgutkesselheizung auf Wirtschaftlichkeit und vorallem Nachhaltigkeit geachtet.

Projektabschluss

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Eröffnung

 

Nach Abschluß der Arbeiten wurde die Musikschule im Rahmen eines Konzerts eröffnet. Hierbei wurde ein eigens komponiertes Lied uraufgeführt, welches von dem Brand, dem Wiederaufbau und er Zukunft der Musikschule erzählt.

Anwesend waren unteranderem die Deutsche Botschafterin, der Gouverneur von Kakhetien, die Obergbürgermeister Telawis und Biberachs, Vertreter der GTZ, sowie Vertreter der Hochschule Biberachs.

 

 

 

Dank an die breite Unterstützung

Für die Musikschule Telawi wurde eine Summe von insgesamt ca. 100.000 € aufgebracht. Wir möchten uns bei unseren Partnern für die tatkräftige Unterstützung, materieller und finanzieller Art bedanken. Darüber hinaus hoffen wir auf weiterhin gute Zusammenarbeit um auch in Zukunft anspruchsvolle Projekte verwirklichen zu können und so den Austausch zwischen den Kulturen im zuwammenwachsendem Europa zu fördern.