Werkzeug zur Betrachtung zweier beliebiger Kulturen im Kontext
Warum gibt es interkulturelle Differenzen?
Die heutige Arbeitswelt wird immer komplexer und Internationaler. Der Prozess des Zusammenwachsens von Märkten und das Verlagern von Produktionszweigen ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass der Begriff Globalisierung kaum mehr für Aufmerksamkeit sorgt.
Andererseits steckt diese moderne Arbeitswelt voller Konfrontationen zwischen Menschen, Gruppen,Völkern und Nationen welche unterschiedlich sprechen, handeln, denken, und fühlen. Dabei wird unter Umständen viel Produktivität zu Nichte gemacht. Neben den Sprachlichen Barrieren stellen hier vor allem kulturelle Differenzen die Hauptschwierigkeiten dar, welche sich nicht ohne weiteres beheben lassen.
Um sich angemessen auf interkulturelle Zusammenarbeit vorbereiten zu könne ist es daher wichtig mit den eigenen und den fremden Kultureigenschaften Auseinanderzusetzen. Um diesen Prozess zu unterstützen haben Studierende des Wahlfachs Entwicklungsprojekte ein kleines Tool mit Handbuch erarbeitet. Mit diesem kann man sich entlang der Theorien von Trompenaars und Geert Hofstede die eigene und fremde Kulturen analysieren. Die Gegenüberstellung der jeweiligen kulturellen Ausprägungen im Abschluss des Analysevorganges indiziert dann potentielle Konfliktfelder durchinterkulturelle Differenz.
Sinn und Zweck des Tools
Dieses Tool auf MS Excel Basis soll helfen, Verhaltensmuster und Denkweisen von Menschen aus fremden Kulturen verstehen zu können. So kann es beispielsweise dazu genutzt werden um sich mit einer bestimmten Kultur, einem Reiseziel oder auch Geschäftspartner auseinanderzusetzen und die dort üblichen Sichtweisen, Bedürfnisse und Erwartungen einzuschätzen.
So dient es einerseits als Hilfsmittel zur Vorbereitung auf das Fremde, andererseits - und das ist mindestens genauso wichtig - zur Reflexion der eigenen Anschauung der Welt. Diese Analyse setzt allerdings eine kleinteilige Betrachtung bestimmter kultureller Ausprägungen voraus, die sich allesamt einzeln isoliert betrachten lassen müssen.
Umgang mit dem Tool
Damit z. B. das Herkunftsland des Betrachters mit einem anderen Land verglichen werden kann, müssen vom Anwender die in den jeweiligen Ländern vorherrschenden kulturellen Gegebenheiten (z. B. „Machtdistanz“ oder „Unsicherheitsvermeidung“) einschätzt werden. Konkret bedeutet dies, dass diese kulturellen Gegebenheiten mithilfe einer Skala in das Programm eingegeben werden müssen. Da gerade diese Einschätzung oft die meisten Schwierigkeiten verursacht, bietet das Tool hierbei eine Besonderheit. Das Programm unterstützt den Benutzer, indem es sogenannte Hilfsfragen vorgibt. Diese Hilfsfragen erleichtern dann die Skalierung einer kulturellen Gegebenheit wie z. B. „Machtdistanz“. Durch diese Hilfsfragen wird der Benutzer angeregt, sich der Eigenheiten einer Kultur oder eines Landes bewusst zu werden.
Nachdem vom Benutzer sämtliche kulturellen Gegebenheiten eingeschätzt worden sind, stellt das Tool die Eingaben in einem Säulendiagramm dar. Potenzielle interkulturelle Differenzen können dann an den auseinanderliegenden Säulen erkannt. Je größer die Abweichung die Differenz zwischen den Säulen, desto größer kann auch die interkulturelle Differenz eingeschätzt werden. Das Programm gibt also keine Meinungen vor, sondern bietet Hilfestellung, sich mit wichtigen Fragen der Interkulturalität auseinanderzusetzen und sich auch darauf vorzubereiten.
Download des Tools
Das „Tool zur Darstellung interkultureller Differenzen“ kann in der Anlage als MS Excel-Datei (Version 2007) heruntergeladen werden.