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Bologna Process
Bologna-Prozess im Überblick
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Benannt nach der „Bologna-Erklärung“, die 1999 im Rahmen einer Konferenz der Bildungsminister von 28 europäischen Staaten in Bologna verabschiedet wurde, bezeichnet der Begriff „Bologna-Prozess“ die Bestrebungen, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Mittlerweile haben sich insgesamt 45 europäische und angrenzende Staaten verpflichtet, die Ziele der Bologna-Erklärung bis zum Jahr 2010 umzusetzen.
Detaillierte Informationen zum Bologna-Prozess finden Sie u.a. hier:
Hochschulrektorenkonferenz
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Deutscher Bildungsserver
Informationen zum Angebot von Bachelor- und Master-Studiengängen an der Hochschule Biberach erteilen die einzelnen Fachbereiche.
(siehe Menüleiste links!) |
Neue zweistufige Studienstruktur
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Die Umsetzung des Bologna-Prozesses bedeutet auch für Deutschland eine umfassende Reform der Hochschulen und ihrer Studienangebote.
Ein Kernelement ist die Einführung eines zweistufigen Studiensystems mit den international anerkannten akademischen Abschlussgraden Bachelor und Master. Bis zum Jahr 2010 müssen alle deutschen Hochschulen ihre Studienangebote auf die neuen Abschlüsse umstellen.
Ziel dieser Bemühungen ist es, die bisher im Schnitt relativ langen Studienzeiten in Deutschland zu verkürzen, die oft erheblichen Abbruchquoten zu verringern, die Hochschulabsolventen besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und die Studiengänge und Abschlüsse international kompatibler zu machen.
Ein Bachelorstudiengang dauert in der Regel 3-4 Jahre und ist ein erster berufsqualifizierender Abschluss.
Ein Masterstudiengang führt nach weiteren 1-2 Jahren zu einem zweiten berufsqualifizierenden Abschluss. Bei Masterstudiengängen wird zwischen konsekutiven (d.h. auf den Bachelor aufbauenden), nicht-konsekutiven (nicht inhaltlich auf einen Bachelor aufbauenden) und weiterbildenden Masterstudiengängen (berufspraktische Erfahrung von i.d.R. nicht unter einem Jahr als Voraussetzung) unterschieden.
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Lehr- und Lerneinheiten
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Die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge müssen modularisiert sein, d.h. Studieninhalte und Veranstaltungen zu größeren, in sich abgeschlossenen und abprüfbaren inhaltlichen Einheiten zusammengefasst werden. Ein Modul kann aus mehreren Lehrveranstaltungen unterschiedlichen Typs bestehen. Jedes Modul wird mit einer Modulabschlussprüfung abgeschlossen und mit einer bestimmten Anzahl an Kreditpunkten (ECTS-Punkten) und gegebenenfalls Noten versehen.
Die Hochschulen sind gehalten, für ihre Studiengänge sog. Modulhandbücher zu erstellen, in denen alle Pflicht- und Wahlmodule hinsichtlich ihrer Inhalte und Qualifikationsziele unter Angabe der Lehrformen, des Arbeitsaufwands und den zu vergebenden Leistungspunkten detailliert beschrieben werden.
Damit soll den Studierenden eine zuverlässige Information über Studienverlauf, Inhalte sowie qualitative und quantitative Anforderungen gegeben werden. Die Beschreibung erleichtert ferner eine Bewertung eines Moduls im Hinblick auf die Anrechenbarkeit bei einem Hochschulwechsel. Somit verbessert die Modularisierung von Studiengängen die Studierendenmobilität in ganz Europa.
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Das European Credit Transfer System
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Das European Credit Transfer System (ECTS) zur Messung von Studienleistungen durch die Vergabe von Leistungspunkten wurde 1989 im Rahmen des ERASMUS-Programms eingeführt. Ursprünglich diente es für die Anerkennung und Übertragung von Studienleistungen, die während eines Auslandsaufenthaltes erworben wurden. Im Zuge des Bologna-Prozesses setzt sich dieses System als gemeinsame europäische „Bildungswährung“ flächendeckend immer mehr durch.
ECTS-Punkte sind ein quantitatives Maß für den Arbeitsaufwand des Studierenden.
Ein ECTS-Punkt entspricht einem durchschnittlichen studentischen Arbeitsaufwand (Workload) von 30 Stunden. Bei der Berechnung des Workloads werden neben dem Besuch der Lehrveranstaltungen auch die Zeiten für Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen, Prüfungen und die Zeit des Selbststudiums berücksichtigt, d.h. die Gesamtbelastung der Studenten erfasst. In einem Jahr sollen 60 ECTS- Punkte erworben werden. Für einen Bachelor- Abschluss sind (je nach Dauer in Semestern) 180-240 ECTS Punkte, für einen Master- Abschluss 60-120 ECTS-Punkte vorgesehen.
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War früher alles besser?
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Das neue zweistufige Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master erhöht die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Studierender durch die Vergabe von international bekannten und anerkannten Abschlüsse, verkürzt die Studienzeiten und ermöglicht damit einen früheren Berufseinstieg.
Auch für den Arbeitsmarkt innerhalb Deutschlands bietet die neue Struktur Vorteile durch flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten des persönlichen Karrierewegs. So kann man nach dem verhältnismäßig kurzen Bachelor-Studium eine Berufstätigkeit aufnehmen, in einem inhaltlich auf dem Bachelor aufbauenden (konsekutiven) Master-Studiengang weiterstudieren, einen fachfernen Master-Studiengang belegen oder sich nach einer ersten Phase der Berufstätigkeit in einem weiterbildenden Master-Studiengang weiterqualifizieren.
Ein an einer Fachhochschule oder Universität erworbener Master-Abschluss berechtigt zudem zur Promotion im In- oder Ausland.
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Wirklich nur ein Schmalspurstudium?
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Während das Ausbildungsniveau des neuen, weitergehenden akademischen Abschlusses „Master“ gemeinhin als gleichwertig zum bisherigen deutschen Universitätsdiplom angesehen wird, bestehen bezüglich der Wertigkeit eines Bachelor-Abschlusses hierzulande noch erhebliche Unsicherheiten.
Da ein Bachelor-Studium mit i.d.R. 6-7 Semestern kürzer ist als die altbekannten Diplomstudiengänge an deutschen Hochschulen, muss sich der deutsche Arbeitsmarkt erst noch auf die neuen Absolventen einstellen.
Entgegen den öffentlich von verschiedener Seite geäußerten Zweifeln an der Berufsbefähigung des Bachelors kommen aus der Wirtschaft weitgehend positive Signale, die belegen, dass auch deutsche Arbeitgeber den neuen Abschlüssen offen gegenüberstehen. Auch die Ergebnisse der ersten Absolventenbefragung, die von der HIS GmbH 2005 durchgeführt wurde, zeigt eine großteils hohe Zufriedenheit der Bachelor-Absolventen mit ihrem Studium.
Links zum Thema Bachelor auf dem Arbeitsmarkt |
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