Stipendien zur Vorbereitung auf die Promotion

Kooperatives Promotionskolleg „Pharmazeutische Biotechnologie"
der Universität Ulm und der Hochschule Biberach

An der Hochschule Biberach sind nach Maßgabe des Landesgraduiertenförderungsgesetzes (LGFG) zwei Stipendien zur Vorbereitung auf eine Promotion zu vergeben. Die Förderung erfolgt durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst und durch die Universität Ulm.

Im Rahmen des gemeinsamen Kooperativen Promotionskollegs „Pharmazeutische Biotechnologie" sind am Institut für Angewandte Biotechnologie der Hochschule Biberach folgende zwei Stipendien zeitnah an hochqualifizierte wissenschaftliche Nachwuchskräfte zu vergeben:

Projekt KZ01: Identifizierung von Effektormolekülen zur Optimierung biotechnologischer Produktionsprozesse
 
Ziel des Forschungsprojektes ist die Verbesserung von Prozesszelllinien/Bioprozessen durch die Modulation zellulärer Signalkaskaden über endogene und exogene Faktoren. Basierend auf unseren Vorarbeiten in humanen Amniocyten (Cevecs Amniocyte Production Cells, CAP) sollen identifizierte prozessrelevante endogene Targets, auf ihre Eignung zur Stammoptimierung untersucht werden.
In einem neuartigen Ansatz zur Wirkung exogener Faktoren werden Bestandteile einer humanen Hämofiltratbank hinsichtlich ihrer prozessrelevanten Effekte auf bereits etablierte antikörperproduzierende CAP-Klone untersucht, um neue Moleküle mit produktivitätssteigernden, sekretionsverbessernden und/oder proproliferativen Eigenschaften zu identifizieren und deren Wirkung zu charakterisieren. Der Einfluss dieser neuen exogenen Wirkfaktoren (humane Hämofiltratbestandteile/-peptide) auf die Proliferation, Viabilität, Sektretion, Produktausbeute und -qualität soll näher untersucht werden. Hierfür werden Fraktionen der Hämofiltratbank initial im funktionellen Hochdurchsatz-Screening getestet. Neben zellbiologischen und biochemischen Methoden zur Charakterisierung der physiologisch-/morphologischen und molekularen Veränderungen kommen hierbei auch proteinanalytische Methoden zum Einsatz.
Hämofiltratfraktionen mit positiven Effekten werden in enger Kooperation mit der Universität Ulm (Dr. Rosenau, Ulmer Zentrum für Peptidpharmazeutika, U-PEP, Universität Ulm, Aptamertechnologie) subfraktioniert und näher charakterisiert, um die effektvermittelnde Komponente weiter zu identifizieren.
Positiv wirkende Substanzen werden auf ihre Auswirkungen hinsichtlich der Produktqualität (Aggregationsstatus, Glykosylierungsmuster) näher untersucht. Es schließen sich intensive Zell- und molekularbiologische Untersuchungen zum Wirkmechanismus an, welche eine rationale Bioprozess-/Medien- und Zelllinienoptimierung ermöglichen sollen.

Die geplanten Arbeiten umfassen ein breites Spektrum zellbiologischer, molekularbiologischer sowie biochemischer Methoden.

Voraussetzung für eine Bewerbung ist der erfolgreiche Abschluss eines Masterstudiums (oder ein vergleichbarer Abschluss) in den Lebenswissenschaften. Der/Die Bewerber/in sollte neben wissenschaftlicher Neugier, Enthusiasmus und Teamfähigkeit idealerweise bereits Kenntnisse in der Kultivierung tierischer Zelllinien mitbringen.

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis 01.05.2015 an:
 
Prof. Dr. Jürgen Hannemann
Institut für Angewandte Biotechnologie
Hochschule Biberach
Karlstraße 11
88400 Biberach
Tel:  +49 (0)7351/ 582-450
Fax: +49 (0)7351/ 582-469
Email: hannemann@hochschule-bc.de

Projekt KZ06 "Strukturuntersuchungen an bakteriell exprimierten, rückgefalteten Membranproteinen mithilfe von fluoreszierenden Nanodiamant-Sensoren und durch Röntgenstrukturanalyse"

G-proteingekoppelte Rezeptoren (GPCRs) und andere Membranproteine wirken als Zielmoleküle für ca. 2/3 aller derzeit oral verabreichten Medikamente. Strukturinformationen sind daher von unschätzbarem Wert für die Wirkstoffentwicklung. Obwohl ca. 20 Röntgenstrukturen von GPCRs bekannt sind, gibt es bisher keine Routinemethode, um ausreichende Mengen beliebiger GPCR-Proteine in einer für die Kristallisation ausreichenden Qualität herzustellen. Im vorliegenden Projekt sollen GPCRs bakteriell exprimiert, rückgefaltet (Nature 491:779 (2012)) und in lipidischen kubischen Phasen kristallisiert werden. Zur Stabilisierung der Proteine werden flexible Bereiche durch rigide Domänen ersetzt. Die Röntgenstrukturanalyse findet in Kooperation mit der Universität Heidelberg statt.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der AG T. Weil an der Universität Ulm ("Tandem-Projekt"), wo ein weiterer Doktorand Untersuchungen an Membranproteinen mithilfe von Nanodiamant-Sensoren vornehmen wird. Die beiden Projekte sind eng verzahnt.

Das Methodenspektrum umfasst molekularbiologische, proteinbiochemische und biophysikalische  Techniken. Voraussetzung für eine Bewerbung ist der erfolgreiche Abschluss eines Masterstudiums (oder vergleichbarer Abschluss) in einem naturwissenschaftlichen Fach. Der/die Bewerber/in sollte neben wissenschaftlicher Neugier, Enthusiasmus und Teamfähigkeit möglichst bereits Kenntnisse in Proteinbiochemie und/oder Biophysik mitbringen.
 
Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis 01.05.2015 an:
 
Prof. Dr. Hans Kiefer
Institut für Angewandte Biotechnologie
Hochschule Biberach
Karlstraße 11
88400 Biberach
Tel:  +49 (0)7351/ 582-494
Fax: +49 (0)7351/ 582-469
Email: kiefer@hochschule-bc.de

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