Abschlusspräsentation am Dienstag, 04.11.2014 um 19.00 Uhr im Audimax

Alle Energy-Segler sind wohl behalten zurück und wir würden uns freuen, wenn Sie zu unserer Abschlusspräsentation ins Audimax kommen.

7.Tag - 26.09.2014 Fahrt von Kiel nach Biberach - Distanz 840 km

Tagesbericht

Die Stimmung an Bord war gestern Abend ausgelassen, da sich alle über die erfolgreiche tolle Exkursion freuten. Aussagen wie zum Beispiel „Alles hat super geklappt und das Wetter hätte man sich nicht besser wünschen können!" oder „Die Erlebnisse und Erkenntnisse aus den Exkursionszielen haben sich echt gelohnt!" hörte man oft auf dem Schiff. So wurden in gemütlicher Atmosphäre diese schönen Erlebnisse miteinander gefeiert.
Als uns von einem anderen Segelschiff frische Muscheln gebracht wurden und es immer mehr Personen im Salon der Thalassa wurden (eine Abordnung eines Mädcheninternats vom Nachbarschiff war auch vertreten…), haben wir nachgefragt, weshalb dies so sei.
Wieder einmal bestätigte sich, dass die Thalassa genau das richtige Schiff für uns ist. Es hat nämlich offensichtlich Tradition, dass die Schiffsparty grundsätzlich auf der Thalassa stattfindet, wenn diese fest in einem Hafen liegt und jeder, der Lust hat, kann vorbeikommen.
Nach einer kurzen Nacht und „Katerpflege" am Morgen stand uns aber noch ein weiterer interessanter Exkursionstag bevor. Nachdem wir unsere Sachen gepackt hatten, ging es auf den Weg zur HDW-Werft von ThyssenKrupp, um uns die Technik von U-Booten genauer anzuschauen. Ein sehr interessanter Besuch, bei dem wir die komplexe „Gebäudetechnik" in dem geschlossenen System eines U-Bootes näher kennen lernten.
 
Einen schönen Abschluss hatten wir anschließend im gemütlichen Restaurant „Foerdeblick" mit Blick auf die Kieler Bucht. Hier bedankten sich Prof. Becker und Peter Knoll bei unserer Segelcrew, die uns eine so schöne Exkursion ermöglicht hat. Es hat alles super funktioniert, wir hatten viel Spaß mit der Segelcrew beim täglichen Segeln und konnten viel von ihnen rund um das Segeln lernen.
An dieser Stelle bedanken wir uns recht herzlich bei unserem Kapitän Jacob, Chefkoch Jelle, Steuerfrau Natalie und den Matrosen Alex und Johanna!!
 
Auch Kapitän Jacob ergriff nach dem Abendessen bei dieser Gelegenheit das Wort und bedankte sich ebenfalls bei uns, für unsere gute Unterstützung und unsere Identifikation mit seiner Thalassa. Normalerweise kommen Gäste auf die Thalassa, um „nur" Urlaub zu machen. Durch unsere Hilfe beim Segeln und Kochen war die Stimmung auch bei der Crew sehr entspannt und kameradschaftlich.
Bei den anschließenden lockeren Gesprächen wurde auch öfters diskutiert, ob es zukünftig weitere Energy Sails geben wird. Prof. Becker, Prof. Entress und Peter Knoll hatten daraufhin etwas geschmunzelt, und Kapitän Jacob will sich zukünftig umhören, wo es weitere interessante Projekte mit regenerativem Bezug in der Nord- und Ostsee gibt. Es besteht also Grund zur Hoffnung!
 
Bei der anschließenden Verabschiedung auf der Thalassa zeigte sich nochmals, wie eng der Bezug zwischen der Crew und uns mittlerweile wurde, da jeder sich mit einer Umarmung von jedem Crew-Mitglied verabschiedete.
 
Nun sind wir wieder auf der Rückfahrt von unserer Exkursion. Im Bus werden die Erlebnisse dieser interessanten Woche noch einmal ausgetauscht. Mehr und mehr wird es aber ruhiger im Bus, denn im Unterschied zu einer Urlaubsfahrt war die Exkursion auch mit viel Arbeit und wenig Schlaf  verbunden, so dass sich die Hochschul-Segelcrew nun erschöpft und zufrieden ausruht.
 
Herzlichen Dank an alle Sponsoren, Spender, Helfer und Leser der Tagesberichte, die uns tatkräftig unterstützt und unsere Exkursion so interessiert verfolgt haben!
 
Damit verabschieden wir uns von unserer Exkursion und würden uns freuen, alle begeisterten Energy-Segler bei unserer Abschlusspräsentation an der Hochschule begrüßen zu dürfen! Der genaue Termin wird nochmals über diesen Verteiler in Verbindung mit einer Einladung verschickt.
 
In diesem Sinne: „Ahoi und gute Nacht"!

Wissenschaftliche Inhalte

ThyssenKrupp, HDW-Werft, Kiel:
 
Der Grund für den Besuch der HDW-Werft in Kiel ist vielleicht zunächst nicht zu erkennen. Die HDW-Werft hat sich auf die Produktion von U-Booten spezialisiert. Ein U-Boot ist ein autarkes System, das ähnlich wie ein Gebäude mit Frischluft, Heizung und Kühlung versorgt werden muss. Hierbei können schnell Parallelen zwischen einem U-Boot und einem Gebäude gefunden werden. Ein Beispiel ist die Kühlung. Die Kühlung erfolgt über einen Kaltwassersatz, der mit den Temperaturen von 6°C Vorlauf und 12°C Rücklauf geregelt wird. Dies sind auch Standarttemperaturen, die in der Gebäudetechnik angesetzt werden. Herr Isbrecht und Herr Pein der HDW-Werft haben uns einen sehr interessanten Vortrag präsentiert, in dem insbesondere auf unsere Themen eingegangen wurde.
 
Die HDW-Werft wurde 1838 gegründet und hat 4044 Mitarbeiter. Hier werden durchschnittlich 2 U-Boote pro Jahr produziert und in streng geprüfte Länder verkauft, die die Technologie nicht missbrauchen. Die Produktion hat ausschließlich Abnehmer aus dem militärischen Bereich. Es gab auch schon Überlegungen für Projekte in zivilen Bereichen. Ein Beispiel hierfür ist ein Unterwasserhotel – dies wäre auch eine Herausforderung an die „Gebäudetechnik".
 
U-Boote der HDW-Werft sind mit einem Dieselmotor und einer Brennstoffzelle ausgestattet. Die Brennstoffzelle wird als Quelle für das elektrische Verbrauchsnetz genutzt und kann auch an Stelle vom Dieselmotor für den Antrieb verwendet werden. Dabei hat sie einen Wirkungsgrad von ca. 50%. Für das reine Verbrauchsnetz wird eine elektrische Leistung von ca. 120 kW benötigt. Die Abwärme der Brennstoffzelle wird für die Temperaturregelung des Wasserstoff- und Sauerstofftanks verwendet.
 
Die Planung der Klimatechnik im U-Boot hat starke Parallelen zur Planung in einem Gebäude. Im ersten Schritt wird eine Energiebilanz errechnet, welche beispielsweise komplexe Transmissions-wärmeberechnungen oder Personenlasten beinhaltet. Danach wir das sogenannte acu – air conditioning system ausgelegt, welches das U-Boot mit Frischluft versorgt und die definierten Temperatur einregelt. Bei Tauchgängen des U-Boots wird die Raumluft über ein Filtersystem geführt, um so den CO2-Grenzwert nicht zu überschreiten.
Auch die Regelsysteme ähneln denen, die man aus der Gebäudetechnik kennt. So wird beispielsweise SPS-Hardware von Siemens eingesetzt.
 
Für die Produktion eines U-Boots werden ca. 5 Jahre benötigt. Das erste Jahr dient der Konstruktion, die weiteren drei Jahre wird das U-Boot gebaut. Im fünften Jahr werden Tests am U-Boot vorgenommen.
In Planung ist derzeit das U-Boot HDW 216. Es ist 90 m lang, hat eine Höchstgeschwindigkeit von  20 kn, eine 28 Mann starke Besatzung und ist in der Lage, 80 Tage zu tauchen.
 
Aus Sicherheitsgründen konnten wir hier keine weiteren Angaben und natürlich auch keine Bilder bekommen. Ein anschließender Besuch in der U-Boot Fertigung war für alle Teilnehmer ein sehr beeindruckendes Erlebnis und alle waren sich einig: „So etwas erlebt man nicht jeden Tag".

6.Tag - 25.09.2014 Fahrt von Nakskov nach Kiel - Distanz 101 km

Tagesbericht

Heute Morgen wachten wir gut ausgeruht im ruhigen Hafen von Nakskov auf, der von der rauen Ostsee geschützt ist. Nach dem abermals hervorragenden Frühstück, heute sogar mit selbstgemachtem Brot, mussten wir uns beeilen, da der Besuch beim Wellenkraftwerk Poseidon schon um 8:30 Uhr anstand. Grund für den frühen Beginn des Besuchs bei Poseidon waren die Windverhältnisse, die sich nach Angabe unseres Kapitäns Jakob in den Mittagsstunden gegen uns wenden sollten. Aus diesem Grund wollte Jacob den Hafen noch vor 11:00 Uhr verlassen, um den Wind solange wie möglich nutzen zu können. Kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen hörten wir gespannt den letzten Vortrag von einem Studierenden an Bord an. Dieser handelte von dem theoretischen CO2-Fußabdruck, den wir auf unserer Exkursion hinterlassen haben. Anschließend wurden die Teams für die Nachbereitung der Exkursion eingeteilt. Der Termin für die große Abschlusspräsentation im Audimax der Hochschule Biberach ist für Dienstag, den 28. Oktober vorgesehen.
Die Windverhältnisse (bis 8 bft Windstärke) der Vortage wurden heute noch einmal übertroffen, so dass wir beim Segeln sogar die 9 Knoten-Marke, die an den Vortagen nie erreicht wurde, knackten – der Jubel war entsprechend groß. Dieser starke Wind wirkte sich natürlich auch auf die starke Neigung des Schiffes aus. Bei einer Neigung von über 20° musste im Innenraum alles angebunden werden, was nicht niet- und nagelfest war. Kurzzeitig schien der Essensraum wie ein Schlachtfeld auszusehen, da kein Stuhl mehr am richtigen Platz stand.

Vom Oberdeck der Thalassa aus sah man in Richtung Kiel ein Gewitter aufkommen, das mit  Spannung auf dem Schiff erwartet wurde. Der inzwischen eingespielten und sehr begeisterten Segelcrew macht aber ein bisschen Wasser, egal ob Spritzwasser oder Regenwasser nichts aus – das gehört beim Segeln dazu! Grund für diese Einstellung der Crew liegt auch ein Stück weit an unserer Segeljacke, die wir vom Segelausstatter BMS gestellt bekamen. Die Segeljacke lässt kein bisschen Wind und Wasser durch und hat somit ihren Segeltest super bestanden.
 
Nun sind wir wieder in unserem Ausgangshafen Kiel angekommen und freuen uns auf ein köstliches Abendessen von unserem Koch Jelle und dem eingeteilten Küchenteam. An dieser Stelle muss ein besonderes Lob auf Jelle ausgesprochen werden, der uns jeden Tag sehr abwechslungsreiche und internationale Speisen serviert hat.

Wissenschaftliche Inhalte

Das Wellenkraftwerk „Home of Poseidon":
Der Prototyp des Wellenkraftwerks liegt derzeit im Hafen von Nakskov, wo wir es problemlos besichtigen konnten. Die Plattform ist 37 m lang und besteht aus statischen Teilen und acht flexiblen Absorbern. Die Absorber nehmen 70% bis 90% der Wellenenergie auf, wobei der Wirkungsgrad deutlich geringer ist.
Die Besonderheit des Wellenkraftwerkes von „Floating Power Plant" ist, dass zusätzlich zur Wellenkraftnutzung (Leistungen bis zu 2,6 MW) auch Windkraft (Leistungen bis zu 5,0 MW) genutzt wird. Dies geschieht mithilfe von kleinen Windkraftanlagen, die auf die Plattform montiert werden.
Auf dem Prototyp sind derzeit drei Windkrafträder verbaut. Für den späteren kommerziellen Einsatz ist eine Windkraftanlage mit höherer Leistung pro Wellenkraftwerk geplant. Derzeit werden von der Firma „Floating Power Plant" Gebiete bei Spanien und England begutachtet, weil dort die Verhältnisse zur Nutzung der Wellenenergie besser sind. Auch die Westküsten Amerikas, Australiens und Japans sind interessant für die Nutzung von Wellenkraftwerken in Kombination mit Windkraft.
Die Firma, die wir besuchten, entwickelte den Prototyp und forscht auch weiterhin daran, diesen zu optimieren. Hierzu werden ständig Tests durchgeführt, zum Beispiel wird das Wellenkraftwerk auf See geschleppt, verankert und zwei Personen bleiben für 16-24  Stunden auf der Plattform.
Ein Studierender ermittelt derzeit im Rahmen seiner Masterthesis, wie weit Wellenkraftwerke voneinander entfernt verankert werden müssen, um die Wellen optimal zu nutzen.
Die Firma wird von einigen Projektpartnern finanziert und arbeitet mit Firmen wie zum Beispiel Siemens, Dong Energy, Nakskov Havn und Contech zusammen.

5.Tag - 24.09.2014 Fahrt von Gedser nach Nakskov - Distanz 109 km

aktuelle Lage der Thalassa

Tagesbericht

Heute Morgen erreichten wir bereits um 4:00 Uhr unser nächstes Ziel, die Stadt Gedser, eine Stunde früher als erwartet. Da wir gestern nach einer längeren Segelstrecke den Motor erst kurz vor Nacht-einbruch wieder anwerfen mussten, bedeutete dies zunächst eine ruhige Nachtschicht für die eingeteilte Wache.
 
Kurz vor Ankunft im Hafen änderte sich dies aber schnell – durch starken Wind konnte der kleine Hafen nicht angelaufen werden, ohne Gefahr zu laufen, mit unserem Boot die Hafenwand zu rammen. Nach mehreren Anlegemanövern legten wir schließlich im daneben liegenden Fährhafen an, wo wir den Rest der Nacht bei starkem Wellengang verbrachten.
 
Gedser ist der Standort des Windparks Nysted. Der Betreiber des Windparks hat sein Büro in Gedser. Hier trafen wir hier zwei Ansprechpartner von Dong Energy, die für uns einen interessanten Vortrag auf der Thalassa hielten. Währenddessen verstärkten sich der Wind und die Wellen im Hafen immer mehr, so dass wir Probleme mit unseren Anlegetauen bekamen und erste Taue rissen. Auch zwei Fender fielen dem stärker werdenden Wind zum Opfer und wurden zerstört.
 
Während die Crew der Thalassa versuchte, dass Schiff so gut wie möglich abzusichern, lief im Inneren des Schiffs ein weiterer Vortrag von Dong Energy. Unser Kapitän Jacob teilte uns mit, dass wir unter diesen Umständen den Hafen wahrscheinlich nicht mehr selbständig verlassen könnten. Dies sorgte natürlich für Aufregung auf dem Schiff, wodurch man dem laufenden Vortrag nur noch schwer folgen konnte. Einer unserer Gäste von Dong Energy organisierte uns dankenswerter Weise ein Abschleppschiff, das uns helfen sollte, den Hafen wieder unbeschadet zu verlassen. Bis der Vortrag beendet war, kreiste auch schon das Abschleppschiffes um unser Schiff und das Team sprach mit der Crew über das Vorgehen der bevorstehenden Aktion. Dabei waren natürlich alle an Deck und beobachteten das Schauspiel. Mit großer Anspannung wurde dann mit dem Abschleppen begonnen. Alle hielten dabei die Luft an – „hoffentlich geht alles gut!". Nach wenigen Minuten verließen wir aber unbeschadet den Hafen und konnten erleichtert unsere Fahrt Richtung Nakskov aufnehmen.
 
Heute meinte es der Wind gut mit uns. Wir konnten nach Verlassen des Hafens sofort die Segel setzen und kamen bei stürmischem Wind schnell voran. Durch die starken Wellen wurde hierbei die Seetauglichkeit der Crew erneut getestet. Alle waren begeistert beim Segeln dabei, auch wenn es wieder einige wenige Ausfälle durch Seekrankheit gab. Jeder auf der Thalassa freute sich nach diesem anstrengenden Segeltag auf das bevorstehende Abendessen, das wir nach Erreichen des sicheren und windstillen Hafens von Nakskov genießen wollten. Die Aufregungen an diesem Tag sollten aber noch kein Ende haben. Dies wurde uns bewusst, als wir die Enge der Fahrrinne zum Hafen Nakskov sahen, die zudem durch unbeleuchtete Bojen markiert wurde. Eine weitere kritische Herausforderung für unseren Kapitän Jacob war zudem ein großer entgegenkommender Frachter in der Hafeneinfahrt. Nach einem Funkspruch vom Frachter wichen wir in eine Art Haltebucht aus, so dass der Frachter weiter fahren konnte.
Nach diesen Erlebnissen erreichten wir endlich unser Ziel Nakskov, wo wir morgen das Wellenkraftwerk Poseidon besichtigen werden.

Wissenschaftliche Inhalte

Der Windpark Nysted ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Der ältere Bereich Nysted 1 ging 2003 mit 72 Windrädern ans Netz. Dabei hat ein Windrad eine Leistung von 2,3 MW. Die Gesamtleistung beträgt 165,5 MW und beansprucht dabei eine Fläche von 24 km². Die Windräder haben eine Gesamthöhe von 110 m. Das Fundament einer Windkraftanlage wiegt zwischen 1600 t und 1800 t und wird nach Abtragung von Sand und Schlick auf den Meeresboden abgesenkt. Dabei ist keine Verankerung erforderlich.
 
Die Windkraftanlage besteht aus vier Teilen, dem Fundament, Turm (2-teilig), Gondel und Rotor. Das Seekabel wird mithilfe eines besonders dafür ausgelegten Schiffes am  Stück verlegt. Es hat einen Durchmesser von  20 cm und wiegt 72 kg pro Meter. Der Windpark verfügt über eine Trafostation, welche die Spannung von 33 kV auf 132 kV transformiert. Die Maximalleistung beträgt 180 MVA. Bei einer Windgeschwindigkeit von 4 m/s laufen die Windräder an, bei 14 m/s wird die volle Leistung erreicht und über 25 m/s wird abgeschaltet.  Der Windpark hatte eine Investitionssumme von 220 Mio. Euro. Diese niedrigen Baukosten waren vor allem durch die hohen Subventionen möglich.
 
Die Turbinen sind von Siemens, wobei auch das Condition-Monitoring zur Überwachung der Anlagen durch einen Service-Vertrag mitgeliefert wird. Dieses System ermöglicht jederzeit eine Ferndiagnose von jedem einzelnen Windrad.
 
Der Windpark wurde im Jahre 2010 um 90 Windkrafträder erweitert, Nysted 2.
 
Am Abend erfolgte an Bord ein Vortrag einer Studentin über Wellenkraftwerke, um uns auf den morgigen Tag vorzubereiten. Im Vortrag wurden 5 verschiedene Arten von Wellenkraftwerken vorgestellt und näher erläutert. Auch wurde kurz auf die Technik des Poseidon Kraftwerks eingegangen, welches wir morgen besichtigen werden.


4.Tag - 23.09.2014 Fahrt von Kopenhagen zum Avedore‐Kraftwerk und Weiterfahrt in Richtung Naskov - Distanz 116 km

Aktuelle Lage der Thalassa

Tagesbericht

Nach dem abwechslungsreichen und interessanten Programm in Kopenhagen hatten sämtliche Crewmitglieder „Landurlaub" bekommen. Da dieser von allen sehr gut angenommen wurde, haben wir es am Morgen nach dem Frühstück etwas ruhiger angehen lassen und sind  kurz nach 9.00 Uhr in Richtung des modernen Kraftwerks von Avedore gestartet. Der Wind meinte es gut mit uns, so dass wir ein gutes Stück segeln konnten, bevor die berühmte spiegelglatte See den Motor für das letzte Stück erforderlich machte. Dazu mussten wieder sämtliche Segel eingeholt werden, was für die mittlerweile segelwilde Crew immer etwas frustrierend ist. Aber dafür gab es stahlblauen Himmel und eine herrliche Sicht auf das langsam am Horizont auftauchende Kraftwerk von Avedore.
Während der weiteren Fahrt wurde an Bord von einem Studierenden ein Vortrag über das allgemeine Prinzip von Müllverbrennungsanlagen gehalten und am Beispiel einer Anlage in Malmö vertieft erläutert.
Der nähere Anblick des Avedore Kraftwerks von der Seeseite war sehr imposant. Das Kraftwerk ist nicht nur aus technologischer Sicht sehr fortschrittlich, sondern auch architektonisch sehr ansprechend gestaltet.
Bei der Einfahrt in den Hafen von Avedore, für die wir eine Sondergenehmigung erhalten hatten, wurde uns wieder einmal bewusst, dass die Thalassa ein sehr beeindruckendes Schiff ist. Sämtliche Arbeiter im Hafen und auf den Frachtschiffen ließen auf der Stelle die Arbeit ruhen und zückten ihre Kameras. Und auch unsere Betreuerin von Dong Energy stand bereits am Hafen, um uns zu empfangen. Laut Aussage von ihr hat sie solch ein imposantes Segelschiff noch nie in diesem Hafen, der normalerweise nur für den Frachtverkehr freigegeben wird, gesehen. Mit einer kleinen Herausforderung ging es für unseren Kapitän Jacob weiter, der die Thalassa souverän rückwärts und seitwärts zwischen einem großen Frachter aus China und einer Untiefe „eingeparkt" hat.
Die anschließende Führung durch das Kraftwerk kann kurz gefasst als „mächtig und prächtig" beschrieben werden. Die Dimensionen der Brennstofflager und Brenner sowie der Turbinen waren sehr beeindruckend. Die technologischen Details sind im wissenschaftlichen Teil näher erläutert.
Nach unserer Führung ging es mit der Thalassa weiter in Richtung unseres nächsten Ziels, dem Windpark von Nysted.
Der auffrischende Wind ließ uns hoffen, dass wir heute noch einmal segeln werden. Zunächst mussten wir uns aber mit dem Motor in die richtige Position bringen, damit wir den Süd-Ost Wind nutzen konnten. Anschließend konnte ein Teil der Segel wieder gesetzt werden.
Nebenbei bemerkt hatte unser Kapitän Jacob den Wind anhand der Wolken am Vormittag besser vorausgesagt als der Wetterbericht.
 
Auf Grund der Länge der zurückzulegenden Strecke steht heute wieder eine Nachfahrt („Nachtschlag") an. Ein Nachtschlag gehört beim Segeln zum absoluten Pflichtprogramm, da es ein ganz besonderes Erlebnis ist. Die einsetzende Dunkelheit und die vermeintliche Einsamkeit auf der See waren bereits beim ersten Nachtschlag für uns alle ein tolles Erlebnis. Wir sind gespannt, ob sich heute Nacht unsere Galaxie, die Milchstraße, wieder zeigt. In der ersten Nacht konnten wir diese bewundern. Dies hat bei den meisten Crew-Mitgliedern folgendes Statement erzeugt:
„Wow".
Auf das Unwetter während der ersten Nach kurz vor Kopenhagen können wir allerdings in dieser Nachtschicht verzichten, obwohl es laut der anwesenden Nachtschicht auch spektakulär aussah, wenn das komplette Vordeck von den Wellen überspült wurde.
Da zu diesem Zeitpunkt aber alle schon im Bett waren und nur die 4 Studierenden der wechselnden Nachtschicht beim Kapitän im Steuerhaus ausharrten, war dies keine Gefahr.

Bei der momentanen Durchschnittsgeschwindigkeit werden wir wohl im Morgengrauen gegen 5.00 Uhr im Hafen von Gedser ankommen und dort den Sonnenaufgang mit Blick auf den Windpark genießen können.

Wissenschaftliche Inhalte

Avedore-Kraftwerk:
Das Avedore-Kraftwerk ist ein sehr imposantes und modernes Kraftwerk, welches von Dänemarks größtem Energieversorger Dong Energy betrieben wird. Es kann mit 5 verschiedenen Brennstoffen betrieben werden. Das Kraftwerk ist in 2 Blöcke unterteilt. Im ersten Block werden jede Stunde etwa 85 Tonnen Kohle aus Kolumbien und Polen verfeuert. Der zweite Block wird stündlich mit 170 Tonnen Holzpellets aus Europa und 25 Tonnen Stroh aus der Region betrieben. Die weiteren zwei Brennstoffe sind Erdgas und Erdöl, wobei Erdgas lediglich zum Anfahren der Anlage und letzteres aktuell nicht mehr eingesetzt wird. Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 49 % für die Stromerzeugung und 94 % für die Stromerzeugung inklusive der Wärmegewinnung (im Block 2) ist das Avedore-Kraftwerk laut Betreiber aktuell das effizienteste Dampfkraftwerk der Welt. Bei dem hohen Druck von 300 bar erhitzt der Hauptboiler Wasserdampf auf bis zu 600 °C (im Vergleich enthält ein Autoreifen nur ca. 3 bar). Das Avedore Fernwärmenetz erstreckt sich bis zu 40 km im Umkreis des Kraftwerks. Selbst bei diesem weitreichenden Netzwerk sind die Wärmeverluste mit rund 10 % recht gering.
Laut dem Betreiber werden sämtliche Abgase aufwändig gereinigt, so dass die Umweltbelastung möglichst gering gehalten wird. Einige der anfallenden „Abfälle", wie z.B. Gips werden von Dong Energy verkauft und somit wiederverwertet.
Eine Wartung der komplexen Anlagen- und Prozesstechnik ist selbstverständlich permanent notwendig. Beispielsweise muss der Verbrennungsraum des Strohkessels jährlich von der Schlacke befreit werden.


3.Tag - 22.09.2014 Fahrt von Kiel nach Kopenhagen - Distanz 119 km - Aufenthalt in Kopenhagen

Aktuelle Lage der Thalassa

Tagesbericht

Am Vorabend drehte um ca. 22:30 Uhr der Wind, so dass wir trotz starkem Gegensteuern gemeinsam die Segel einholen mussten, um den Rest der Strecke bis Kopenhagen mit Hilfe des Motors zurückzulegen. Um 5:30 Uhr erreichten wir dann nach langer Fahrt den Hafen von Kopenhagen, wo wir direkt neben den Gebäuden des Königspalastes anlegen durften.
Pünktlich um 7:30 Uhr begann unser Tag mit dem Frühstück. Anschließend kamen drei Studierende von Energy Crossroads zu uns auf das Schiff, die uns den ganzen Tag begleiteten und führten. Wir starteten die Stadtführung in Richtung Amalienborg Palace. Danach besuchten wir das kommunale Unternehmen Kopenhagens "HOFOR". Von dort wird die Stadt über ein Fernwärme- und Kältenetz versorgt.
In der Mittagspause hatten wir eine Stunde Zeit die Stadt zu erkunden und etwas zu Mittag zu essen. Anschließend ging es mit der Metro Richtung UN-City. Nach einer ausgiebigen Kontrolle und einer Registration unserer Personalausweise duften wir das Gebäude mit Führung besichtigen. Danach ging es zu Fuß zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, unter anderem zu Kopenhagens bekannter Sehenswürdigkeit der "kleinen Meerjungfrau". Nach einem kurzen Abstecher zum Schiff wurde ein Gastgeschenk an unsere Begleiter von Energy Crossroads übergeben. Um ihnen ein Stück unserer Heimat mitzubringen, übergaben wir ihnen einen regionalen Käse, Bier und Informationen der Hochschule, verpackt in einem kleinen Energy-Sail-Segelschiff. Danach ging es zum gemeinsamen Abendessen in die Innenstadt.
Zum Abschluss des Tages hörten wir in den Räumen eines Studentenhauses Vorträge im Rahmen des "Energy Monday". Vor ca. 50 Teilnehmern wurden unter anderem von unseren Professoren Prof. Entress, Prof. Becker und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Herr Bachseitz Gastvorträge gehalten. Als Dank wurde den Referenten ein Gastgeschenk übergeben und anschließend in lockerer Runde weiter diskutiert.

Wissenschaftliche Inhalte

Der kommunale Energieversorger HOFOR versorgt die Stadt mit Fernwärme und -kälte. Ein Knotenpunkt der Verteilung für diese Wärme und Kälte liegt in 40 m Tiefe unterhalb der Metrobahn und unterhalb des Grundwasserspiegels. Zudem befindet sich dort ein eigenes Schienensystem zur Wartung im Tunnel. Es existieren zwei Dampfnetze mit 25 bar und 6 bar bei ca. 220 °C und ein Warmwassernetz mit einer Vorlauftemperatur von 90 °C und einer Rücklauftemperatur von ca. 54°C.
Die Kälte wird mit Hilfe von Absorptions- und Kompressionsmaschinen erzeugt und an insgesamt 40 verschiedene Kunden geliefert. Die Maschinen haben eine Gesamtleistung von 16 MW. Die Kühlung erfolgt durch Meerwasser, welches mit Hilfe von sechs Pumpen (ca. 4.000 m3/h) gefördert wird.
 
Das UN-Gebäude wurde mit der höchsten LEED-Zertifizierung Platin ausgezeichnet. Besonders hervorzuhebende Merkmale dafür sind die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Regenwassernutzung, die flexible Verschattung und die freie Kühlung mit Hilfe von Meerwasser.
 
Beim Abend von "Energy Monday" stellte Prof. Entress die Hochschule Biberach mit den verschiedenen Studiengängen vor. Anschließend hielt Prof. Becker einen Vortrag zum Thema "Energy efficency of refrigeration plants". Hierbei ging es unter anderem darum, die Energieeffizienz von Kältesystemen im laufenden Betrieb zu berechnen und systematisch zu bewerten.
Herr Bachseitz berichtete über Gebäudesimulation, wobei er auf die verschiedenen Arten und Probleme bei Simulationen im Allgemeinen einging.


2.Tag - 21.09.2014 Fahrt von Kiel Richtung Kopenhagen - Distanz 164 km

Aktuelle Lage der Thalassa

Tagesbericht

Nach dem Frühstück ertönte ein lautes Alarmsignal - die gesamte Crew muss sich auf dem Mitteldeck versammeln! Dort wurde die Sicherheits- und Segeleinweisung durchgeführt. Während der Einweisung verließen wir den Kieler Hafen mit Hilfe des 700 PS starken Dieselmotors. Dort lernten wir verschiedene Fachbegriffe wie Steuerbord und Backbord sowie die Bezeichnungen für die verschiedenen Segel und Taue. Zum Ende der Einweisung durften wir dann selbst Hand anlegen und alle gemeinsam die Segel setzen, dabei hissten wir auch unsere Exkursionsflagge. Einzelne der Segelcrew trauten sich auch gleich, die Masten empor zu klettern.
 
So begann unsere erste Segeletappe in Richtung Kopenhagen "hart am Wind!". Die ersten Seekranken waren bei dem hohen Wellengang schnell zu beklagen. Dies legte sich in dem Mittagsstunden wieder, da wir dann den Wind im Rücken hatten und die Thalassa das Schaukeln einstellte - "wir segelten bei halben Wind!". Hier konnten wir auch einen ersten Blick auf den Windpark Nysted werfen, den wir auf der Rückfahrt von Kopenhagen besichtigen werden. Während des Nachmittags hörten wir die ersten Vorträge zu den Themen "Offshore-Windkraftanlagen" und "Kopenhagen".
 
Nun genießen wir den strahlenden Sonnenschein an Deck der Thalassa. Unser erstes Ziel, Kopenhagen, werden wir voraussichtlich morgen früh erreichen. Dazu werden wir die Crew tatkräftig beim Segeln in der Nacht unterstützen.

Wissenschaftliche Inhalte

Der erste Vortrag an Bord der Thalassa handelte von Offshore Windkraftanlagen. Hier wurde uns ein detaillierter Aufbau einer Windkraftanlage geschildert. Wir wurden über die politische und wirtschaftliche Situation bei der Planung und dem Betrieb von Windparks in Dänemark und Deutschland informiert. Außerdem wurde ein Vergleich zwischen den großen Windparks Baltic 1 und 2 sowie Nysted aufgezeigt. In einer kurzen Diskussion wurden Fragen gesammelt, die bei unserem Besuch dem Betreiber von Nysted gestellt werden.
 
Im zweiten Vortrag lernten wir Kopenhagen mit seinen Sehenswürdigkeiten, der Geschichte, der Energieversorgung und den Energiezielen näher kennen.


1.Tag - 20.09.2014 - Fahrt von Biberach nach Kiel - Distanz 840 km

Tagesbericht:
Wir trafen uns um 7:30 Uhr vor dem Hauptgebäude der Hochschule Biberach, um zur Exkursion zu starten. Nachdem jeder einen Platz im Bus gefunden hatte und das Gepäck verstaut war, ging es direkt auf die Autobahn in Richtung Kiel. Nach einer langen Fahrt über zwölf Stunden erreichten wir endlich unser Schiff, die Thalassa, im Kieler Hafen Holtenau. Mit viel Euphorie erkundeten wir das Schiff, bezogen unsere Kojen und bekamen eine erste Sicherheitseinweisung. Bei dieser Gelegenheit wurde unserem Kapitän Jacob unser Gastgeschenk, die Exkursionsjacke, überreicht.
 
Da die Windprognosen für den morgigen Sonntag gut sind, wurde beschlossen, dass wir statt Samstagabend erst am Sonntagmorgen den Hafen verlassen.
 
Nun lassen wir nun unseren ersten Abend an Bord der Thalassa gemütlich ausklingen und bereiten uns auf die morgige Fahrt nach Kopenhagen vor.

Wissenschaftliche Inhalte:
Während der Busfahrt wurde beschlossen, dass zusätzlich zum theoretischen CO2-Fußabdruck der reale CO2-Fußabdruck der Exkursion errechnet wird.
 
Dazu wurden von der Exkursionsgruppe 6 "CO2-Footprint" heute die entsprechenden Daten des Busses aufgenommen und die genaue Entfernung von Biberach nach Kiel erfasst. Dadurch kann unsere genaue CO2-Bilanz ermittelt werden.
 
Im Anschluss an die Exkursion wird auf Basis der gesammelten Daten der reale CO2-Ausstoß ermittelt.


20.09.- 27.09.2014 - Energy Sail 2014

Wir sind mit unserer "Life- Berichterstattung" jeden Tag dabei!


Große Exkursion auf energetischem Zukunftskurs: Studierende hissen die Segel

Mit der erneuerbaren Kraft des Windes werden sich Studierende der Hochschule Biberach in diesem Jahr auf große Exkursion begeben. Und auch wenn die eigentliche Exkursion erst im September geplant ist, stecken die Studierenden bereits mitten in der Vorbereitung. In dieser Woche hissten sie  symbolisch die Segel, um die Hochschule auf ihr Segelabenteuer aufmerksam zu machen: Mittelpunkt der verschiedenen Aktionen im Innenhof der HBC war die Segeljolle einer Kommilitonin, vor der sie in voller Ausrüstung für ein Gruppenbild posten.
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