HBC.Gründerinitiative Biberach

// Gründerinitiative Biberach

Dritte Start-up Night an der Hochschule Biberach

Lokale Gründer/innen vernetzen, das ist das Ziel der Start-up Night Biberach. Am Donnerstag, den 22. November 2018 fand das Format bereits zum bereits dritten Mal statt. 70 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung der Hochschule Biberach. Neben zwei Vorträgen gab es wieder viel Raum zum gegenseitigen Kennenlernen.
 
Organisiert wird die Start-up Night von der Gründerinitiative der Hochschule Biberach, welche von Gastprofessorin Dr. Cornelia Gretz geleitet wird. Ziel ist die Vernetzung zwischen lokalen Gründungen und Gründungsinteressierten und damit zur Bildung einer lokalen Gründerszene beizutragen. Was auf der Start-up Night zu beobachten ist, deutet bereits auf die Entwicklung einer solchen Szene in Biberach hin. Die Start-up Night zeigt, welche unterschiedlichen Gruppen lokal aktiv sind. Mit dabei waren lokale Gründer/innen, Selbständige und Freiberufler, Teammitglieder lokaler Start-ups, wie etwa vom Mobilitätsdienstleister AZOWO, Unterstützer aus Stadt, Landkreis und Hochschule, sowie viele Interessierte aus der Studierendenschaft der HBC. Neben den bereits aktiven Gründern, wird die Veranstaltung gerne von potenziellen Gründern, genutzt. „Ich hab bereits eine Idee im Kopf und möchte mal sehen, wie andere das Thema Gründung angehen.", sagt Leander Stützel, welcher am Institut für Gebäude- und Energiesysteme arbeitet. Andere sehen die Start-up Night als Ort zur Inspiration. So etwa Ulrike Rietzler, Mitarbeiterin der HBC im InnoSÜD Hochschulverbund. Sie möchte sich von der Energie der Redner anstecken lassen und so einen zusätzlichen Motivationsschub für ihre Projekte erhalten.
 
Jede Start-up Night umfasst einen Kurzvortrag (Pitch), in welchem ein Gründer, ähnlich wie in der Höhle der Löwen, seine Geschäftsidee in der Kürze von fünf Minuten darstellt. Weiterhin gibt es einen Impulsvortrag, welcher ausführlicher den Weg eines Start-ups oder Gründers aufzeigt. Mit dabei waren diesmal Nico Ruß von Infinite Running (Pitch), sowie Dr. Valentin Langen von IONIQ Skin Care (Impulsvortrag).
 
Nico Ruß ist leidenschaftlicher Läufer und hat einen innovativen Sportschuh mit modularer Sohle entwickelt. Ist ein Schuh abgelaufen, so wird dieser üblicherweise entsorgt. Um sowohl Geldbeutel wie Umwelt zu schonen, suchte Nico nach neuen Wegen. Seine Lösung ist ein innovativer neuer Sportschuh mit austauschbarer Sohle. So kann der Hauptschuh sechs bis achtmal länger genutzt werden, da nur die Sohlen bei Verschleiß ausgetauscht werden. Weiterhin wird eine Anpassung des Schuhs an unterschiedliche Bedürfnisse und Untergründe möglich. „Der Läufer braucht dann nicht mehr zehn Paar Schuhe, sondern nur noch eins – von mir.", sagt Nico. Das Publikum nimmt dies begeistert und erfreut auf.    
Die Finanzierung für Nico Ruß‘ Projekt ist bereits durch einen lokalen Investor gesichert, der nächste Schritt ist nun der Markteintritt. Mit einer Crowdfunding-Kampagne möchte der Gründer sein Projekt im kommenden Frühjahr veröffentlichen und kann ab diesem Zeitpunkt Vorbestellungen entgegennehmen.
 
Auch Valentin Langen plant mit IONIQ Skin Care eine Crowdfunding-Kampagne. Sein Team hat eine innovative Alternative zur Sonnencreme geschaffen, welche gleich unterschiedliche Probleme löst. Durch eine neuartige Sprühtechnologie wird ein gleichmäßiger und wirksamer Sonnenschutz am gesamten Körper garantiert, was Sonnenbrand vermeidet und Hautkrankheiten vorbeugt. Gleichzeitig gibt es keine klebrigen Hände und weißen Streifen im Gesicht mehr. Entstanden ist diese Ideen an einem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Ort, bei einem mittelständischen Anlagenbauer aus Markdorf, der Wagner Group. Valentin Langen erklärt wie es dazu kam. „Wagner besitzt ein geradezu intergalaktisches Know-How im Bereich Beschichtung. Wir fragten uns, warum wir dieses an der Fertigung von Porschefelgen anwenden, nicht aber an der menschlichen Haut." Hieraus entstand die Idee für das  neuartige Hautschutzkonzept, welches eine Kombination aus Sprühgerät und nachfüllbaren Einheiten mit Hautschutzliquiden umfasst. IONIQ folgte anschließend als eigene Ausgründung des Mittelständlers.
Gründern und Start-ups rät Valentin Langen zum Mut die eigenen Ideen zu teilen: „Macht euch verletzbar – es lohn sich." Mögliche Gefahren durch Nachahmer werden für ihn durch wertvolles Feedback und neue Kooperationschancen mehr als ausgeglichen. Ebenso spricht er sich für ein kontinuierliches Experimentieren aus und dafür, sich nicht durch Fehlschläge entmutigen zu lassen: „Thomas Edison hat eine Million Fehlschläge erlitten, aber dann einmal die Glühbirne erfunden."

zurück