Interview Niklas Gemp, Pitch Start-Up Night #04

Warmes Wasser auch in entlegenen Gebieten nur mit der Kraft der Sonne? Das Start-up Nexol Photovolthermic AG bietet eine Lösung für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Niklas Gemp hat einige Interviewfragen zum Start-up beantwortet. Er übernimmt den Impulsvortrag bei der Start-up Night #04 in Biberach, Campus Stadt am 04.04.2019, 19:00 (zur kostenlosen Anmeldung hier)

Gründerinitiative Biberach: Die Geschäftsidee von Nexol Photovolthermic ist faszinierend. Erläutern sie doch kurz, was Sie konkret entwickelt haben?

Niklas Gemp: Wir haben einen Boiler entwickelt, der mit PV-Strom Wasser erhitzt. Durch den Einsatz einer modernen thermoelektrischen Wärmepumpe brauchen wir nur die Hälfte der Elektrizität.

Gründerinitiative Biberach: Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Niklas Gemp: Unser Team bewegt sich schon lange im Photovoltaik-Umfeld. Insbesondere durch den Kontakt mit Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern war es uns ein Anliegen, ein Produkt zu entwickeln, mit PV-Strom günstig und zuverlässig warmes Wasser bereiten kann.

Gründerinitiative Biberach: Wie ging es los?

Niklas Gemp: In Zusammenarbeit mit der HS Ulm haben wir erste Prototypen gebaut und uns unter zusätzlicher Nutzung von Strömungssimulationen dann dem finalen Produkt angenähert.

Gründerinitiative Biberach: Was sagen die Nutzer?

Niklas Gemp: Die Nutzer schätzen insbesondere, dass unser Boiler sowohl mit Solarstrom, als auch mit Netzstrom betrieben werden kann. Sie haben damit ortsunabhängig eine zuverlässige und wirtschaftliche Möglichkeit ihr Wasser zu heizen.

Gründerinitiative Biberach: Was macht euch besonders?

Niklas Gemp: Unser Ziel ist es nicht nur höchste Qualität beim Kunden abzuliefern, sondern wir achten auch darauf, dass das Produkt möglichst nachhaltig ist. Zusätzlich sind wir froh für die Produktion einen Partner gewonnen zu haben: Die Endmontage erfolgt in nächste Nähe bei der Lebenshilfe Donau/Iller.

Gründerinitiative Biberach: Was war bislang Ihre größte Herausforderung bei der Unternehmensgründung? Ging etwas so richtig schief? (Stichwort „Fuck up")

Niklas Gemp: Ach es gibt da so einige Fuck ups! Ziel sollte es sein die Fehler nur einmal zu machen. Richtig gelitten haben wir vor allem bei unserer ersten Finanzierung und bei der Zuliefererauswahl.

Gründerinitiative Biberach: Welche Unterstützung haben Sie erfahren? Haben Sie zum Beispiel Unterstützung bei der Gründung erfahren?

Niklas Gemp: Die Nexol AG war nicht das erste Startup, bei dem wir involviert waren, wodurch wir nicht komplett bei Null anfangen mussten. Wir hatten auch schon ein Netzwerk an Kontakten und Ansprechpartnern, die uns in verzwickten Situationen weiterhelfen konnten.

Gründerinitiative Biberach: Welche Tipps haben Sie für angehende Gründer?

Niklas Gemp: Gebt Acht bei der Investorenauswahl und traut auch euch ein Angebot abzulehnen, wenn es unverhältnismäßig scheint! Sucht euch ein Team, mit dem ihr durch dick und dünn gehen könnt, denn am Ende besteht, wer das höchste Durchhaltevermögen hat.

Gründerinitiative Biberach: Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in einem Jahr, in drei, in fünf Jahren?

Niklas Gemp: Wir sehen uns als festen Bestandteil der Energiewende. Schon in diesem Jahr werden wir unseren Boiler weltweit auf den Markt bringen. Wir starten mit dem 40-Liter-Modell und werden unser Portfolio dann um weitere Größen ergänzen. Vor allem in Ländern mit starker Sonneneinstrahlung sehen wir unsere Chance Marktanteile zu gewinnen und ein wenig frischen Wind in das angestaubte Boiler-Geschäft zu bringen.

Niklas Gemp spricht auf der Start-up Night #04 in Biberach, Campus Stadt am 04.04.2019, 19:00 (zur kostenlosen Anmeldung hier: https://sun-bc-04.eventbrite.de)

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