HBC.Artikel_HBC_Digitalisierung in Lehre und Forschung

Modellierung und Simulation: Fakultät Biotechnologie beruft Experten für Systembiotechnologie


Einen Experten für theoretische Systembiologie sowie Biomathematik hat die Fakultät Biotechnologie der Hochschule Biberach (HBC) berufen: Professor Dr.-Ing. Oliver Hädicke (* 1980) deckt die Anforderungen der Digitalisierung in der naturwissenschaftlichen Fakultät ab und lehrt in den Bachelor- und Masterstudiengängen Industrielle Biotechnologie sowie Pharmazeutische Biotechnologie mit Schwerpunkt Modellierung und Simulation. Die Berufung von Professor Hädicke fällt in eine Phase, in der die Fakultät die Curricula inhaltlich und didaktisch aktualisiert; das zukunftsweisende Thema Digitalisierung wurde in diesem Prozess in die Lehre integriert.

Die Verwendung computergestützter Simulationsmodelle in der Biotechnologie ist, so Hädicke, ein wertvolles Werkzeug, um in kurzen Entwicklungszyklen Planung und Design von komplexen Zellsystemen voranzutreiben. Dafür werden digitale Zwillinge gebaut und ihre Eigenschaften mathematisch analysiert. Mithilfe dieser Modelle können zeitliche Entwicklungen erklärt und qualitative wie quantitative Vorhersagen generiert werden. „So können wir Aussagen darüber treffen, welche Eingriffe zum gewünschten Prozessverhalten führen", sagt Professor Oliver Hädicke. In Laborexperimenten können diese mathematischen Vorhersagen dann konkret überprüft werden.

Außer der Lehre wird der Professor für Modellierung und Simulation auch die Forschung am Institut für Angewandte Biotechnologie der Hochschule Biberach unterstützen. Ab dem kommenden Wintersemester erhält er eine Forschungsprofessur der Hochschule im Bereich der Systembiotechnologie. In diesem Gebiet strebt der Wissenschaftler Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen an. Im Fokus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit steht dabei die ganzheitliche Betrachtung von Mikroorganismen oder biotechnologischen Prozessen, die er durch die Erstellung mathematischer Modelle sowie deren Simulation und Analyse optimieren will.

Diese Entwicklungsarbeit, so Hädicke, wird auch in das Aktivitätsfeld Gesundheit /Biotechnologie von InnoSÜD fließen. Den Hochschulverbund hat die HBC gemeinsam mit der Universität Ulm und den Hochschulen Ulm sowie Neu-Ulm ins Leben gerufen, um transferorientierte Forschung fächerübergreifend zu bündeln. Die Fakultät Biotechnologie arbeitet in dem Aktivitätsfeld eng mit der Universität Ulm zusammen, mit der sie bereits verschiedene biotechnologische Masterstudiengänge in Kooperation anbietet.

Oliver Hädicke selbst hat Biomathematik an der Universität Greifswald studiert und war anschließend zunächst am Institut für Medizinische Biometrie und Statistik der Universität Lübeck tätig sowie ab 2007 am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg.  Dort entwickelte er u. a. Computeralgorithmen, mit deren Hilfe berechnet kann, wie sich das Zellwachstum biotechnologischer Produktionsorganismen wie zum Beispiel der einfachen Bäckerhefe mit der Überproduktion von Biochemikalien koppeln lässt. Mit der Arbeit „Modellbasierte Identifizierung von Interventionsstrategien für Stoffwechselnetzwerke" legte Oliver Hädicke 2014 seine Promotion ab. Lehrerfahrung sammelte der Wissenschaftler in den Lehrgebieten Biostatistik und Systembiologie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie der Universität Magdeburg.
 
 

Foto: Prof. Dr.-Ing. Oliver Hädicke beschäftigt sich mit den Themen Modellierung und Simulation / Foto: HBC/Stefan Sättele

zurück