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Studierende werden zu Geburtshelfern des Campus der Zukunft

Am Ende ernteten sie tosenden Applaus – und das nicht nur von ihrer Kommilitonen- und Professorenschaft, sondern auch von Baubürgermeister Christian Kuhlmann (Stadt Biberach) sowie den Mitgliedern der Hochschulleitung, allen voran Rektor André Bleicher und Kanzler Thomas Schwäble. Die Studierenden des Masterstudiengangs- Projektmanagement (Bau) und des binationalen Masterstudiengangs Engineering Management hatten als 30-köpfiges Team eine Mammutaufgabe bewältigt und ein Konzept für die Hochschule der Zukunft entwickelt und vorgestellt.

Am Projektmanagement-Tag (P-Tag), der jedes Semester stattfindet und einen Überblick über die großen Projektarbeit der Studiengänge gibt, präsentierten sie ihre Ideen, bis hin zu einer 3-D-Visualisierung, die den innerstädtischen Campus im Jahr 2040 zeigt.

Das Konzept der Studierenden bringt verschiedene Anforderungen unter ein Dach; vor allem aber berücksichtigt es ein ganz zentrales Ziel der Hochschule: Im Jahr 2040 sollen die HBC-Campi klimaneutral sein. Verschiedene Projekte, die dieses Ziel konkret vorantreiben, sind bereits tatsächlich in der Realisierung, etwa das Klimaschutzprogramm der HBC, die erneute EMAS-Zertifizierung, das Forschungsprojekt „Mobilitätskonzept für den emissionsfreien Campus" in Zusammenarbeit mit dem Sinus Institut Heidelberg sowie die E-Roller-Flotte der HBC als erster Baustein eines Konzeptes für Mikromobilität.

Die Studierenden griffen diese Aspekte auf und fassten sie mit weiteren, neuen Ideen in dem Konzept „HBC-Entwicklung Campus Stadt 2040" zusammen. Konkret zeigten sie auf, wie die Hochschule am Rand der Biberacher Innenstadt wachsen und zum sichtbaren Zeichen für Lehre, Wissenschaft, Innovation und Transfer werden kann.

In den letzten 10 Jahren hat sich die Studierendenanzahl der Hochschule mehr als verdoppelt und zahlreiche neue Bereiche wie z. B. das Institut für Bildungstransfer (IBiT, ehemals Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung, ZWW) wurden aufgebaut. Auf einem räumlich erweiterten Areal bauen die Studierenden das Angebot der Hochschule Biberach aus und strukturieren gleichzeitig die bestehenden Bereiche neu. Dafür haben die Projektmanager einen 10-Punkte-Plan aufgestellt:

  1. Parkflächen für ein modernes Mobilitätskonzept unter Einbeziehung von Mikromobilität
  2. Forschungszentrum
  3. Mobility Center und Innovationszentrum
  4. Studierendenwohnheim mit Tiefgarage
  5. Medienzentrum
  6. Offene Verbindungwege von der Stadt zum HBC Campus
  7. Verwaltungszentrum mit Studierendenservice und Beratungsstellen
  8. Weiterbildungszentrum
  9. Learning-Center für Studierende
  10. Klimaneutraler Campus 2040
Den Höhepunkt ihrer Präsentation bildete der entwickelte Campus, eingebettet in die Bestands- und Umgebungsbebauung, den die Studierenden mithilfe von BIM (Building Information Modeling) in einer Virtual Reality erstellt haben. In einer Livebegehung konnten die Studierenden ihrem Publikum aufzeigen, wie der Campus der Zukunft im Detail aussehen wird. Gemeinsam mit ihren Gästen konnten sie den virtuell erzeugten Campus aus jedem Blickwinkel durchschreiten, an den neuen und sanierten Gebäuden der HBC vorbeigehen und aus der Vogelperspektive das gesamte Areal überblicken. Viele der ZuschauerInnen erlebten in diesem Moment die HBC 2040 nicht als ferne Zukunftsvision, sondern als reales und (be-)greifbares Gesamtprojekt. 

Die Hochschulleitung griff dieses Bild am Ende des P-Tages auf und machte deutlich, dass Campus mehr bedeute als eine Lehrstätte, die morgens aufgesucht und nachmittags wieder verlassen wird: „Wir betrachten Mobilität, Verhalten und Wohnen integrativ", so Rektor Bleicher. Eine groß angelegte Befragung unter den Hochschulmitgliedern habe zudem ergeben, dass die meisten ein bis fünf Kilometer entfernt von der Hochschule wohnen. „Wir sind also mehr Campus als wir bisher gedacht haben", so André Bleicher. Kanzler Schwäble ergänzte, dass die HBC aktuell „massiv mit der Thematik Campusentwicklung befasst ist" und die verschiedenen Teilprojekte „zu einem Masterplan zusammengefasst werden".

Baubürgermeister Christian Kuhlmann gratulierte den Studierenden zu ihrer „tollen Geschichte", die es ihnen gelungen sei zu erzählen. Die Stadt stehe hinter der Idee der Hochschulleitung, den innerstädtischen Campus weiterzuentwickeln und könne die HBC nur ermutigen, diese Geschichte auch in Stuttgart zu erzählen. Denn noch gebe es Hürden zu bewältigen, die weder die Stadt noch die HBC alleine überwinden könne.

So geriet der P-Tag zum Zukunftstag der Hochschule und die Studierenden zu „Geburtshelfern" einer Vision. So dass in rund zwanzig Jahren vielleicht tatsächlich der Satz stimmt, den die Studierenden einem kleinen Jungen in den Mund legten, der an der Hand seines Vaters über den Camus spaziert: „Hey Papa, hier will ich mal studieren!"
 
 

Foto: Illu: Studiengang Projektmanagement

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