HBC.Artikel_HBC_Studiengang Energie-Ingenieurwesen

Hochschule Biberach beruft Experten für elektrische Systeme

Die Energiewende gestalten: Damit befasst sich Volker Wachenfeld als Ingenieur für Energiespeicher und Netzintegration intensiv seit bereits zwei Jahrzehnten – und hierfür will er sich künftig an der Hochschule Biberach (HBC) in Lehre, Forschung und Transfer einbringen. Der Studiengang Energie-Ingenieurwesen hat den Experten für elektrische Systeme zum Wintersemester 2018/2019 berufen; Wachenfeld wird Bachelor- und Master-Studierende unterrichten sowie das Labor für Elektrische Systeme im Institut für Gebäude- und Energiesysteme wissenschaftlich leiten.  
 
Professor Dipl.-Ing. Volker Wachenfeld (* 1966) war für die SMA Solar Technology AG nahe Kassel tätig, einem führenden Unternehmen für Photovoltaik-Systemtechnik. Als Ingenieur betreute er internationale Projekte; er entwickelte und vermarktete mit seinem Team innovative Lösungen für Speichersysteme. Dabei spielt die Netzintegration von elektrischen Energiespeichern eine große Rolle, ebenso wie das Energiemanagement. „Energie muss flexibel steuer- und verteilbar sein", so Wachenfeld, der die Schaffung von Flexibilisierungsoptionen für den zentralen Schlüssel einer künftigen Energieversorgung erachtet. Dafür bieten Speichertechnologien ebenso Lösungen wie intelligentes Demand-Side-Management, so der Experte. Schnelle Reaktionszeiten von Batteriespeichern können beispielsweise die Frequenzhaltung im Stromnetz unterstützen; andere Speicher wiederum sind speziell darauf ausgelegt, größere Energiemengen über längere Zeiträume zu speichern. „Die Dunkelflaute ist nicht das Kernproblem der Energiewende, vielmehr müssen die großen Mengen an erneuerbarer Erzeugung jederzeit intelligent und effizient genutzt werden können", sagt Wachenfeld. Die Vielfalt moderner Speichertechnologien entwickele sich mehr und mehr zu einem wichtigen Baustein im Kontext der Kopplung der wichtigsten Energienutzungssegmente innerhalb der öffentlichen Versorgung: Neben Strom sollen auch die Sektoren Mobilität und Wärme ihre Energie aus Erneuerbaren verwerten können. Dies ermögliche in kleinerem wie größerem Maßstab eine Flexibilisierung des Energiesystems bei minimalen Verlusten, so der Experte.
 
Diese Technologien will auch der Bundesverband Energiespeicher (BVES) national und international voranbringen. Zu den Mitgliedern zählen laut Verband Technologiehersteller, Projektentwickler, Systemintegratoren, Händler, Beratungs-, Prüf- und Zertifizierungsunternehmen sowie Institutionen aus Forschung und Entwicklung. Professor Volker Wachenfeld hat das Unternehmen SMA seit der Gründung des Verbandes als Mitglied vertreten und an vielen Stellen mitgeholfen, die öffentliche und politische Diskussion zu forcieren. Wichtige Netzarbeit, die Ingenieur auch als Professor der Hochschule Biberach unterstützen will.
 
Der Energiespeicher-Experte hat selbst Elektrotechnik an der Universität Gesamthochschule Kassel (GHK) studiert und dort die Diplomabschlüsse auf FH- sowie Uni-Level erfolgreich abgelegt, eine Besonderheit der GHK. Als Projektingenieur war er zunächst in der technischen Gebäudeausrüstung tätig, seit 1998 in den verschiedensten Geschäftsbereichen der SMA. Zahlreiche Patente hat er in dieser Zeit entwickelt, innovative Forschungsvorhaben realisiert und seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dieser Tätigkeit bei Tagungen und Vorträgen in die sich schnell entwickelnde Branche eingebracht.
 
Das Gelingen der Energiewende liegt Wachenfeld wie er selbst sagt „am Herzen". Seine Tätigkeit an der Hochschule will er nutzen, um die nächste Generation auf diese Herausforderung vorzubereiten und jungen Menschen nachhaltiges Denken zu vermitteln. Seine Erfahrungen aus der Berufswelt sowie aus der Verbandstätigkeit will er in diese Nachwuchs-Arbeit einbringen.

Foto: Prof. Volker Wachenfeld lehrt in den Studiengängen Energie-Ingenieurwesen sowie Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberch/Foto: privat

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