HBC.HBC_PM_Institut für Angewandte Biotechnologie

Komplexe Therapeutika: Auf der Suche nach technisch einfacheren Verfahren

Wie können Biopharmazeutika technisch einfacher hergestellt werden? Mit Fragestellungen wie dieser beschäftigt sich die Hochschule Biberach (HBC) im Institut für Angewandte Biotechnologie (IAB). Professorin Dr. Kerstin Otte etwa entwickelt eine Methode, um die komplexen Therapeutika technisch einfacher herzustellen. Bisher werden Biopharmazeutika in großen Mengen mithilfe von Zellkulturen hergestellt. Die Selektion von besonders gut produzierenden Zelllinien ist jedoch zeitaufwendig und kostenintensiv. Mit dem Projekt „SURFACEome" erforschen Otte und ihr Team Möglichkeiten, den Herstellungsprozess zu optimieren, indem zu einem frühen Zeitpunkt hochproduzierende Zellen identifizieren werden.

Für das Forschungsvorhaben arbeiten die Biberacher Wissenschaftler mit der Universität Hohenheim zusammen; das Projekt wird mit rund 130 000 Euro vom Land Baden-Württemberg gefördert. „Das Projekt soll dazu beitragen, die Prozessentwicklung für Therapeutika zu beschleunigen und damit Kosten zu senken – für die Herstellung ebenso wie für das Gesundheitssystem und die Patienten", erläutert Professorin Kerstin Otte, die an der Fakultät Biotechnologie der Hochschule Biberach u.a. Molekularbiologie lehrt.
 
„SURFACEome" gehört zu insgesamt 15 Projekte, die in den Kategorien „Ingenieurwissenschaften", „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" sowie „Biologie, Medizin und Lebenswissenschaften" verortet sind und die das Land mit insgesamt zwei Millionen Euro fördert. Baden-Württemberg sei eine der innovativsten Regionen in Europa, teilt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hierzu mit. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Innovationstärke würden die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) leisten. „Durch ihre Kooperationsprojekte mit der Wirtschaft intensivieren die Hochschulen den wechselseitigen Technologietransfer – vor allem in die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der jeweiligen Region. So entsteht Innovation", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer Ende Januar in Stuttgart.
 
Gerade gemeinsame, auch hochschulübergreifend durchgeführte Projekte würden die Forschungs- und Entwicklungskompetenz der Hochschulen maßgeblich stärken, so die Ministerin. Die Förderung zielt u.a. darauf ab, Professorinnen und Professoren die Möglichkeit zu geben, ihre Forschungsschwerpunkte auszuweiten. An den HAWen solle dadurch – auch im Hinblick auf die erfolgreiche Antragstellung in den Förderprogrammen des Bundes und der EU – sowohl die Forschungsqualität in der Spitze gestärkt als auch die Forschungskompetenzen in der Breite ausgebaut werden, so das Ministerium.
 
 

Foto: Professorin Dr. Kerstin Otte (Mitte) im Labor mit Studiernden der Fakultät Biotechnologie/Foro: HBC/Stefan Sättele

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