Hochschule Biberach prüft Hinweise des Rechnungshofes – Vergaberichtlinien für Forschungszulagen werden neu geregelt

Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) zeichnen sich durch eine enge und anwendungsbezogene Verzahnung von Lehre und Forschung aus. Damit folgen die ehemaligen Fachhochschulen ihrem im Landeshochschulgesetz verankerten Auftrag. Die Hochschule Biberach (HBC) setzt als Transferhochschule gezielt auf Innovations- und Technologietransfer. In den vergangenen Jahren wurden...
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Hochschule Biberach prüft Hinweise des Rechnungshofes – Vergaberichtlinien für Forschungszulagen werden neu geregelt

Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) zeichnen sich durch eine enge und anwendungsbezogene Verzahnung von Lehre und Forschung aus. Damit folgen die ehemaligen Fachhochschulen ihrem im Landeshochschulgesetz verankerten Auftrag. Die Hochschule Biberach (HBC) setzt als Transferhochschule gezielt auf Innovations- und Technologietransfer. In den vergangenen Jahren wurden die Forschungsaktivitäten in den thematischen Schwerpunkten der Hochschule weiter ausgebaut.
 
Insgesamt rund 63 Millionen Euro erwirtschafteten die Hochschulen für angewandte Wissenschaften im vergangenen Jahr landesweit, rund 2,3 Millionen Euro Forschungsvolumen verzeichnete die Hochschule Biberach 2017. In diesem System unterscheidet der Gesetzgeber grundsätzlich zwischen öffentlichen und privaten Drittmittelgebern, je nachdem wie das einzelne Forschungsprojekt gefördert wird. Unabhängig davon stellen Drittmittel eine wirksame Entlastung des Landeshaushaltes dar.
 
Forschung an Hochschulen bedeute aber vor allem Innovation für gesellschaftliche Entwicklungen, die der Allgemeinheit zugutekomme, so André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach.  Die HBC verstehe sich als Civic University und wolle eine systemrelevante Rolle in der Gesellschaft übernehmen – in der Region und darüber hinaus. Ihr Innovations- und Technologietransfer sei deshalb geleitet von der Frage, „Wofür ist das, was ich tue gut"? Damit stelle sich die anwendungsbezogene Forschung der Hochschule Biberach in den Dienst der Gesellschaft.
 
Für diese Forschungsaktivitäten sind Drittmittel ein entscheidendes Instrument. Denn im Gegensatz zum Lehrbetrieb wird der Forschungsbetrieb einer Hochschule nicht durch das Land grundfinanziert. Private Drittmittel können Hochschulen und Universitäten einsetzen, um Anreize für Wissenschaftler zu setzen. Der Anteil nicht-öffentlicher Mittel beträgt an der HBC rund 14,7 Prozent des Gesamtvolumens. Hieraus kann die Hochschulleitung Forschungszulagen gewähren, die eine leistungsbezogene Komponente des Gehalts darstellen. Dem jeweiligen privaten Drittmittelgeber ist diese Vergabe bekannt.
 
In der Vergangenheit wurden leistungsbezogenen Zulagen an den Hochschulen und Universitäten des Landes nach teilweise unterschiedlichen Kriterien vergeben. Das Wissenschaftsministerium will nun gemeinsam mit den Hochschulen ein neues System entwickeln (Handreichung zur Vergabe von Forschungs- und Lehrzulagen) und prüft derzeit alle Vergaberichtlinien. Der Landesrechnungshof hatte zuvor den Umgang mit Forschungs- und Sonderzulagen kritisiert.
 
Die Leitung der Hochschule Biberach begrüßt die Erarbeitung gemeinsamer Richtlinien und die damit gewährleistete Transparenz. Die neun Seiten umfassende Handreichung stehe sinnbildlich für die Pionierarbeit, die in den vergangenen Jahren an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften geleistet worden sei, so Bleicher. Forschung habe nicht zum ursprünglichen Auftrag der ehemaligen Fachhochschulen gehört und stehe für die enorme Entwicklung, die Hochschulen für angewandte Wissenschaften seit der Hochschulreform 2005 genommen haben. 
 
An der Hochschule Biberach werden sämtliche Vorhaben geprüft. Eventuelle Trugschlüsse der Vergangenheit können so erfasst und entsprechend der künftig geltenden Richtlinien aufgearbeitet und bereinigt werden.
 

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