HBC.Artikel_32. Seminar Schalung und Rüstung_2017

Aufzugsturm Rottweil: Fachleute tauschen sich bei Fachtagung über Großbauprojekt aus

Der Testturm für Aufzüge von ThyssenKrupp in Rottweil ist mit rund 246 Metern eines der höchsten Bauwerke Deutschlands, das als funktionales Gebäude zur Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen soll. Am vergangenen Wochenende wurde der Turm, der darüber hinaus eine der höchsten Aussichtsplattformen mit einer 360°-Sicht bietet, eröffnet – nicht nur die Besucher aus Rottweil und Umgebung zeigten sich begeistert.

Auch das 32. Seminar Schalung & Rüstung der Akademie der Hochschule Biberach (HBC) am heutigen Dienstag und Mittwoch (10. und 11. Oktober) wurde mit diesem imposanten Großbauprojekt eröffnet. Die Seminarleiter Professor Alexander Glock , Professor Matthias Bahr und Professor Martin Schubert (Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement der HBC) hatten die Züblin-Ingenieure Rolf Becker und Thomas Engelhardt für einen Vortrag über das anspruchsvolle Projekt gewinnen können: Unter dem Titel „Der Aufzugsturm Rottweil – Innovation und Tradition" präsentierten sie die Entstehung des Vorhabens von der Idee, über die Planung bis hin zum Bau.

Als besondere statische Herausforderung skizzierten die Ingenieure die Beanspruchung des Turmes etwa durch Wind. Denn der Entwurf der Architekten Werner Sobek und Helmuth Jahn sieht eine Verkleidung des Turmes mit 240 Quadratmeter großen textilen Membranen vor, insgesamt 17 Felder mit einer Gesamtfläche von 18.000 Quadratmetern. Auch für die Montage dieser Segel kam ein spezielles Verfahren zum Einsatz: Mit Hilfe eines Shuttles wurden die Membrane von oben nach unten angebracht; jeweils ein Segel wurde mit dem Aufzug am Aufzug beigebracht und von Fassadenkletterern montiert. Die Referenten beeindruckten ihre Zuhörer – über 150 Architekten und Ingenieure aus Deutschland, Österreich, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden – mit spektakulären Bildern und detaillierten Konstruktionszeichnungen.

Die zweitägige Tagung wartete direkt im Anschluss an das Bauprojekt „Aufzugsturm Rottweil" mit einem weiteren Großbauprojekt auf, in diesem Fall international aufgestellt: Thema war Afrikas größte Hängebrücke in Mosambik, die in einer besonderen Konstellation umgesetzt wird: dem deutschen Consultant Gauff Engineering Nürnberg und der chinesischen Baufirma CRBC (China Road & Bridge Corporation). „Wie funktioniert das?" stellten die Referenten Martin Pohl und Stefan Tavares Bollo die rhetorische Frage, um anschließend den anwesenden Bauingenieuren und Projektmanagern Einblicke in diese komplexe Aufgabenstellung zu geben.

„Schon mit den ersten beiden Vorträgen der Tagung haben wir wichtige und gleichermaßen spannende Aspekte der Disziplinen Bauingenieurwesen und Projektmanagement, die für große Vorhaben untrennbar zusammengehören, vorstellen können", zeigte sich Professor Alexander Glock zufrieden. Damit habe das Seminar Schaltung & Rüstung nicht nur Fachleuten, sondern auch den Studierenden der Hochschule Biberach wertvolle Einblicke geben könne, so der Dekan der Fakultät.

Am morgigen Mittwoch geht das Seminar mit Vorträgen beispielsweise zu Systemlösungen bei anspruchsvollen Schalaufgaben und Anwendungen von Leichtbeton sowie textile Schaltungen für Betonbauteile weiter.

Foto: Der Testturm Rottweil stand im Fokus der Eröffnung des 32. Seminars Schaltung & Rüstung der Akademie der Hochschule Biberach. Unser Bild zeigt Referent Thomas Engelhardt, Ed. Züblin AG/Foto: HBC

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