HBC.Artikel_Bauingenieurwesen_Summer School 2017

Sechswöchige Summer School an der Hochschule Biberach ermöglicht Bauingenieuren interkulturellen Austausch

International studieren: Diese wichtige Erfahrung können derzeit Studierende des Bauingenieurwesen an der Hochschule Biberach innerhalb einer Summer School machen. Für sechs Wochen sind Professoren und Studenten zweier Universitäten aus Californien zu Gast an der HBC. Prof. Bahr, Auslandsbeauftragter des Studienganges auf Biberacher Seite, konnte Kollegen von den California State Polytechnic Universities  Pomona und San Luis Obispo für sein Vorhaben gewinnen, angehende Bauingenieure aus Deutschland und den USA gemeinsam zu unterrichten.

Zum Thema Nachhaltigkeit hat Professor Bahr ein umfangreiches Lehrprogramm zusammengestellt: Vorlesungen wechseln sich mit studentischen Präsentationen und Exkursionen nach München und Zürich ab. Die amerikanischen Bauingenieur-Studenten werden an der HBC auch zwei Examen schreiben, eine Zwischen- sowie eine Abschlussprüfung. Die Biberacher erhalten ein Zertifikat für die Teilnahme. Inhaltlich geht es um den Einsatz von Materialien und Baustoffen, auch im Vergleich der beiden Staaten. In den USA setze man auf Holzbau, in Deutschland eher auf die Massivbauweise. Hier gäbe es interessante Unterschiede in den Methoden, erläutert Professor Bahr, und nennt beispielhaft Passivhaus- oder Green Building-Standards.

Die Studierenden sollen die verschiedenen Systeme kennenlernen und in Kleingruppen selbst vergleichen – auch vor dem Hintergrund von Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Unterrichtet werde sie innerhalb der Summer School von Biberacher und californischen Professoren – Unterrichtssprache: Englisch.

Seit zwei Wochen sind die amerikanischen Gäste in Biberach. Professor Bahr räumt ein, dass er anfangs skeptisch war, wie gut die deutschen und californischen Studierenden die Hürde der Unterschiedlichkeit nehmen. Zu seiner Begeisterung funktionierte das Miteinander von Anfang an: „Schon am ersten Abend waren die Studenten verabredet, ohne dass wir als Organisatoren uns darum gekümmert haben". Und auch die sprachlichen Barrieren sind nicht so hoch wie mancher gedacht hatte. Neben dem fachlichen Diskurs ist genau dieser interkulturelle Austausch der Sinn der Summer School, die Professor Bahr organisiert hat. Für ihn als Auslandsbeauftragter des Studienganges war es wichtig, den Biberacher Studenten neue Möglichkeiten für internationale Erfahrungen zu geben. Darauf gebracht hatte ihn Professor Alexander Glock, Dekan der Fakultät und wie Bahr international erfahren. Beide waren als Ingenieure weltweit im Einsatz und möchten diese „Erweiterung des Horizonts" ihren Studierenden anbieten.  

Dabei soll die Summer School eine tragende Rolle spielen: Der Gegenbesuch im kommenden Jahr ist angedacht. Künftig, so die Überlegung von Matthias Bahr, soll das Programm jährlich angeboten werden. Mit der sechswöchigen Summer School betrat Bahr an der Hochschule Biberach Neuland; zwar gibt es solche Programme bereits in anderen Studiengängen, doch nicht in diesem Umfang. Inwieweit das Angebot ausgebaut und möglicher Weise studiengangsübergreifend angeboten werden kann, wird man in der Nachbetrachtung entscheiden. Für die Studierenden jedenfalls ist es ein erstes Ausprobieren und im besten Fall der Anfang eines internationalen Schwerpunkt, den die Studierenden an der Hochschule Biberach zum Beispiel im Studienmodell Bachelor International legen können. Dabei entscheiden sie sich für ein zusätzliches Semester und gehen für insgesamt ein Jahr ins Ausland, um dort ein Studien- und ein Praxissemester zu absolvieren.

Und wie gefällt es den Gästen aus Californien in Oberschwaben? „Biberach ist einfach schön", sagt Professor Bahr, der selbst von Koblenz kommt und sich an der Hochschule wie in der Stadt sehr wohl fühlt. Die Professorenkollegen aus Pomona und San Luis Obispo würden die kurzen Wege genießen und hätten schon viele Kontakte zu den Ingenieurstudiengängen knüpfen können. Auf dem Programm, so Bahr, stehen selbstverständlich auch „social activities" – etwa eine Stadtführung und natürlich das Biberacher Schützenfest.
 

Foto: Prof. Matthias Bahr und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School 2017/Foto: HBC

zurück