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Werkstattkonzert des Hochschulorchesters: Crossover Sommernachtstraum

William Shakespeare und Felix Mendelssohn Bartholdy stehen im Mittelpunkt des Werkstattkonzerts des Orchesters der Hochschule Biberach (HBC) in diesem Sommersemester: Aufgeführt wird die Schauspielmusik zu der Komödie „Ein Sommernachtstraum", verbunden mit szenischen Lesungen von Studierenden und einem „Sommernachtstraum to go" von Michael Sommer, freier Autor und Dramaturg aus München und bekannt für sein unterhaltsam-verkürztes Spiel von klassischen Werken mithilfe von Playmobil-Figuren.

Unter der Gesamtleitung von Prof. Klaus K. Weigele, Leiter des Hochschulorchesters der HBC und Direktor der Landesmusikakademie Ochsenhausen, sowie Florian Stern, Schauspieler und Dozent aus Ulm, kommt der Sommernachtstraum in dieser als Crossover konzipierten Inszenierung zur Aufführung (Montag, 27. Mai, 19 Uhr, Aula, Campus Stadt). Im Vorfeld lädt die HBC zu einem Einführungsseminar ein (Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr, Aula, Campus Stadt), bei dem Klaus Weigele Medelssohns Bühnenmusik vorstellen („Elfenmusik und Rüpeltanz") und der bekannte Shakespeare-Übersetzer Frank Günther Einblicke in die Kunst der Shakespeare-Übersetzung gibt („Der Witz von Reimen und Versen" oder „Jeder Hengst kriegt seine Stute - alles Gute"). Auch wird an diesem Abend Michael Sommer in den Sommernachttraum einführen („Will Power Shakespeare, Ein Sommernachtstraum und die Popkultur").

Shakespeare und Mendelssohn, sie haben sich gesucht und gefunden, auch wenn einer der beiden Künstler davon nichts mehr mitbekommen hat. Dies gilt vor allem für den Sommernachtstraum, in dem der Renaissance-Dichter Shakespeare durch den Komponisten Mendelssohn in einen Romantiker verwandelt wird. Das Stück „Ein Sommernachtstraum" wird oft als märchenhafte Liebesgeschichte, die in einer bunten Seelenwelt spielt, verstanden. Dabei verschwindet aus dem Blickfeld, dass die scheinbar unbeschwerte Komödie die „Nachtseite" des menschlichen Bewusstseins auf die Bühne bringt und ein Spannungsfeld zwischen Bewusstem und Unbewusstem, Verstand und Gefühl, Natur und „höfischem Staat" ausgemessen wird.
 
 
Mit Mendelssohns Musik eroberte das Schauspiel schnell die Bühnen im deutschsprachigen Raum. Musik und Schauspiel verbanden sich zu einer untrennbaren Gesamtheit und verhalfen der – Mitte des 19. Jahrhunderts bereits aus der Mode gekommenen – Schauspielmusik zu einer neuen, wenn auch nur kurz andauernden Blüte.

Mendelssohn entwarf zwei Arten von Musik, die passgenau die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts abbildet: Während der „Hochzeitsmarsch" in seinem feierlichen Stil die Aristokratie darstellt, stehen der „Trauermarsch" oder der „Tanz der Rüpel" für die unbeholfenen, grobschlächtigen Handwerker, die das Volk verkörpern. Puck, der quirlige Waldgeist, die Feen, das Elfenkönigspaar Oberon und Titania, ein weiteres Liebespaar, die rüpelnden Handwerker – sie alle bekommen in „Ein Sommernachtstraum" ihre ganz eigene Farbe.

Das Orchester der Hochschule Biberach wird für das Werkstattkonzert unterstützt durch die Sopranistinnen Heidi Albinger-Seel und Barbara Mader, den Jugendchor VoiceLab (Einstudierung Klaus Brecht) sowie der Dramagruppe der HBC (Leitung Florian Stern). Die Aufführung ist öffentlich bei freiem Eintritt.
 
 
 

Foto: Illu: HBC

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