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Studenten organisieren Holzbau-Stammtisch: Branche bietet beeindruckende Berufsmöglichkeiten

Alle für den Holzbau: Absolventen und Studierende des Studienmodells „Holzbau Projektmanagement" der Hochschule Biberach (HBC) haben bereits zum vierten Mal zu einem Treffen für fachlichen Austausch eingeladen. Der „Holzbau-Stammtisch" richtet sich an alle Mitglieder des Biberacher Modells, das die HBC gemeinsam mit dem Biberacher Kompetenzzentrum Holzbau&Ausbau anbietet. Studierende aus allen Semestern, Meisterschüler, Unternehmer, Professoren und Lehrkräfte, Ingenieure, Ausbilder und  Handwerker, die im Ehrenamt die Prüfungsausschüsse unterstützen, kamen zu dem Stammtisch. Auch Vertreter von ProHolz BW, einer Initiative zur Förderung der Holzverwendung in Baden-Württemberg, sowie Holzbauinteressierte aus der Region nahmen an der Veranstaltung teil, „um sich auszutauschen und das hölzerne Netzwerk weiter zu stärken", sagt Fabian Kaufmann, einer der drei Organisatoren. Den Bachelor-Studiengang Projektmanagement hat der 27-Jährige aus Esslingen bereits abgeschlossen, ebenso eine Zimmerer-Ausbildung. Im Biberacher Modell hat er beides vereint und Ausbildung und Studium miteinander verzahnt. Dass das Thema Holzbau keineswegs „nur" hölzern sein muss, das habe der vierte Holzbau-Stammtisch gezeigt, „den rund 100 Holzwürmer für anregende Diskussionen nutzen", so Kaufmann.
 
In der bestuhlten Werkhalle des Kompetenzzentrums hatten Kaufmann und seine Kommilitonen – Maximilian Merk (22, Bad Wurzach) und Steffen Herman (27, Erlenmoos), die beide im Biberacher Modell studieren –  als Referent Dipl.-Ing. Ulrich Forster, Projektleiter bei BHM-Ingenieure in Feldkirch, gewinnen können. Forster ist Dozent der Hochschule Biberach und referierte an dem Abend über aktuelle und innovative Holz-Hybridbauweisen bzw. Holz-Beton-Verbundsysteme. Anhand dreier Projektbeispiele stellte er die beeindruckende technische Entwicklung und die Fortschritte dieser Baumethode dar. Bei Hybridbauweisen geht es darum, Baustoffe vorteilhaft miteinander zu kombinieren und entsprechend ihren Eigenschaften ideal zu nutzen. Für Holz-Beton-Verbunddecken beispielsweise wird Holz auf der zugbelasteten Seite des Bauteils eingesetzt, Beton auf der druckbeanspruchten Seite.
 
Für die sich daran anschließende Diskussion hatten die Biberacher Studenten neben Forster ihre Biberacher Professoren Martin Schubert (Studiendekan Projektmanagement), Jörg Schänzlin (wissenschaftlicher Leiter Institut für Holzbau) sowie Vertretungsprofessor Gerhard Lutz auf das Podium eingeladen. Der fachliche Diskurs, moderiert von Steffen Hermann, lieferte einige vertiefende technische Details „und viele weitere spannende Gedanken", zeigt sich Kaufmann zufrieden mit dem Verlauf. Es sei beachtlich, welche verschiedenen Themengebiete die Professoren in den Bereichen Holzbau und Projektmanagement bieten, so Hermann: „Von Erfahrungen aus dem Projektmanagement bei Holzbauprojekten über Details im Massivbau und Projektmanagement bis hin zu Einblicken in aktuelle Forschungsergebnisse im Holzbau entwickelte sich eine rege Diskussion". Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer – insbesondere die Studierenden des Biberacher Modells – noch wichtige Impulse für die berufliche Zukunft auf den Weg. „Die Professoren führten uns nochmals die beeindruckende Vielfalt unserer beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Holzbau auf", berichtet Maximilian Merk, der im 4. Semester des Biberacher Modells studiert und damit kurz vor seinem Praxissemester steht.
 
Über Aspekte des Vortrags und der Podiumsdiskussion, aber auch viele Fragen und Gedanken rund um Ausbildung, Studium und Berufswelt diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis spät in die Nacht bei Glühwein und Lebkuchen. Eben dieser Austausch quer durch alle Semester und gemeinsam mit den beteiligten Professoren, Dozenten und Ausbildern der Hochschule sowie des Kompetenzzentrums ist, was die Organisatoren Kaufmann, Hermann und Merk mit dem Holzbau-Stammtisch vor Augen hatten: „Wir wollen die Studierenden mit den Absolventen vernetzen und so das Biberacher Modell noch studierenswerter gestalten, beschreiben sie ihre Motivation.
 
Ihre Idee kommt an: Drei Mal im Jahr laden sie zu dem Stammtisch ein und die Teilnehmerzahlen steigen. Zuletzt stand das Thema Digitalisierung im Holzbau auf dem Programm. Was sie im Frühjahr anbieten wollen, darüber ist noch nicht entschieden. Im Moment freuen sich die drei über den Erfolg ihrer Veranstaltung und darüber, dass der Netzwerk-Gedanke weitergetragen wird. Der Hochschule sowie den Unterstützern beim Kompetenzzentrum Holzbau danken sie für ihre Hilfe, insbesondere Wolfgang Schafitel (verantwortlicher Fachbereichsleiter für den dualen Studiengang) und Markus Weitzmann (Leiter des Bildungszentrums), die die Türen des Kompetenzzentrums für den Stammtisch geöffnet haben.
 

Foto: Bildhinweis: Fast 100 Teilnehmer kamen zum 4. Holzbau-Stammtisch, den Studierende der Hochschule Biberach aus dem Bereich Holzbau Projektmanagement organisiert haben/Foto: privat

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