HBC.Artikel_Institut für Energie- und Gebaeudesysteme_Beirat Energieagentur

Energiewende benötigt neuen Schwung – Auflagen demotivieren Verbraucher

Wie gelingt die Energiewende und wie können Verbraucher – Bürger ebenso wie Unternehmen und Kommunen  – dafür neu sensibilisiert und motiviert werden? Diese Frage diskutierte der Beirat der Energieagentur Ravensburg/Biberach mit Vertretern der Hochschule Biberach. Dabei waren sich die Gesprächspartner einig: Es bedarf einiger Kraft, die Verbraucher wieder zu gewinnen und zu beteiligen. Das Problem: sich schnell ändernde Regulierungen und gesetzliche Rahmenbedingungen erhöhen die Risiken für Investoren, erschweren die Projektabwicklung und verunsichern Bürger, Unternehmen  und Kommunen gleichermaßen. Der Beirat hält es deshalb für erforderlich, der Politik hierzu konkrete Rückmeldungen zu geben und sprach sich für ein öffentliches politisches Forum aus, für das Vertreter der Landes- und Bundespolitik  gewonnen werden sollen.

Anlass des aktuellen Zusammenkommens der Beiratsmitglieder war die jährliche Beiratssitzung, die in diesem Jahr an der Hochschule Biberach stattfand. Die HBC hat ebenfalls einen Sitz im Beirat inne; Vertreter ist Professor Roland Koenigsdorff, Institut für Gebäude- und Energiesysteme.

Nach der Begrüßung durch Michael Bucher, Vorsitzender des Beirats sowie Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Ravensburg, zeigte der designierte Rektor der Hochschule Biberach, Professor André Bleicher, den Mitgliedern des Gremiums – Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und anderen Energieversorgern, der Immobilienwirtschaft sowie aus dem Handwerk – auf, welche künftige Entwicklung die HBC nehmen möchte: die einer systemrelevanten Bürgerhochschule, die den Kontakt zu den unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft sucht, Fragestellungen daraus aufgreift und beantwortet. Der Themenbereich Energie nehme dabei bereits eine wichtige Rolle in allen Handlungsfeldern – Studium, Weiterbildung, Forschung und Transfer – der Hochschule Biberach ein. Im gemeinsamen Innovations- und Technologietransferzentrum, das die HBC in Kooperation mit der Stadt Biberach, dem Landkreis sowie der IHK Ulm derzeit plane, werden solche Projekte in wechselseitigen Prozessen bearbeitet und befördert. Dafür, so Bleicher, wären Möglichkeiten der Zusammenarbeit wie der mit den Energieagenturen wichtige Bausteine. Dies gelte auch für den Hochschulverbund „InnoSÜD", für den sich die Hochschule Biberach mit den Hochschulen Neu-Ulm und Ulm sowie der Universität Ulm zusammengeschlossen hat. Auch in diesem Verbund soll der Wissens- und Technologietransfer gefördert werden mit dem Ziel, die Innovationskraft der Region zu stärken. Für den Hochschulverbund „InnoSÜD" haben die beteiligten Hochschulen einen Antrag bei dem Bund-Länder-Programm „Innovative Hochschule" gestellt – und 15 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bewilligt bekommen.

Konkrete Beispiele der bisherigen Zusammenarbeit sowie für künftige Anknüpfungspunkte stellte Professor Dr.-Ing. Koenigsdorff vor, dargestellt wurden Projekte aus Lehre und Forschung. Im Vorfeld der Beiratssitzung hatte er bereits interessierten Teilnehmern ein Realprojekt an der Polizeihochschule Biberach vorgestellt, einem virtuellen Stromspeicher, den das Forschungsinstitut für Gebäude- und Energiesysteme wissenschaftlich begleitet.
Einen Überblick über die Angebote der Energieagentur sowie die Schwerpunkte der Arbeit im vergangenen Jahr gab Michael Maucher, Mitglied der Geschäftsführung. Als einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt in den vergangenen Monaten nannte er die Motivation verschiedener Akteure zu steigern.

Maucher und Koenigsdorff sehen sich hier gleichermaßen in der Rolle der Aufklärer: So bieten sie verschiedene Fortbildungsveranstaltungen in Kooperation an; teilweise fungiert die Energieagentur Ravensburg als ideeller Träger dieser Qualifizierungsmöglichkeiten.
Und auch diesen Kontakt halten die Energie-Motivatoren: Michael Maucher ist Absolvent der Hochschule Biberach und ist seit 11 Jahren bei der Energieagentur Ravensburg tätig, mittlerweile als Prokurist. Über den engen Kontakt haben weitere Studenten für ihr Praktikum, die Abschlussarbeit oder auch als Absolventen die Energieagentur als Arbeitsgeber gewählt: Bisher aus den zwei Studiengängen  Gebäudeklimatik und Energiesysteme.  Inzwischen bietet die Hochschule Biberach dieses Angebot als einen Studiengang – Energie-Ingenieurwesen – mit den Vertiefungsrichtungen Gebäude- und Energiesysteme an.
 
 

Foto: Traten bei der Beiratssitzung der Energieagentur Ravensburg/Biberach auf: André Bleicher und Roland Koenigsdorff (beide Hochschule Biberach) sowie Michael Bucher (Kreishandwerkerschaft Ravensburg), und Michael Maucher (Energieagentur)/Foto: HBC

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