HBC.Artikel_Unterstützung in der Studieneingangsphase

Sanfter Einstieg ins Studium nimmt Unsicherheiten

Tausche Kinderzimmer gegen Studentenbude: Wie geht es Erstsemestern, die zum Monatsbeginn ihr Studium begonnen haben? Für viele der rund 2500 Studenten an der Hochschule Biberach (HBC) bedeutet dies ein Leben in einer neuen Stadt, alleine oder in einer Wohngemeinschaft, viele neue Gesichter und ganz andere Anforderungen als in der Schule oder in der Ausbildung. Eine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen hilft, den Studienstart zu meistern.

Das Programm „Unterstützung in der Studieneingangsphase" (USE) der Hochschule Biberach unter der Leitung von Professor Stefan Hofmann und Dr. Jennifer Blank bietet den Studienstartern schon vor dem offiziellen Semesterbeginn, Möglichkeiten sich besser einzuschätzen, wo es notwendig ist Förderangebote anzunehmen – und Hochschule und Stadt kennenzulernen. 150 Studentinnen und Studenten aus allen Studiengängen der HBC haben an diesem Programm teilgenommen. Mit Axel Häberle (Laichingen) und Maximilian Schell (Ulm) haben wir über ihren Einstieg an der HBC gesprochen. Beide sind sie für ihr Studium nach Biberach gezogen.

Axel Häberle hat bereits erste Erfahrungen mit dem Lebensabschnitt Studium; an einer anderen Hochschule hatte er zunächst ein Studium der BWL begonnen – aber bald gemerkt, dass dieses Fach nicht das richtige für ihn ist. An der HBC studiert er nun Industrielle Biotechnologie. „Mathe ist dafür wichtig", sagt er – und deshalb war es für ihn keine Frage, an dem sogenannten Mathe-Vorkurs teilzunehmen. Tatsächlich hat der Test zu Beginn des Kurses sehr konkrete Hinweise darauf gegeben, wo es bei Axel Häberle noch klemmt: „Logarithmen haben mir Schwierigkeiten gemacht", sagt er ganz selbstbewusst. Denn jetzt, nach dem Mathevorkurs hat er die Formeln drauf: „Üben hilft tatsächlich".

Maximilian Schell (auch er studiert Biotechnologie) wollte mit dem Förderprogramm die Lücke zwischen Schule und Studium – bei ihm ein knappes halbes Jahr – ausgleichen. „Ich war nicht schlecht in Mathe", sagt er – aber den Stoff aus der Oberstufe noch einmal aufzufrischen, das konnte nicht schaden. Er würde das Angebot jedem Erstsemester empfehlen, sagt Maximilian Schell und sieht neben der fachlichen Unterstützung auch den Vorteil des sanften Einstiegs. „Ich habe viele Leute aus allen Studiengängen kennengelernt und  Kommilitonen aus meinem Semester. Das nimmt einem die Unsicherheit", sagt er.

Diese Erfahrung kennt auch Katrin Zecherle. Die 20-Jährige studiert bereits im 4. Semester Bauingenieurwesen. Beim Mathevorkurs hat sie als studentische Hilfskraft eine Übungsgruppe betreut – und das bereits zum dritten Mal. Als sie vor zwei Jahren selbst an der HBC mit dem Studium begonnen hat, nahm auch sie an dem Förderprogramm teil. Noch heute ist sie mit den Studenten befreundet, die sie damals kennengelernt hat.

Aus den Kursen, die sie gemeinsam mit anderen älteren Studenten betreut, kennt sie die Ängste und Fragen der Erstsemester, denn im Mathevorkurs geht es nicht nur um Mathe: Wer sind meine Ansprechpartner, wo finde ich den richtigen Raum, welchen Taschenrechner darf ich einsetzen oder welche Hilfsmittel brauch ich dringend bereits zum Semesterstart? Die wichtigsten Fragen zu den Hochschul-Standorten beantworten die Vorkurs-Tutoren bei einer Campus-Führung; den neuen Wohnort Biberach lernen die Erstsemester bei einer Stadt-Führung kennen.

Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben dem USE-Programm auch im späteren Studienverlauf treu. Sie kommen, um ihre Mathekenntnisse weiter zu verbessern, wenn es eine besonders harte Mathe-Nuss zu knacken gilt, beispielsweise wenn das Studium fortgeschritten und das nächst höhere Level das Ziel ist. „Oder wenn jemand sich für eine Studienarbeit eine besonders komplexe Berechnung vorgenommen hat", nennt Sabrina Grimm ein weiteres Beispiel, eine der beiden Kursleiterinnen, die auch dem Zentrum für Mathematik der Hochschule Biberach angehören, in dem sich alle Mathematik-Lehrenden zusammengeschlossen haben. Ihre Kollegin Anna Stöcken hat die Erfahrung gemacht, dass Hilfe immer wieder angenommen wird, wenn sich einmal gezeigt, dass es etwas bringt. „Diese Studierenden können sich gut einschätzen und wissen, wann sie Unterstützung brauchen", sagt sie, „und vor allem: dass man unter Anleitung tatsächlich weiterkommt".

Foto: Bildhinweis: Mehr als Mathe: Bei den Vorkursen helfen ältere Semester jüngeren Kommilitonen bei allen Fragen rund um Studium und Hochschule. In diesem Fall spricht Katrin Zecherle mit Maximilian Schell und Axel Häberle (re) Übungsblätter durch /Foto: HBC

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