Exkursionsbericht

Am 11. August 2015 starteten 12 Studenten unterstützt von den Professoren  Prof. Veigele und Prof. Dr. Heckele zur Abschlussexkursion nach Alaska. Der Flug ging von Frankfurt über Nordgrönland und die kanadische Arktis nach Anchorage in Alaska. Am darauf folgenden Tag begann der Tag mit einer Führung durch den viertgrößten Frachtflughafen der Welt, der Ted-Stevens-Airport in Anchorage. Eine Besonderheit war die Führung über die Flugbetriebsflächen, welche teilweise im Bau waren. In allernächster Nähe konnten Großraumflugzeuge für die Fracht, beim Starten sowie beim Landen beobachtet werden.  Der zweite Teil der Führung bestand aus der Besichtigung der gesamten gebäudetechnischen Anlage des Flughafens.

Am Nachmittag stand der Besuch des städtischen Amts für Planung und Entwicklung der Stadt Anchorage auf dem Programm. Nach einem freundlichen Empfang durch die zuständigen Direktoren, bekamen wir mehrere Vorträge über die Stadtentwicklung, Stadtversorgung und über städtische Baustellen zu hören. Anschließend fuhren wir mit einem extra für uns organisierten Städtebus verschieden Straßen- und Kanalsanierungsbaustellen an, sowie eine im Bau sich befindende Renaturierung eines Bachlaufes innerhalb der Stadt mit einem Bauvolumen von 4 Mio. USD.

Am Abend dieses anspruchsvollen Tages, bestiegen wir den Flattop Mountain (1300m), genossen den Sonnenuntergang und die herrliche Aussicht auf Anchorage und den Cook Inlet.

Der zweite Tag führte uns über den asphaltierten Hatcher Pass, mit einem Stopp bei einer ehemaligen Goldmine, nach Talkeetna. In Talkeetna ließen wir uns die Chance nicht entgehen mit einem Flugzeug um den Mount „Mc Kinley", dem höchsten Berg Nordamerikas (6192m), zu fliegen, teilweise sogar mit einer zusätzlichen Gletscher Landung verbunden. Mittlerweile wurde der Name „Mc Kinley"  von Barack Obama in den ursprünglichen indianischen Namen Denali (= der Große) zurück geändert. Anschließend ging die Fahrt mit unserem Bus weiter Richtung Norden, das nächste Ziel hieß Healy am Rande des Denali- Nationalparks.

Diesen Nationalpark besichtigten wir mit einer ganztägigen Busfahrt durch die beeindruckende Alaska Range bis zum weit innenliegenden Wonder Lake (ca. 300km). Auf dieser Busfahrt konnten zahlreiche Wildtiere beobachtet werden, wie zum Beispiel Bären, Karibus, Dall-Schaafe, Rentiere und Moose.

Nach diesen faszinierenden Eindrücken ging die Fahrt am 16. August nach Fairbanks. Auf der Fahrt machten wir einen kleinen Zwischenstopp in Nenana, einem frühreren Eisenbahn- und Flussumschlagplatz mit heute nur noch 500 Einwohner. Zwei Stahlkonstruktionsbrücken unter anderem für die Alaska Railroad liesen an die vergangen Zeiten erinnern.
In Fairbanks angekommen stand die Besichtigung der weltberühmten Alaska-Pipeline auf der Tagesordnung. Die Pipeline erstreckt sich auf einer Länge von 1300m von Prudhoe-Bay am Eismeer bis zum eisfreien Hafen in Valdez in Südalaska. Der Bau der Pipeline mit der besonderen Konstruktion im Permafrostboden erfolgte in den Jahren von 1975-1977. Bis heute wurden 19 Millarden Barrel Öl, welches von Valdez mit Tankschiffen an die Westküste der USA gebracht wird durch das 1,22m Rohr transportiert.
Bei der Alaska-Pipeline handelt es sich um das größte privatfinanzierte Projekt der Welt mit 8 Mrd. USD.

Am darauf folgenden Tag besichtigten wir die University of Alaska in Fairbanks, mit Rundgang des dortigen Museums, mit seiner besonderen Architektur, welches im Jahre 2006 fertiggestellt wurde. Das beeindruckende Gebäude beherbergt eine sehr gute Ausstellung zur Geschichte Alaskas, eingehend auf die fünf Regionen von der Inselkette der Aleuten bis zum Eismeer und den Fjorden und Gletschern im Südosten des Landes. Außerdem wird detailliert die wirtschaftliche Entwicklung Alaskas dargestellt mit besonderen Augenmerk auf die Zeit vom Goldrausch bis zum Ölförderland Alaska. Die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, vor allem die Schifffahrt auf dem Yukon und Tanana-Fluss, sowie in einer Sonderausstellung der Bau der Alaska Railroad, wird in anschaulichen Bildern und Karten dargestellt.
Der Mittag stand im Zeichen des Pioneer Themenparks in, welchem das Leben im frühen Alaska im Maßstab 1:1 beispielhaft darstellt. Unteranderem konnte so ein aussortierter Raddampfer oder ein Waggon der Alaska Railroad von innen wie außen unter die Lupe genommen werde.
Nach kräftezehrenden Tagen wurde anschließend eine Fahrt zu den geothermalen Quellen am Chena River unternommen die  ungefähr 100km östlich von Fairbanks liegen. Im etwa 42Grad warmen und schwefelhaltigem Wasser konnte gebadet und Energie getankt werden für die nächsten Tage der Reise.
Tag sieben begann mit der Fahrt auf der Panamericana, der Hauptstraße der Welt, welche bis in 18.000km entfernte Feuerland führt. Wir fuhren auf ihr 160km bis zum Delta Junction, von dort nahmen wir den Richardson Highway ins von dort 430km entfernte Hafenstädtchen Valdez am Südende der Alaska Pipeline. Auf der Fahrt dorthin hatten wir ein ganz besonderes Highlight. Eine speziell für die Alaska Pipeline entworfene und sehr ansprechende Hängebrücke, über den 400m breiten und wasserreichen Tanana River. Die spektakuläre Seilkonstruktion bindet diese Brücke sehr gut in die örtlich gegebene Landschaft ein.

Der sehr gut ausgebaute Richardson Highway führt uns über den 1000 m hohen Isabell Pass über die Alaska Range und später über den 900 m hohen Thompson Pass über das Küstengebirge nach Valdez. Beeindruckend sind sowohl die waldreichen, menschenleeren Hochebenen, wie auch die Gletscherzungen des Küstengebirges, welche bis an die Straße heranreichen.

Am 19. August teilte sich die Gruppe  in Teil machte einen Ausflug mit dem Schiff in den Prince William Sound zum Meares Gletscher, der direkt ins Meer kalbt mit seinen gewaltig hohen Wänden. Vom Schiff aus Beobachtung zahlreicher Meeresbewohner, wie Wale, Lachsschwärme, Seelöwen und Robben. Ebenso wurden mehrere Seeadler gesichtet. Der andere Teil der Gruppe machte eine Wanderung zum Stausee des Solomon Gulch Wasserkraft Projektes, welcher 210m über dem Meer liegt und 40 Mrd m³ Volumen hat. Bei dem Damm handelt es sich um einen Steinschüttdamm mit Asphaltoberflächendichtung und aufgesetzter Staumauer von ca. 3m. Das Hochwasser wird über einen Wehrrücken abgeleitet.

Am folgenden Tag ging es morgens los auf eine dreistündige Fahrt mit der Autofähre „Fairweather" der Alaska Marine Highway Gesellschaft von Valdez nach Whittier (ca. 150km).
Anschließend fuhren wir mit unserem Bus vier Stunden von Whittier über die Kenai-Halbinsel zu ihrem südlichsten Punkt in Homer. Vom Highway aus hatte man eine herrliche Sicht über den Cook-Inlet zu den mächtigen aktiven Vulkanen Redoubt (3108m) und Iliamna (3000m), welche die höchsten Erhebungen der gebirgigen schneebedeckten und menschenleeren Alaska-Halbinsel sind. Weiter im Süden des Cook-Inlets wurde auch die Insel mit dem kegelförmigen Vulkan Augustine gesichtet.

In Homer stand ein Tag zur freien Verfügung, in der Stadt mit 5000 Einwohnern am Ende des Alaska Highway Netzes. Besonders beeindruckend die 4,5 km lange Halbinsel Spit mit dem Hafen und zahlreichen Restaurants sowie die vielen großen und gepflegten Häuser in Hanglagen.

Drei Gruppenmitglieder machten einen Nachmittagsausflug mit einer 40 Jahre alten einmotorigen Cessna nach Seldovia, einem abgelegen Dorf mit 280 Einwohnern, welches 1964 beim Erdbeben total zerstört wurde und vor dieser Zeit 5000 Einwohner hatte. Die Besonderheit dieses Dorfes ist die Stelzenbauweise zahlreicher Häuser in der Bucht, in der Gezeitenunterschiede von bis zu 8m möglich sind. Seldovia wurde als russische Pelzhandelsstation gegründet.

Der 22. August startete für manche spektakulär. Frühmorgens um 8.30h flogen sechs Gruppenmitglieder mit 2 einmotorigen Cessnas hoch zu den Vulkanen Redoubt und Iliamna bei herrlicher Sicht. Beide Vulkane wurden in allernächsten Nähe umflogen mit Blick in die noch rauchenden Spalten. Von dort aus ging es zur windigen und holprigen Landung auf dem Kiesstrand der Chinitna-Bucht. Vom Abstellplatz der beiden Flugzeuge wurde eine ca. einstündige Wanderung durch die bei Ebbe rückfließenden lehmig feuchten Ufer getätigt, um zu Plätzen zu gelangen, an welchen Braunbären beim Lachsfischen gesichtet werden können. Ca. 2 Stunden wurde ein Braunbär bis auf allernächste Nähe beobachtet unter Beachtung aller Anweisungen des Bärenführers (und Piloten). Danach ging es mit einem meisterlichen Start vom Kiesstrand zurück über den Cook-Inlet nach Homer, wo die restliche Gruppe schon startbereit für die vierstündige Fahrt nach Seward war.

Abends wurde dieser Bärentag in einer urigen Alaskabar mit Live-Musik lange gefeiert. Dazu kamen nachts zwischen 2 und 3 Uhr noch sehr spektakuläre Beobachtungen von grün leuchtenden Nordlichtern den Aurora Borialis.

Am nächsten Morgen starteten wir die Fahrt nach Seward in das dortige Sealife-Aquarium, welches einen guten Überblick der Artenvielfalt entlang der Küstenlinie von Alaska gibt. In großen Becken kann das Leben im und auf dem Meer durch Glasscheiben beobachtet werden. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Beringmeer zwischen Russland und Alaska gewidmet, welches an der engsten Stelle, der Beringstraße nur 85 km breit ist. Am Nachmittag ging es zum Exit Gletscher, welcher vom Harding Inlandeis der Kenai-Halbinsel herunterfließt. Besonders beeindruckend sind die Studien über den rapiden Rückgang des Gletschers, wobei der Rückgang der letzten 10 Jahre besonders stark war. Das Harding Inlandeis ist ein Überbleibsel des großen Eisschildes der Gesamtalaska vor 10.000 Jahren komplett bedeckt hatte. Dieses Inlandeis speist alle großen Gletscher der Kenai-Halbinsel.
Am dritten letzten Tag unserer Reise stand unteranderem die Fahrt von Seward nach Anchorage auf dem Tagesprogramm. Unterwegs machten wir einen Besuch im Alaska Wildlife Conservation Centers, wo u.a. Tiere, welche vom Aussterben bedroht sind bzw. waren, aufgezogen werden, um später wieder in freier Natur ausgesetzt zu werden. Ein gutes Beispiel ist der Waldbison, welcher bereits weitgehend ausgerottet war. Auch Moose, Bären und viele weitere Tiere konnten noch mal aus nächster Nähe beobachtet und fotografiert werden.
 
Auf der weiteren Fahrt machten wir noch Kurzbesichtigung des Alyeska Alpine Center bei Girdwood, welches das Hauptskigebiet von Anchorage ist und mit Großgondelbahn sowie Sesselliften ausgestattet ist. An unseren letzten Abend feierten wir einen gemütlichen Abschluss der Exkursion mit Abendessen und fröhlichem Beisammensein. Schließlich war der letzte Tag der Exkursion schon erreicht nach der Reinigung und Rückgabe des Mietwagens, machten wir uns bereit für den Rückflug um 16.35 Uhr über die kanadische Arktis und Mittelgrönland nach Frankfurt. Die dortige Ankunft am 26. August war um 12.10 Uhr. Der Flug war ein kompletter Tagesflug, da die untergehende Sonne den Horizont nur tangierte und sofort wieder aufstieg. Anschließend Weiterreise mit dem Zug nach Biberach.

Danksagung
Während der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion wurde von vielen Seiten Unterstützung gewährt, sei es als Geldspende, in Form erklärender Worte bei Führungen oder durch persönlichen Einsatz bei der Vorbereitung sowie der Beschaffung von Zugangsmöglichkeiten.
 
Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Exkursionsbegleitern Herrn Prof. Dipl.-Ing. Hartmut Veigele und Herrn Prof. Dr.-Ing. Albrecht Heckele, sowie bei den Unternehmen, welche uns finanziell unterstützt haben.

Sponsoren
  • CPM GmbH, Sindelfingen
  • Georg Reisch Gmbh  CO. KG, Bad Saulgau
  • Hochtief PPP Solutions GmbH, Essen
  • PST Spezialtiefbau Süd GmbH, Augsburg
  • Züblin AG, Stuttgart
  • Hochtief do Brasil, Sao Paulo
  • Gottlob Rommel GmbH  CO. KG, Stuttgart
  • Ingenieurgesellschaft der Bauwerkserhaltung mbH, Bad Waldsee