Mikromobilitätsmesse Hannover

Wie kann der Verkehrsraum in der Zukunft besser genutzt werden? Welche Fortbewegungsmittel gibt es in der nahen Zukunft? Und wie verändert sich die Art der Mobilität anhand kommender Innovationen und Ideen?
Fragen wie diese wurden bei der „Micromobility Expo" im Mai in Hannover gestellt – und teilweise auch beantwortet. Bei einem Lokaltermin verschafften sich Studierende des Studiengangs Bau-Projektmanagement der Hochschule Biberach (HBC) einen Überblick über das Thema Mikromobilität. Die sieben Studierenden des siebten Semesters Infrastruktur haben die Messe im Zuge Ihrer Projektarbeit besucht und Einblicke in kommende Trends der Elektromobilität gesammelt. Neben dem Testen und Begutachten verschiedener sogenannten „PLEV's" (Personal Light Electric Vehicles) konnten auch Fachgespräche geführt werden, die sowohl die Vorteile der neuen elektrischen Mobilität darstellten als auch die kritischen Aspekte beleuchteten.
In den Diskussionsrunden, welche sowohl von Herstellern als auch Zuschauern geführt wurden, zeigten sich Potentiale als auch Schwachstellen der neuen Mikromobilitätswelle. Ziele, wie den innerstädtischen Verkehr zu mindern, standen den Problemen der Sicherheit gegenüber und konnten durch Einwürfe des Publikums ausgiebig diskutiert werden.
Der Bedarf und Wunsch nach einer Entwicklung der Mobilität zeigen sich durch verschiedene Aspekte wie beispielsweise Parkplatzmangel, innerstädtische Staus und Smog in Großstädten. Dies sind teils direkte, teils indirekte Folgen des Autoverkehrs. Eine Änderung des bisherigen scheint unausweichlich. Die Etablierung der PLEV's könnte dabei ein Schritt in die richtige Richtung sein. Der Gedanke der Mikromobilität behandelt die ,,Last Mile", also die letzten ein bis drei Kilometer bis zum Arbeitsplatz/Schule/Einkaufsgelegenheit. Ziel ist es, beispielsweise mit dem Zug zum Bahnhof zu fahren, sein PLEV zu starten und mit diesem den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen. Ein Großteil des Verkehrs wird somit auf ein Kleinstelektrofahrzeug verlagert.
Den starken Wandel der PLEV's und die Messe Hannover beschreibt Prof. Schäfer (HBC) wie folgt:

„es ist unheimlich spannend, zu erleben, wie schnell sich eine ganz neue Verkehrsart der Elektrokleinstfahrzeuge entwickelt. Wir können gespannt sein, was in der Zukunft noch kommt. Wir nehmen sehr viele Anregungen von der Messe mit nach Hause, die uns für unsere Projektarbeit und für das Mobilitätskonzept der Hochschule weiterhelfen."

Auf der von den Studenten eigenständig organisierten Exkursion wurden auch Hersteller angefragt, um neue PLEV's zu Testzwecken zu akquirieren. Diese werden für die Projektarbeit getestet und letztlich am P-Tag 2019 vorgestellt. Es soll für den Biberacher Campus untersucht werden, welche PLEV's Potential haben und bei welchen Fahrzeugen es sich lohnen könnte, diese für die HBC anzuschaffen.
Die Chance, die Stadt Hannover zu erkunden, wurde am Abend ausgiebig genutzt. Herr Prof. Schäfer übernahm dabei die Führung, um den Studenten seinen ehemaligen Studienort zu zeigen. Prof. Schäfer hat dort an der Leibniz Universität Bauingenieurswesen studiert und war anschließend Assistent am Lehrstuhl für Verkehrswesen. In den Jahren von 1997 bis 2007 war die Stadt Hannover seine Wahlheimat – dadurch konnte er den Studenten verschiedene Sehenswürdigkeiten zeigen und ihnen die Stadtgeschichte nahebringen.
 
Die Projektarbeit der Studenten des siebten Semesters Infra behandelt die neu aufkommenden PLEV's, welche eine Alternative zu „klassischen" Fortbewegungsmitteln wie dem Fahrrad bilden können und damit für die zukünftige Frage nach der Mobilität eine große Rolle spielen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden am P-Tag am 26.06.2019 vorgestellt. Die ungeklärten Fragen sollen dort beantwortet werden, um die Studenten der HBC auf die Zukunft der Mobilität vorzubereiten.

Text: Schober-Knitz
Bilder: P7-Infra


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