Exkursion ÖPP-Verfügbarkeitsprojekt A6

Im Rahmen der Vorlesungsreihe ÖPP-Modelle haben am 22. Mai 2019 rund 25 Studierende der Masterstudiengänge Projektmanagement / Bauingenieurwesen und Engineering Management bereits früh am Morgen den Weg nach Heilbronn angetreten, um dort die Autobahnbaustelle A6 zu besichtigen. Bei der Ankunft um 10:00 Uhr wurden die Studierenden im Besucherzentrum durch Herrn Alexander Hofmann begrüßt, welcher die Gesellschafterinteressen von Hochtief PPP Solutions GmbH bei diesem Projekt vertritt. Nach dem Empfang wurde den Studierenden zunächst die Agenda der Exkursion vorgestellt, welche sich insgesamt in zwei Teile untergliederte: zum einen in die Vorstellung des Projektes sowie einer Präsentation über die Projektfinanzierung von ÖPP-Projekten, zum anderen in eine Baustellenbesichtigung.

Nach einer kurzen Einführung in das Projekt, in welcher Herr Alexander Hofmann vor allem auf die Besonderheit einer Brücke im Bestand, die 1,3 Kilometer lange Neckartalbrücke, eingegangen ist, wurde das Wort an Herrn Simon Dony, Geschäftsführer der ViA6West GmbH & Co. KG, übergeben. Dieser stellte zunächst erst einmal das Projekt, „Verfügbarkeitsmodell BAB A6 AS Wiesloch/Rauenberg – AK Weinsberg", den Studierenden in seinen Grundzügen vor, damit diese sich ein Bild von dem Projektinhalt und -umfang machen konnten.

Bei dem Projekt handelt es sich um den sechsstreifigen Ausbau eines Teilabschnittes der Bundesautobahn A6. Dieser beinhaltet neben dem Bau der Autobahnstrecke von 25,4 Kilometern auch den Neubau von 80 Bauwerken – darunter auch die Neckartalbrücke – sowie die Erhaltung und den Betrieb der Bundesautobahn A6 auf einer Länge von insgesamt 47,2 Kilometern über eine Laufzeit von 30 Jahren. Das Projekt wird über eine Projektgesellschaft ViA6West, an der Hochtief PPP Solutions GmbH, DIF Infrastructure IV und die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG die Geschäftsanteile halten, im Rahmen eines Verfügbarkeitsmodelles ausgeführt. Der Auftraggeber ist dabei die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Land Baden-Württemberg, dieses wiederum vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart.

Als besonders anspruchsvoll stellte Herr Simon Dony in seinem Vortrag den Bau unter laufendem Betrieb vor, vor allem im Bereich der Neckartalbrücke. Diese wird abgestimmt auf die vorliegende Örtlichkeit mittels zwei verschiedenen Bauverfahren hergestellt. Das 511 Meter lange Teilstück über den Neckar und der Verbindungsstraße nach Neckarwestheim sowie der Eisenbahnstrecke wird als Stahlverbundbrücke mit Hilfe des Taktschiebeverfahrens hergestellt. Bei der Begehung der bestehenden Brücke in Fahrtrichtung Nürnberg, wurde den Studierenden insbesondere der Abbau von Teilstücken der Brücke über Litzenheber und besondere, aus Frankreich bestellte Pontons erklärt. Zudem wurden auf die Dimensionen des größten Querverschubes der längsten Autobahnbrücke Baden-Württembergs, der im Jahr 2022 stattfinden soll, hingewiesen.

An den Vortrag durch Herrn Simon Dony hat sich ein weiterer Vortrag, dieses Mal über die Grundzüge der Projektfinanzierung, von Herrn Thanos Babanikas und Herrn Vincent Mansour angeschlossen. Dabei wurde zum einen auf die Beratung der ViA6West durch die Bank UniCredit eingegangen, inwiefern und mit wem die Projektgesellschaft die Finanzierung der 1,3 Milliarden Euro des Projektes stämmen kann, zum anderen die European Investment Bank, bei welcher die ViA6West für das Projekt einen Kredit erhalten hat, vorgestellt. Darin wurde detailliert erklärt, dass die Finanzierung für den sechsspurigen Ausbau sowie den Erhalt und Betrieb der Autobahnstrecke mit allen beinhalteten Bauwerken bis in das Jahr 2046 über das Eigenkapital der drei Partner des Bieterkonsortiums sowie dem Fremdkapital mehrerer internationalen Banken, dem Kredit der bereits erwähnten Europäischen Investment Bank und einer Anschubfinanzierung von 320 Millionen Euro seitens der Bundesrepublik realisiert wird. Im Vortrag wurde vor allem auf die Wichtigkeit einer finanziellen Strukturierung des Projektes mit der Aufnahme aller möglichen Risiken eingegangen und verdeutlicht. Zu jedem Vortrag konnten die Studierenden aufkommende Fragen stellen, welche von allen Vortragenden sowie Herrn Alexander Hofmann ausführlich beantwortet wurden.

Durch die Exkursion konnte nicht nur das Wissen im PPP-Bereich weiter vertieft werden, sondern auch eine sehr beeindruckende Brückenbaustelle besichtigt werden, wofür sich die Studierenden der Masterstudiengänge Projektmanagement / Bauingenieurwesen und Engineering Management ganz herzlich bei der ViA6West GmbH & Co. KG, durch welche die Exkursion ermöglicht wurde, Herrn Alexander Hofmann, welcher die Exkursion organisiert hat, sowie den Herren Simon Dony, Thanos Babanikas, Vincent Mansour und Michael Endres, welche die interessanten Vorträge und die Begehung ausgeführt haben, bedanken möchte.

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