Wann waren Sie zuletzt im Deutschen Museum? Die meisten Menschen antworten auf diese Frage wohl eher zögerlich und verweisen ausweichend auf die Schulzeit. Nicht aber Prof. Dr.-Ing. Michael Haibel. Mehrere Jahre hat er in München gelebt und stattet seither dem größten Technikmuseum der Welt mehrmals im Jahr einen Besuch ab. Und nicht nur das: Für seine Studierenden des Studiengangs Energie-Ingenieurwesen der Hochschule Biberach (HBC) gibt er sogar regelmäßig Führungen. 

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Bereits seit einem Vierteljahrhundert prägt Prof. Haibel die HBC mit seinem unermüdlichen Engagement und seiner ansteckenden Begeisterung für die Technik. Als einer der ersten Professoren des Studiengangs Gebäudeklimatik, der heute als Energie-Ingenieurwesen und Energie- und Gebäudesysteme bekannt ist, unterrichtet er seit 25 Jahren Lüftungs- und Klimatechnik, Thermodynamik und Baubiologie. Seine Lehrtätigkeit zeichnet sich durch eine besondere Leidenschaft aus, die seine Studierenden immer wieder aufs Neue begeistert.

"Ich sehe mich als Erklärbär, der lehrt, unterstützt und zu dem die Studierenden jederzeit kommen können – und sie kommen!", freut sich Prof. Haibel. Sein offenes Ohr und seine Unterstützung werden von den Studierenden sehr geschätzt und machen ihn zu einer bekannten und beliebten Figur auf dem Campus.

Ein besonderer Höhepunkt seiner Lehrtätigkeit ist das Wahlfach „Geschichte der Technik“, das er für Studierende des 3. bis 7. Semesters anbietet. Hier bringt er die Theorie zum Leben, indem er seine Studierenden am Ende jedes Semesters zu einem Besuch im Deutschen Museum in München einlädt – seinem Lieblingsmuseum, das er schon seit seiner Kindheit schätzt.

"Willkommen in meinem deutschen Museum", begrüßt er seine Gruppe von rund 20 Studierenden, bevor er sie mit seiner euphorischen und ansteckenden Art durch die Ausstellungen führt. Besonders das Bergwerk und das Planetarium haben es ihm angetan, und früher kam er jedes Jahr mit seiner Tochter zum „Sterne gucken“ hierher. Heute ist er Mitglied im Verein der Freunde des Deutschen Museums.

Mann erklärt etwas im Deutschen Museum
Mann erklärt etwas im Deutschen Museum

Prof. Haibel möchte mit den angehenden Energie-Ingenieur*innen raus aus der Theorie und dem Vorlesungssaal. Seine Neugierde kennt keine Grenzen – sei es Technik, Biologie, Geologie oder Soziologie. "Wie haben die Leute damals ein Problem gelöst? Wie hat man etwas zu essen bekommen? Wie konnte man einen Hirsch jagen? Wieso fliegt ein Flugzeug? Wie funktioniert eine Gemeinschaft?" – Diese Fragen treiben ihn an und er liebt es, seine Erkenntnisse weiterzugeben. „Die waren damals nicht doof. Sie haben mit ihren Mitteln Unglaubliches geleistet. Hatten Mut und sind ins Risiko gegangen“, erklärt er begeistert. 

Die Führung durch die Luft- und Raumfahrt und den Bereich Energie und Motoren ist nicht nur informativ, sondern auch inspirierend und lehrreich. Denn in der Luft- und Raumfahrt spielen Energieeffizienz und Thermodynamik eine zentrale Rolle, da die Anforderungen an die Antriebssysteme extrem hoch sind. Flugzeuge und Raumfahrzeuge müssen mit minimalem Energieaufwand maximale Leistung erbringen. Diese Prinzipien finden sich auch im Energie-Ingenieurwesen wieder, wo die Optimierung von Energiesystemen und die Entwicklung effizienter Technologien im Vordergrund stehen. Durch die Ausstellung zur Luft- und Raumfahrt erlangen die Studierenden ein tieferes Verständnis für die praktischen Anwendungen und Herausforderungen der Energieeffizienz. 

Und auch die Ausstellung zu Energie und Motoren, die Prof. Haibel seinen Studierenden zeigt, bietet den angehenden Ingenieur*innen wertvolle Einblicke. Wie haben sich Motoren im Laufe der Jahre entwickelt? Hier werden die Prinzipien der Energieumwandlung und -nutzung anschaulich dargestellt, die grundlegende Konzepte des Studiums an der HBC sind. Von der Verbrennungstechnik über die verschiedenen Motorenarten bis hin zu modernen, nachhaltigen Energiequellen – die Ausstellung deckt ein breites Spektrum ab, das für das Verständnis und die Weiterentwicklung von Energiesystemen essentiell ist. 

„Durch die Kombination von theoretischen Grundlagen und praktischen Beispielen aus den Ausstellungen im Deutschen Museum können die Studierenden des Studiengangs Energie-Ingenieurwesen ein umfassenderes und anwendungsorientiertes Wissen erlangen“, erklärt Prof. Haibel. Diese praxisnahen Einblicke sind nicht nur motivierend, sondern auch entscheidend für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik. Das kommt bei den Studierenden gut an – sie hören aufmerksam zu und stellen viele Fragen. „Ich finde es mega cool und interessant und es macht die Einblicke der Vorlesung greifbar“, sagt Luisa Hartnagel, Studentin im 4. Semester. Auch ihrem Kommilitone Philipp Darius Ebner, Student im 6. Semester, gefällt der Blick hinter die Kulissen: „Die Exkursion ist super. Prof. Haibel liefert viele Infos drumherum

„Nicht nur nach Lehrbüchern zu unterrichten“, das ist die Devise von Prof. Haibel. Durch seine praxisnahen Ansätze schafft er es auf jeden Fall, die angehenden Energie-Ingenieur*innen zu begeistern und zu motivieren. Seine Neugierde und sein Enthusiasmus prägen die Lehre und machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil der Hochschule Biberach. Seine Methoden zeigen, dass die Kombination aus Theorie und praktischen Erfahrungen im Studiengang Energie-Ingenieurwesen nicht nur das Verständnis vertieft, sondern auch die Grundlage für zukunftsweisende, technische Innovationen legt.

Mann im Museum
Mann im Museum