Eine interdisziplinäre Projektgruppe der Hochschule Biberach (HBC) hat ein Konzept für einen emissionsfreien Campus erstellt und wurde dafür im Dezember 2019 bei einem Ideenwettbewerb von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann in der Kategorie „Hochschulen im ländlichen Raum“ ausgezeichnet und erhält Fördergelder von über 150 000 € für die weitere Umsetzung. Das Konzept der HBC verbindet die Themenbereiche Mobilität, Wohnen und Campus.

Stadtregionale Perspektiven werden ebenso beleuchtet wie die Perspektive auf den Lern- und Wohnort Biberach. Und: „Die Idee folgt einem verhaltensorientierten Ansatz. Denn nur wer die Bedürfnisse der Nutzer kennt und ernst nimmt, kann sie gezielt adressieren und ihr Verhalten nachhaltig verändern“, so André Bleicher, Rektor der Hochschule und Mitglied der inter- und transdisziplinären Projektgruppe, der die Professoren Ute Meyer und Felix Schürmann (Architektur), Verena Rath (Energiewirtschaft), Alexander Floß (Energie-Ingenieurwesen) und Florian Schäfer (Bau-Projektmanagement) angehören sowie MitarbeiterInnen und Studierende dieser Studiengänge.

Aus einer Analyse über die Lebensstile der Hochschulmitglieder werden Angebote für eine nachhaltige Mobilität, aber auch für den idealen Campus geschaffen. Dabei erstrecken sich die Überlegungen in die Spezifika der Region hinein. So entsteht ein Mix aus Maßnahmen – angefangen von der hochschuleigenen E-Roller-Flotte bis hin zu Mitfahrbänken entlang der Hauptkorridore außerhalb der Stadt oder dem Ausbau studentischen Wohnens direkt am Campus. Begleitet werden die interstrukturellen Maßnahmen durch eine zielgruppenspezifische Ansprache der Nutzer. Ein wichtiger Aspekt des Biberacher Konzeptes ist zudem die Übertragbarkeit auf andere Systeme: Dafür betrachten die Autoren den Campus als „Stadt im Kleinen“. Dies ermöglicht u.a. den Transfer für Konzepte zum Umbau der Mobilität im ländlichen Raum. Für das Vorhaben benötigt die Hochschule Partner, etwa die Stadt, das Studierendenwerk oder auch das Netzwerk der Alumni.

Ziel des Ideenwettbewerbs war es darüber hinaus, Mobilitätskonzepte zum festen Bestandteil der Hochschulen werden zu lassen. Dabei wird eine systematische Erfassung der lokalen Mobilitätsbedürfnisse und auch der vorhandenen Infrastruktur vorausgesetzt. Das Biberacher Konzept erfüllte diese Anforderung u.a. mit einer umfangreichen Befragung aller Hochschulmitglieder, unterstützt durch das Heidelberger SINUS Institut. Auf den gewonnenen Erkenntnissen wird die weitere Ausarbeitung des Konzeptes aufbauen.

 

Bildhinweis: Die Sieger des Ideenwettbewerbs „Mobilitätskonzepte für einen emissionsfreien Campus/ Foto: MWK BW/Jan Potente