Wie lässt sich Strom effizienter nutzen und das Energiesystem fit für die Zukunft machen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Institut für Gebäude und Energiesysteme (IGE) der Hochschule Biberach im Forschungsprojekt PISA. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft arbeitet das Institut daran, intelligente Strommesssysteme künftig auch für große Unternehmen und Industrieanlagen nutzbar zu machen.
Intelligente Messsysteme für Industrie und Gewerbe
Intelligente Messsysteme, auch Smart Meter genannt, erfassen Stromverbrauch und Stromerzeugung und übertragen Energiedaten sicher. Während die Technik bei Haushalten bereits eingeführt wird, müssen künftig auch große Unternehmen und leistungsstarke Erzeugungsanlagen stärker in die digitale Energieinfrastruktur eingebunden werden. Bis Ende 2032 sollen nach den gesetzlichen Vorgaben 95 Prozent dieser Anlagen und Verbrauchsstellen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein.
Hier setzt PISA („Performance in SMGW-Applications“) an. Ziel ist es, bestehende Messtechnik für große Stromverbraucher und Erzeugungsanlagen mit moderner digitaler Kommunikation zu verbinden. Dafür werden ein spezieller Stromzähler, ein Smart Meter Gateway zur sicheren Datenübertragung und eine Steuerungseinheit zu einem intelligenten Messsystem zusammengeführt.
Forschung, die in der Praxis ankommt
Während das Unternehmen EMH metering die technische Lösung entwickelt, untersucht das IGE, welche Anforderungen das neue System erfüllen muss. Dabei berücksichtigt das Forschungsteam unter anderem die Bedürfnisse von Stromnetzbetreibern, Messstellenbetreibern und Unternehmen sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Aus den Analysen werden konkrete Anforderungen für die technische Entwicklung abgeleitet.
Eine Besonderheit: Die neue Technik wird an der Hochschule Biberach unter realen Betriebsbedingungen erprobt. Dafür stehen am Campus Stadt und am Campus Aspach Feldtestumgebungen mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern zur Verfügung. An den beiden Standorten werden dabei unterschiedliche technische Anbindungsvarianten – unter anderem über LMN und CLS – erprobt. So lässt sich untersuchen, wie sich die neue Messtechnik zuverlässig in bestehende Systeme integrieren lässt.
Am Projekt beteiligt sind außerdem das Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der TU Dortmund sowie die assoziierten Partner Netze BW und ÜZ Mainfranken.
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt läuft bis Februar 2027. Mit seiner Forschung leistet das IGE einen Beitrag dazu, Industrie und Gewerbe für die digitale Energieversorgung der Zukunft fit zu machen.