Sie haben sich nach Ihrem Masterabschluss für eine Promotion entschieden. Was motiviert sie? Durch KI befinden wir uns aktuell in einer der größten Transformationen der Arbeitswelt und genau diese möchte ich mit meiner Forschung aktiv mitgestalten. Dabei widme ich mich strategischen und technischen Fragestellungen, die Unternehmen heute tatsächlich umtreiben: Wie lässt sich KI operativ einsetzen, um Effizienzgewinne in Prozessen zu realisieren? Und, als Lehrstuhl für Capital Market Communication naheliegend, wie sollte die C-Suite, also die oberste Führungsebene, die KI-Transformation intern wie extern kommunizieren, um Mitarbeitende und Stakeholder wirksam einzubinden?

Wie soll es anschließend weitergehen – wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Mittelfristig werde ich meine Beratungs- und Dozententätigkeit nebenberuflich weiter ausbauen. Beide Tätigkeiten bedienen die Bereiche Finanzen, Immobilien und KI – mit Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen. Mein Ziel ist es, effiziente und zeitgemäße Lösungen zu vermitteln und zu implementieren.

Sie haben im Bachelor- wie Master-Studium einen Schwerpunkt auf die Bau und Immobilienwirtschaft gelegt. Wollen Sie beruflich in dieser Branche bleiben? Durch meine Arbeit in der Unternehmensberatung hat sich mein Fokus in den vergangenen Jahren auf weitere Sektoren ausgeweitet, vom Mittelstand bis hin zu börsennotierten Konzernen. Die Immobilienwirtschaft bleibt für mich jedoch ein Feld, in dem ich mich besonders zuhause fühle und erhebliches Veränderungspotenzial sehe. Gewachsene Strukturen und Prozesse müssen mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie arbeiten bereits selbst als Dozent und Gastwissenschaftler. Welche Erfahrungen machen Sie? An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Akademie der Immobilienwirtschaft (ADI) halte ich Vorlesungen zu Financial Modeling in der Immobilienbewertung sowie zur Kapitalmarkttheorie. Ziel ist es, praxisorientierte Excel-Fähigkeiten mit der finanzmathematischen Logik der Immobilienbewertung zu verknüpfen und die Studierenden so für die Beurteilung von Transaktionen und Investitionen zu rüsten. Als Gastwissenschaftler an der Technischen Universität München (TUM) habe ich am Standort Heilbronn intensiv zu meinen KI-Themen geforscht. Das exzellente Umfeld der TUM in Heilbronn, einem wachsenden Hotspot für KI in Deutschland, bietet dafür optimale Bedingungen. 

 

Absolvent Wirtschaftsrecht (Bau und Immobilien)
Absolvent Wirtschaftsrecht (Bau und Immobilien)

Nochmals zurück zu Ihrem Abschluss Master of Laws Wirtschaftsrecht Bau und Immobilien. Was war ihr Etappenziel damals? Neben meiner damaligen Tätigkeit bei PwC in der Abteilung Valuations & Financial Modeling für Real Assets wollte ich mein rechtliches Wissen weiter ausbauen, da ich im Berufsalltag bereits hinreichend mit wirtschaftlichen Themen eingebunden war. Das Studium hilft, rechtliche Vorgänge einschätzen zu können – und zu wissen, wann vertiefte fachliche Expertise zum Beispiel von einem Fachanwalt notwendig ist.

War das Masterstudium Wirtschaftsrecht (Bau und Immobilien) eine gute Vorbereitung auf Ihre Promotion? Absolut, denn durch ein herausforderndes Masterarbeitsthema im Bereich Machine Learning mit Rechtsbezug sowie die kompetente Betreuung durch meinen Professor wurde meine Freude am wissenschaftlichen Arbeiten geweckt und damit der Grundstein für den nächsten beruflichen wie akademischen Schritt gelegt.

Gibt es Kompetenzen, die Sie durch das Studium entwickelt haben, von denen Sie nun profitieren? Die strukturierte Problemlösungskompetenz durch Argumentationsketten, die in rechtlichen bzw. theoretischen Grundlagen fundiert und auf den spezifischen Anwendungsfall übertragen werden. Diese Kompetenz ist elementar, um Ergebnisse im Berufsalltag oder auch in der wissenschaftlichen Arbeit nachvollziehbar darzulegen.

 

Das berufsbegleitende Master-Studium der HBC ist als Blended-Learning-Format, also als Mischung aus kompakten Präsenzveranstaltungen, begleitenden E-Learning-Einheiten und Selbstlernphasen konzipiert. Was lernt man dabei über das eigene Arbeits- und Lernverhalten? In den Veranstaltungen werden konkrete rechtliche Fälle simuliert, die mit dem zuvor vermittelten Wissen zu bearbeiten und zu lösen sind. Dabei lernt man zugleich das eigene Arbeits- und Lernverhalten besser kennen: Liegen einem eher Gruppenprojekte, konzentrierte Einzelarbeit oder die anwendungsorientierte Projektarbeit? Ich selbst bin eher der Typ Projektarbeit, dabei gefällt mir sowohl die Arbeit als Gruppe, in der verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten aufeinandertreffen als auch das konzentrierte Arbeiten alleine.

Studieren on the Job klingt für viele herausfordernd. Wie lassen sich Karriereplanung und Privatleben gut vereinbaren? Persönlich habe ich den Master wie ein Projekt behandelt und entsprechend in mein berufliches Zeitmanagement integriert. Kleinere Aufgaben lassen sich dabei nachmittags erledigen, für den echten Denksport bleibt der ein oder andere Samstag jedoch nicht aus.

 

Wie haben Sie die Betreuung und den Kontakt zu den Dozierenden und Mitstudierenden an der HBC erlebt? Der Kontakt zu den Mitstudierenden wurde durch gemeinsame Projekte, fachlichen Austausch und gesellige Abende nach den Vorlesungswochen gestärkt. Die Dozierenden stehen für Fragen sowohl während der Vorlesung als auch darüber hinaus zur Verfügung, wodurch lebendige Diskussionen aus dem jeweiligen Berufsalltag entstehen.

Was raten Sie Ihren Studierenden, wenn Sie Fragen zur Karriereplanung haben? Ich bin ein großer Befürworter davon, Menschen um ihre Erfahrungen zu bitten, die bereits dort stehen, wo man selbst hinmöchte. LinkedIn ist dafür das ideale Netzwerk, ich rate dazu, aktiv Kontakt aufzunehmen und ins Gespräch zu kommen. Die Offenheit ist erfahrungsgemäß sehr hoch. Als ich selbst vor der Entscheidung stand, bin ich genauso vorgegangen und konnte meine Studienwahl dadurch festigten.

Kontakt
Bild Lena Harsch

Lena Harsch

Studiengangsmanagement Data-Driven Biotechnology
+49 (0) 7351 582-381
ddbt@hochschule-bc.de
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Weitere Informationen Master of Laws Wirtschaftsrecht (Bau und Immobilien)

Der berufsbegleitende Studiengang Wirtschaftsrecht (Bau und Immobilien) bietet eine fundierte Ausbildung in betriebswirtschaftlichen und juristischen Kompetenzen. Durch die Spezialisierung auf den Bereich Bau und Immobilien erlangen die Teilnehmenden zudem spezifisches Branchenwissen. Der Studiengang folgt dem Blended-Learning-Konzept, das eine Mischung aus kompakten Präsenzveranstaltungen, begleitenden E-Learning-Einheiten und Selbstlernphasen bietet. Diese vielfältige Kombination ermöglicht ein flexibles Studium, das weitgehend zeit- und ortsunabhängig ist. Bewerbungen sind bis 15. Juli möglich.