Als Gründungsdekan der damals neuen Fakultät Biotechnologie kam Prof. Dr. Jürgen Hannemann 2005 an die Hochschule Biberach. Mehr als 20 Jahre lang blieb er seiner neuen Arbeitsstätte verbunden, 12 Jahre lang engagierte er sich als Dekan, später als Studiendekan und natürlich immer als Professor für Biotechnologische Produktionsverfahren.
Der berufliche Neustart war für den gebürtigen Hamburger, der seiner Geburtsstadt meist treu geblieben war, mit einem Ortswechsel verbunden: vom hohen Norden zog er mit seiner Familie in den tiefen Süden Deutschlands und fand in Ulm eine neue Heimat. Nun wurde Jürgen Hannemann von Rektor Prof. Dr.-Ing. Matthias Bahr in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
„Wir danken Prof. Hannemann für die Aufbauarbeit, die er geleistet hat. Diese war und ist bis heute von bedeutender strategischer Entscheidung für die Hochschule Biberach. Mit der Gründung der Fakultät Biotechnologie hat sich die damalige Bau-Hochschule zu einer Lehr- und Forschungsinstitution u.a. für Biotechnologie entwickelt. Später folgte die räumliche Erweiterung um den Campus Aspach“, so Bahr und wünschte dem Kollegen alles Gute für die Zukunft.
Den Wechsel in den Süden und den Ruf an die HBC hat Jürgen Hannemann nie bereut, wie er erzählt. Ausgestattet mit der praktischen Erfahrung als u.a. Geschäftsführer eines mittelständischen pharmazeutischen Unternehmens brachte er Erfahrung und Spezialwissen ein – „mit Biberach und der HBC verbinde ich einfach eine prima Zeit.“
Getragen wird diese Erinnerung sicherlich u.a. von dem großen Erfolg, den der damals völlig neue Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie einfahren konnte. „Dies gelang auch aufgrund der guten Aufnahme unserer Absolvent*innen in die pharmazeutischen Unternehmen der Region“, so Hannemann, beispielhaft nennt er Boehringer Ingelheim, Rentschler, Teva und Vetter.
Inzwischen umfasst das Studienangebot der Fakultät einen weiteren Bachelor-Studiengang (Medizinische Biotechnologie), einen Master-Studiengang (Pharmaceutical Bioengineering) sowie zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge (Biopharmazeutisch-Medizintechnische Wissenschaften sowie neu; Data-Driven Biotechnology).
Mit Biberach und der HBC verbinde ich einfach eine prima Zeit!
Ob für die Etablierung neuer Studiengänge, für Vorträge auf Bildungsmessen oder für die Beantragung des kooperativen Promotionskollegs, gerade auf organisatorischer Ebene gab es für Jürgen Hannemann immer viel zu tun. Die Leidenschaft zu seiner eigentlichen Profession, der Biotechnologie, blieb dabei nie auf der Strecke. Wichtig war dem Lehrenden, dass seine Studierenden die in der Vorlesung gelernte Theorie in den Biotech-Laboren der Fakultät auch praktisch umsetzen konnten. „Das hilft zu verstehen und ist spätestens mit dem Schritt ins Berufsleben unabdingbar,“ so der Professor.
Auch Dekan Prof. Dr. Oliver Peters-Hädicke ging bei der Feier in der Fakultät zur Verabschiedung von Jürgen Hannemann auf die Aufbauarbeit ein, die sein Kollege in den Anfängen leistete. „Du hast Strukturen gelegt, von denen wir noch heute profitieren“, sagte er und dankte Hannemann für seine Beharrlichkeit und Überzeugungskraft. Zum Abschied überreichte die gesamte Fakultät ein Fotoalbum, das die vergangenen 20 Jahre skizziert – von der Grundsteinlegung über die Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen der Fakultät sowie die Erweiterung des Campus Aspach um ein zweites Gebäude. Das Album beinhaltet zudem viele Erinnerung an Highlights wie Exkursionen oder Wegbegleiter in Lehre, Forschung oder dem Netzwerk der Fakultät. Zu jenem zählen nach wie vor viele Unternehmen und Labore in der Region sowie zahlreiche internationale Partnerhochschulen.
In seinem nun anstehenden Lebensabschnitt im Anschluss an ein ereignisreiches Berufsleben, möchte Jürgen Hannemann seine frisch gewonnene Freizeit insbesondere für Familie, Reisen und den heimischen Garten nutzen. Mittelfristig sei zudem eine, noch genauer zu definierende, ehrenamtliche Tätigkeit vorstellbar.