Mit dem neuen Masterstudiengang Pharmaceutical Bioengineering erweitert die Hochschule Biberach ihr Studienangebot im Bereich der angewandten Biotechnologie. Der Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen natur- und ingenieurwissenschaftlicher Fächer, die sich gezielt für eine Karriere in der biopharmazeutischen Industrie oder in der Forschung qualifizieren möchten. Studienstart ist das Wintersemester 2026/27, Bewerbungen sind ab Mitte Mai und bis 15. Juli möglich. Studiendekanin Prof. Dr. Sybille Ebert erklärt im Interview, was das Studium besonders macht.
Frau Prof. Dr. Ebert, was zeichnet den neuen Masterstudiengang besonders aus?
Der neue Masterstudiengang ermöglicht unseren Absolventinnen und Absolventen eine sehr zielgerichtete Ausbildung – entweder für die biopharmazeutische Industrie oder für die Wissenschaft. Damit schaffen wir die Grundlage sowohl für den direkten Berufseinstieg als auch für eine mögliche wissenschaftliche Karriere. Gleichzeitig reiht sich der Master Pharmaceutical Bioengineering nahtlos in das bestehende Studienangebot der Hochschule Biberach ein und stellt eine konsequente Weiterentwicklung der Bachelorprogramme dar. Insbesondere für unsere Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Pharmazeutische Biotechnologie oder Medizinische Biotechnologie bietet er eine ideale fachliche Vertiefung und eröffnet neue Spezialisierungsmöglichkeiten.
Warum ist ein Studiengang an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft und Technik so wichtig?
Für die Industrie ist es entscheidend, Fachkräfte zu haben, die beides verstehen: die biologischen Hintergründe und die technischen Prozesse. Nur so können Verfahren entwickelt werden, die die erforderliche Qualität für biopharmazeutische Produkte sicherstellen.
Von welchen Produkten sprechen wir konkret?
Im Fokus stehen biopharmazeutische Wirkstoffe. Das können beispielsweise Proteine wie monoklonale Antikörper oder Wachstumsfaktoren, Impfstoffe, therapeutischeViren oder sogar ganze Zellen sein.
Welche Kompetenzen erwerben Studierende im Studium?
Die Studierenden lernen, biopharmazeutische Produkte herzustellen und die zugehörigen Prozesse zu bewerten – insbesondere im Hinblick auf Qualität und regulatorische Anforderungen. Sie entwickeln ein fundiertes Verständnis für biotechnologische Prozesse und dafür, was es bedeutet, ein Arzneimittel zur Zulassung zu bringen.
Welche Rolle spielt dabei die Forschung an der Hochschule Biberach?
Die enge Anbindung an die Forschung ist ein großer Vorteil. Studierende können in Forschungsgruppen mitarbeiten, ihre wissenschaftliche Projektarbeit dort durchführen und so früh Einblicke in die Forschungspraxis gewinnen. Auch eine Promotion an der Hochschule ist möglich. Das hilft vielen, ihren weiteren Weg – Industrie oder Wissenschaft – klarer zu definieren.
Wie bereitet das Studium konkret auf die spätere Arbeit vor?
Das Studium vermittelt sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Erfahrungen. Im Labor, in Praktika und in der wissenschaftlichen Projektarbeit lernen die Studierenden, eigenständig und verantwortungsvoll zu arbeiten. Gleichzeitig wird ein umfassendes Verständnis dafür entwickelt, wie ein Medikament entsteht und den Weg bis auf den Markt findet.
Spielt auch das Thema Digitalisierung eine Rolle?
Ja, auf jeden Fall. Themen wie Data Science, Modellierung und Datenanalyse werden zunehmend wichtiger und sind deshalb Bestandteil des Studiengangs. Die Studierenden erhalten Einblicke, wie datengetriebene Methoden in der Biotechnologie eingesetzt werden.
Welche Voraussetzungen sollten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen?
Voraussetzung ist ein Bachelorabschluss, idealerweise mit 210 Leistungspunkten. Bewerbungen mit 180 Leistungspunkten sind ebenfalls möglich – in diesem Fall wird ein individuelles Ergänzungssemester festgelegt, um fehlende Inhalte nachzuholen.
Welche beruflichen Perspektiven eröffnet der Master?
Absolventinnen und Absolventen können in der biopharmazeutischen Industrie arbeiten, etwa in der Entwicklung oder Produktion von Wirkstoffen. Gleichzeitig bietet der Studiengang die Möglichkeit, eine Promotion anzuschließen und eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.
Ist es möglich, neben dem Studium zu arbeiten?
Grundsätzlich ja. Viele Studierende arbeiten nebenbei, etwa in Teilzeit. Das lässt sich in der Regel gut mit dem Studium vereinbaren, insbesondere wenn Arbeitszeiten und Vorlesungsplan aufeinander abgestimmt sind.
Mit dem Master Pharmaceutical Bioengineering setzt die Hochschule Biberach einen klaren Fokus auf ein zukunftsweisendes Feld zwischen Biologie, Technik und Digitalisierung – und bereitet ihre Studierenden gezielt auf die Anforderungen einer dynamisch wachsenden Branche vor.
Das Interview führte Camilla Frei