Was kostet ein Produkt? Wie bleibt ein Unternehmen zahlungsfähig? Und wie lässt sich erkennen, ob ein Geschäftsmodell langfristig trägt? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich Betriebswirt*innen – und mit der Aufgabe, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und daraus fundierte Entscheidungen abzuleiten.
Mit umfassenden Erfahrungen aus Industrie, Hochschullehre und Forschung verstärkt seit 1. Oktober Prof. Dr. Markus Federau die Fakultät Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Biberach (HBC), die den Experten für das Lehrgebiet Kostenrechnung und Controlling berufen hat. Federau bringt eine umfassende Expertise in den Bereichen Controlling, Finanzen und Unternehmenssteuerung mit.
Der BWL-Studiengang an der HBC mit den Vertiefungsrichtungen Unternehmensführung, International Management, Bau- und Immobilien sowie Energiewirtschaft vermittelt, wie Unternehmen wirtschaftlich arbeiten und gesteuert werden: von der Kostenrechnung und Bilanzierung bis zu Unternehmensführung, Controlling und Operations Management. Studierende lernen, Zahlen einzuordnen, betriebliche Abläufe zu verstehen und Entscheidungen für die Praxis vorzubereiten.
Markus Federau bringt dafür Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der finanziellen Unternehmenssteuerung mit, insbesondere aus der Automobilindustrie. Er war unter anderem bei der Porsche Automobil Holding SE und ZF Friedrichshafen AG tätig, wo er zuletzt die Konzernfinanzierung leitete. Zu seinen beruflichen Erfahrungen zählen neben Finanzierung und Controlling auch externes Rechnungswesen sowie Investor Relations. Seine Promotion verfasste Federau zum Thema Umweltleistung und finanzwirtschaftlicher Erfolg. Er verfügt über ein Diplom der Universität Augsburg sowie einen MBA der University of Dayton, USA. Vor seinem Wechsel an die Fakultät BWL der HBC lehrte er mehr als fünf Jahre an der Fachhochschule Vorarlberg.
„Studierende brauchen ein solides betriebswirtschaftliches Fundament, um Zusammenhänge zu erkennen – auch dann, wenn digitale Werkzeuge und KI schnell Antworten liefern“, beschreibt Markus Federau seine Perspektive auf Studium und Lehre. Genauso wichtig sei es, „die Ergebnisse einordnen, begründen und in die Praxis übertragen zu können“.
In der Lehre möchte Prof. Federau fachliche Grundlagen eng mit konkreten Anwendungsfällen verbinden. Fallstudien, Planspiele und der verantwortungsvolle Einsatz digitaler Werkzeuge sollen dazu beitragen, wirtschaftliche Fragestellungen praxisnah zu bearbeiten. Dabei geht es ihm auch darum, Studierende zum eigenständigen Weiterlernen zu befähigen: „Das Studium soll ein Rüstzeug für das weitere Berufsleben bieten, wobei das lebenslange Lernen fester Bestandteil einer erfolgreichen Biografie bleiben sollte.“
In seiner Forschung beschäftigt sich Federau insbesondere mit Fragen der finanziellen Unternehmenssteuerung sowie den Schnittstellen von Controlling, Finanzierung und Liquidität. Diese Arbeiten möchte er an der Hochschule Biberach fortführen und dabei auch den interdisziplinären Austausch stärken. Anknüpfungspunkte sieht er außerdem bei Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Gute Erfahrungen hat er auch in gemeinsamen Projekten und wissenschaftlichen Publikationen mit Studierenden gemacht. Darüber hinaus möchte er die Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten und Instituten suchen, denn betriebswirtschaftliche Fragen würden sich in vielen Disziplinen stellen – etwa, wenn es darum geht, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, Wertschöpfung zu verstehen oder eine Gründung zu finanzieren und zu steuern.
„Ich freue mich sehr auf meine Lehr- und Forschungstätigkeit an der Hochschule Biberach und darauf, gemeinsam mit den Studierenden und Lehrenden an praxisnahen und fachübergreifenden Themen zu arbeiten“, betont Prof. Dr. Markus Federau.