10 Millionen Euro erhält die Hochschule Biberach (HBC) aus dem Programm „Schnellbau-Initiative“ des Landes-Baden-Württemberg. Das Kabinett hat in dieser Woche (7. Juli) die Verteilung des Sondervermögens beschlossen und damit einen Infrastrukturbooster für den Hochschulbau auf den Weg gebracht. 

Ministerpräsident Cem Özdemir und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (beide Bündnis 90/Die Grünen) stellten das Programm vor: „Unsere vielfältige Hochschullandschaft ist ein Schatz“,  sagte Özdemir im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates. Das Land stelle sich seiner Verantwortung und setzte bundesweit Standards im Hochschulbau. Olschowski ergänzte: „Attraktive Forschungs- und Lehrumgebungen sind die Voraussetzung für wissenschaftliche Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit. 

Das ZbH ermöglicht es uns, Lehre, Forschung, Transfer und Weiterbildung im Baubereich noch zukunftsfähiger zu gestalten"

Prof. Dr.-Ing. Matthias Bahr, Rektor der Hochschule Biberach

„Der Zuschlag des Landes kommt zur rechten Zeit, denn in den Standort der Hochschule Biberach fließen bis 2031 insgesamt ca. 50 Millionen Euro, weitere Investitionen für den Campus Zukunft Biberach sind geplant“, so der Rektor der HBC, Prof. Dr.-Ing. Matthias Bahr. Das ZbH sei Teil dieser Weiterentwicklung und werde es der Hochschule ermöglichen, Lehre, Forschung, Transfer und Weiterbildung im Baubereich noch zukunftsfähiger zu gestalten.

Das Zentrum für bioökonomische HYBRID-Bauweisen soll einen konkreten Beitrag zur Transformation der Bauwirtschaft leisten, indem unterschiedliche Materialien mit neuartigen biogenen Stoffen verbunden und getestet werden. Dafür wird das ZbH mit Groß- und Spezialgeräten ausgestattet, die neueste Prüfverfahren im 1:1-Maßstab ermöglichen. „Wir werden damit in der Lage sein, neue Technologien für Hybrid-Bauweisen zu entwickeln“, so Bahr. Im Mittelpunkt stünde der Transfer – sowohl in die Lehre als auch in die Betriebe und Unternehmen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Holzbau, schon heute ein Schwerpunkt der Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement, die eng mit dem Zimmerer-Ausbildungszentrum (ZAZ) kooperiert. Diese traditionelle Bauweise verbindet die Hochschule Biberach mit modernsten Herangehensweisen z.B. in der  Digitalisierung, so könne künftig schneller und kostengünstiger gebaut werden, erklärt Bahr den Ansatz. Gemeinsam mit dem ZAZ bilde die HBC den Holzbau-Standort in Baden-Württemberg, der nun noch mehr Relevanz und Strahlkraft erhalte.

Campus Zukunft Biberach Olschowski
Zentrum für bioökonomische HYBRID-Bauweisen ZbH

Und auch in den Kooperationspartner investiert das Land: Das Bildungszentrum Holzbau erhält aktuell rund 700 000 Euro für die überbetrieblichen Berufsausbildungslehrgänge, um die Ausbildungsqualität für regionale Handwerksbetriebe auf modernstem technischem Niveau zu sichern. Außerdem fließen kontinuierlich Mittel in Gebäude und Ausstattung, was das Land Baden-Württemberg ebenfalls mit mehreren Millionen fördert. Markus Weitzmann, Gesamtleitung des Bildungszentrums Holzbau sagt: „Wir setzen auf den Holzbau-Standort Biberach und eine enge Vernetzung: In Kooperation mit den verschiedenen Lernorten und Betrieben entwickeln wir uns mit hoher Geschwindigkeit weiter.“

Landrat Mario Glaser begrüßt die große Investition in den Bildungsstandort Biberach ebenfalls: „Die Entscheidung der Landesregierung ist ein starkes Bekenntnis zu unserem Landkreis. Das Zentrum für bioökonomische HYBRID-Bauweisen wird nicht nur Forschung und Lehre voranbringen, sondern auch entscheidende Impulse für unsere heimische Wirtschaft, insbesondere das Bau- und Handwerksgewerbe, liefern. Wir als Landkreis sind froh, dass der Hochschul- und Bildungsstandort von der „Schnellbau-Initiative“ des Landes profitiert und zusammen mit dem anstehenden Sanierungsprogramm für die Zukunft gestärkt wird.“

Auch die Stadt Biberach freut sich mit der Hochschule. Oberbürgermeister Norbert Zeidler sagt:  „Die zugesagten Mittel sind auch ein „Booster“ für den Standort, der sich in den letzten Jahren zu einer starken Innovationsregion rund um das Thema Bauen entwickelt hat. Hier findet ein reger und fruchtbarer Austausch zwischen Wissenschaft, Ausbildung und Betrieben statt – eine Entwicklung, die wir seitens der Stadt Biberach gerne auch weiterhin inhaltlich und finanziell unterstützen.“

 „Damit wird Biberach zu einem Bildungsstandort, insbesondere im Bereich des Holzbaus, der seinesgleichen sucht“, fasst Hochschul-Rektor Bahr die Reaktionen zusammen. Was die Hochschule Biberach angeht, stünden weitere Vorhaben an, die den Campus Zukunft Biberach ergänzen sollen, „etwa eine Roboterstraße für die Automatisierung im Holzbau und die Forschung bezogen auf den Einsatz humanoider Roboter“, skizziert Bahr die Vision.

„Wir haben 2015 begonnen unseren Standort neu zu denken und haben ihn konsequent weiterentwickelt“, ergänzt Thomas Schwäble, Kanzler der Hochschule Biberach. Mit dem Pilotprojekt für den klimaneutralen Campus – Campus Zukunft Biberach – würde der daraus entstandene Masterplan nun Gestalt annehmen. „Das umfangreiche Sanierungsprojekt „ehemalige Dollinger Realschule“ startet im Sommersemester 2027 – bis 2031 werden wir einer der modernsten Standorte in Baden-Württemberg sein“, so Schwäble. Das ZbH sei dafür ein wichtiger Baustein, weitere würden folgen und  „ein Ökosystem für die Region entstehen“.

 

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