Mit dem Kurs „AI-READY“ bietet die Hochschule Biberach (HBC) im Rahmen des Studium Generale ein interdisziplinäres Lehrangebot an, an dem sich Studierende aller Fakultäten beteiligen können. Der Kurs wird mit Unterstützung des Instituts für Bildungstransfer (IBiT) durchgeführt und richtet sich ausdrücklich an alle Bachelor- und Mastersemester, die sich mit den Potenzialen Künstlicher Intelligenz für Praxisanwendungen auseinandersetzen möchten. Verantwortlich für das Lehrangebot ist Prof. Dr. Vinzenz Krause, Transformationsexperte der Fakultät BWL. 

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Im gerade abgeschlossenen Kurs haben die Studierenden konkrete Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) für das Handwerk entwickelt dabei unterschiedliche fachliche Hintergründe mit einem gemeinsamen Fokus auf digitale Transformation verbunden. Ergänzt wurde die Lehrveranstaltung durch Keynotes von Unternehmensvertretern, unter anderem von KPMG sowie der Academy for Exponential Change. In den Keynotes ging es unter anderem um den Einsatz von KI im Bereich Immobilienbewertung sowie um Chancen & Risiken von KI aus der ethischen Perspektive. Auch wurde das Projekt „Smartchain“ vorgestellt – ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Logo Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Der Fokus auf das Handwerk kommt nicht von ungefähr, erläutert Vinzenz Krause: Rund eine Million Betriebe mit über fünf Millionen Beschäftigten tragen etwa 10 bis 12 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, rund 25 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland werden im Handwerk qualifiziert. Gleichzeitig steht die Branche vor großen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigender Kostendruck und zunehmender Projektkomplexität. „KI bietet hierfür erhebliches Potenzial, etwa bei der Automatisierung von Routinetätigkeiten“, so der Experte.

In insgesamt vier Projektgruppen haben die Studierenden im Sommersemester KI-Potenziale für konkrete Gewerke analysiert und erste Lösungen entwickelt, teilweise bereits als funktionsfähige Chatbots und Agenten. Die interdisziplinären Projektteams haben sich dabei mit den Gewerken Fliesenleger, Zimmerei, Maurer und Gerüstbauer beschäftigt und sind im Rahmen ihrer Analysen mit Unternehmensvertretern aus der Region ins Gespräch gekommen. Unter anderem wurden sie vom Biberacher Bildungszentrum Holzbau zu Gesprächen eingeladen, dem Ausbildungszentrum für das Zimmererhandwerk in Baden-Württemberg. „Die Einladung steht für das große Interesse der Praxis an KI-Unterstützung im Handwerk. Gerne nehmen wir den Faden weiterhin auf und werden unsere Ergebnisse auch mit Unternehmensvertretern diskutieren“, so Krause. 

AI Ready
AI Ready

Ein zentrales Ergebnis, das sich aus allen Arbeiten herauskristallisiert hat: KI ersetzt nicht die handwerkliche Tätigkeit, sondern unterstützt gezielt in administrativen Prozessen, bei der Angebotserstellung und in der Kundenkommunikation. So können Produktivität und Effizienz gesteigert werden, ohne den Kern der handwerklichen Tätigkeit zu verändern. 

„Wir wollen zeigen, dass KI nicht nur ein Thema für große Konzerne ist“, sagt Prof. Dr. Vinzenz Krause, „gerade kleine und mittlere Betriebe im Handwerk können von intelligenten, praxistauglichen Lösungen profitieren“.

Die entstandenen Ergebnisse sollen in einem weiteren KI-Kurs in konkrete mögliche Geschäftsmodelle überführt werden, um kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe in der Region langfristig bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen.