Betriebswirtschaft studieren und gleichzeitig lernen, wie man ein eigenes Unternehmen aufbaut: An der Hochschule Biberach (HBC) gehören diese beiden Aspekte eng zusammen. Im BWL-Studium werden Studierende gezielt an unternehmerisches Denken herangeführt, während die Gründerinitiative der Hochschule Gründungsinteressierte auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit alle Studierenden an der HBC unterstützt. Ein zentraler Baustein in diesem Zusammenspiel ist das Design Thinking Labor, in dem mit einer wissenschaftlich fundierten Kreativmethode gearbeitet und Künstliche Intelligenz gezielt eingesetzt wird.
Wie praxisnah und gründungsorientiert das BWL-Studium an der HBC dadurch wird, zeigte ein aktuelles Pitch-Event der Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Unternehmensführung und Energiewirtschaft: Studierende präsentierten Geschäftsmodelle, die sich an realen Märkten orientieren und Themen wie Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt stellen. Im Zentrum stand dabei ein Team, das eine Idee für die Beauty-Industrie entwickelte und damit eindrucksvoll demonstrierte, wie nutzerorientiert und marktnah die angehenden Betriebswirtinnen und Betriebswirte an der HBC arbeiten.
Besonders überzeugen konnte die Siegergruppe mit ihrer Innovation „Beauty Bee“. Die Studierenden Angelina Ripple, Sophie Koch, Victoria Volkov und Vivien Stamm nahmen in ihrem Pitch zunächst eine schonungslose Analyse gängiger Make-up-Schwämme („Beauty Blender“) vor – mit einem klaren Ergebnis: Selbst gereinigt sind diese häufig wahre Brutstätten für Bakterien und Pilze. Die Lösung des Teams für dieses Problem: ein neuartiger Make-up-Schwamm, der hygienischer ist, gleichzeitig Müll reduziert und den Verbrauch von wertvollen Kosmetikprodukten senkt. Ein Konzept mit großem Marktpotenzial in der Beauty-Industrie, wie die Studierenden in ihrem Businessplan und Pitch eindrucksvoll darlegten.
Foto: (v.l.) Vivien Stamm, Victoria Volkov und Angelina Ripple wollen ihre Idee eines Tages bei der Höhle der Löwen vorstellen.
Ideengeberin und Kopf des Siegerteams, Angelina Ripple, ist entsprechend ambitioniert:
„Ziel ist es damit in die TV-Show „Höhle der Löwen“ zu gehen und Judith Williams als unangefochtene Beauty Queen für unser Start-Up zu gewinnen“.
Die Biberacher Jury hat die Gruppe mit ihrer Präsentation auf Anhieb überzeugt. Die Jury – Anke Schöffmann vom Chancenkapital der Kreissparkasse Biberach, Michael Reichert, Leiter des Start-up Centers der IHK Ulm, Prof. Dr. Christof Gipperich und Marcel Moser von der Gründerinitiative der HBC – war sich in ihrer Einschätzung schnell einig, dass diese Idee Potenzial hat. „Ein stärkeres Signal für ihr Vorhaben hätten sich die Studentinnen kaum wünschen können“, so Dekan Prof. Dr. Jochen Weilepp, gleichzeitig steht der erfolgreiche Pitch für das gelungene Zusammenspiel von innovativer Lehre mit interdisziplinären Angeboten.
Entwickelt wurden die Geschäftsideen im Rahmen eines Design-Thinking-Prozesses im Design Thinking Labor der Hochschule Biberach unter der Leitung von Prof. Dr. Henrike Mattheis und Dr. Isabell Osann. Dort arbeiten Studierende mit wissenschaftlichen Methode, um Nutzerbedürfnisse systematisch zu verstehen, Lösungen zu entwickeln und Geschäftsmodelle zu schärfen – unterstützt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Inhaltlich standen Zukunftsthemen wie Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft im Fokus. „So wird der Unternehmergeist im BWL-Studium früh gefördert und zugleich eng an die Angebote der Gründerinitiative und der sogenannten Innovations-Meile – einem breiten Angebot von Räumen, Infrastruktur und Beratung – angebunden, damit aus Ideen auch tatsächlich Gründungen entstehen können“, beschriebt Henrike Mattheis den Ansatz, die auch die Didaktikbeauftragte der HBC ist.
Neben der „Beauty Bee“ zeigten weitere Teams, wie vielfältig sich Entrepreneurship an der HBC gestaltet. Vorgestellt wurden u.a. ein Verleihmodell für Fußballschuhe, ein Abo-Modell für Kinderfahrräder sowie ein Mietkonzept für Xbox-Konsolen. „Alle Gruppen bewiesen unternehmerisches Denken, Kreativität und Präsentationsstärke auf hohem Niveau und machten deutlich, dass die BWL an der HBC wichtige Impulse für die Gründungskultur der Hochschule liefert“, so Dekan Weilepp. Als betreuende Professor fasste er die Veranstaltung mit einem Augenzwinkern zusammen: „Die BWL in Biberach ist vor allem für ihre Expertise in Bau, Immobilien und Energiewirtschaft bekannt – aber wir können auch Beauty Industry.“