„Die Kooperation mit der Iceland School of Energy ist für uns und unsere Studierenden ein riesiger Gewinn – sie ermöglicht es, unterschiedliche Energiesysteme zu verstehen und voneinander zu lernen.“

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Lernen im internationalen Klassenzimmer

Der Kurs „Financing of Energy Projects“ brachte Studierende aus aller Welt zusammen: Neben Teilnehmenden aus Deutschland waren auch Studierende aus Island, den USA, Kenia, Indonesien sowie aus Frankreich, Spanien und Italien vertreten.

Diese internationale Vielfalt prägte die Lernatmosphäre entscheidend. Unterschiedliche Perspektiven auf Energiesysteme, Finanzierungsansätze und regulatorische Rahmenbedingungen führten zu intensiven Diskussionen und machten deutlich, wie global die Energiewende gedacht werden muss.

Yannik Prinz, Masterstudent an der HBC, erlebte diese Vielfalt als besondere Stärke des Kurses. „Mich hat beeindruckt, dass alle aus eigenem Antrieb nach Island gekommen sind. Sie wollten voneinander lernen, die Energiewende aus anderen Blickwinkeln verstehen und das Gelernte mit nach Hause nehmen, um dort etwas zu bewegen.“

Finanzierung komplexer Energieprojekte verstehen

Im Zentrum des Kurses stand die Frage, wie große energiewirtschaftliche Infrastrukturprojekte – etwa Offshore-Windparks – erfolgreich finanziert werden können. Die Studierenden lernten, wie Projekte so strukturiert werden, dass sie sowohl für Banken „bankable“ sind als auch attraktive Renditen für Eigenkapitalgeber bieten.

Hochkarätige Online Gastvorträge ergänzten die Lehrinhalte:

  • Dr. David Baureis (kaufmännischer Geschäftsführer Global Tech I) berichtete über den Betrieb einer Special Purpose Company im Off-Shore Wind Bereich und Bankverhandlungen in der Praxis
  • Dr. Joerg Bischoff (Experte für Projektfinanzierung) zeigte, wie Finanzierungsstrukturen optimiert werden können
  • Thomas Goth (Geschäftsführer von Goth&Partner) gab Einblicke in die europäische Förderlandschaft

Yannik Prinz zieht daraus ein persönliches Fazit: „Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, dass Energieprojekte selten an der Technik scheitern, sondern meist an der Finanzierung. Deshalb verdient die wirtschaftliche Dimension der Energiewende genauso viel Aufmerksamkeit wie die technische."

Internationale Teamarbeit als reale Herausforderung

Im Anschluss an die Präsenzphase arbeiteten die Studierenden in gemischten internationalen Teams weiter – vollständig digital über MS Teams. Die Zusammenarbeit über verschiedene Zeitzonen und Kulturen hinweg stellte hohe Anforderungen an Kommunikation, Abstimmung und Teamorganisation.

Gruppe von internationalen Studierenden auf einer Treppe
Gruppe von internationalen Studierenden auf einer Treppe

Gerade dieser interkulturelle Austausch erwies sich als besonders wertvoll und bereitete die Studierenden gezielt auf globale Projektkontexte vor.

Summerschool in Biberach: Austausch und Praxis

Die Abschlusspräsentationen fanden im Rahmen einer internationalen Summerschool an der HBC statt. Teilgenommen haben Studierende aus Island und Bukarest, unterstützt durch die Baden-Württemberg Stiftung.

Ein besonderes Highlight waren die gemeinsamen Exkursionen unter anderem zu:

  • Hauptschaltleitung der transnetBW in Wendlingen
  • dem Pumpspeicherkraftwerk Kops II im Montafon, Österreich
  • der Liebherr-Kran-Fertigung in Ehingen

Zwei Summerschools – ein gemeinsames Ziel

Die enge Verzahnung der Programme wurde besonders deutlich durch den direkten Übergang zur zweiten Summerschool: Unmittelbar nach dem Aufenthalt in Biberach reisten die HBC-Studierenden weiter nach Island, wo sie ihr Wissen im internationalen Kontext weiter vertieften.

Dort erwartete sie ein intensives Exkursions- und Kursprogramm mit Einblicken in Geothermie, Wasserkraft, Carbon-Capture-Technologien und die Besonderheiten eines nahezu vollständig erneuerbaren Energiesystems. Der Standortwechsel machte erlebbar, wie unterschiedlich Energiesysteme strukturiert sind – und wie wichtig es ist, voneinander zu lernen.

Für Yannik Prinz war genau das der entscheidende Mehrwert des Programms: „Dieses Programm ist ein Aushängeschild der HBC – und das zu Recht. Man geht raus, sieht echte Projekte, steht vor realen Kraftwerken und erlebt die Energiewende unmittelbar. Man kann nachfragen, mit Praktikern diskutieren und Dinge am realen Objekt verstehen. Das ist etwas, das kein Hörsaal und kein Lehrbuch ersetzen kann."

Eine Kooperation mit Strahlkraft – und Perspektive

Seit rund fünf Jahren ist die Zusammenarbeit mit der Iceland School of Energy ein zentraler Bestandteil der internationalen Ausrichtung der Energiewirtschaft in Biberach. Die Kombination aus technischem Fokus in Reykjavik und wirtschaftlicher Expertise in Biberach schafft ein ideales Lernumfeld, das Theorie, Praxis und internationale Perspektiven eng miteinander verbindet.

Vor diesem Hintergrund wird die Partnerschaft kontinuierlich weiterentwickelt – von Studierendenaustausch und gemeinsamen Lehrformaten bis hin zu künftig noch enger abgestimmten Lehraktivitäten.

„Lösungsbeiträge zur Energie- und Mobilitätswende“ wird im Rahmen des Programms Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus von der Baden-Württemberg Stiftung durchgeführt

Baden-Württemberg Stipendium