Dabei entstanden ganz unterschiedliche Perspektiven und konkrete Ideen. Im Bewegungsraum zur regionalen Relevanz von Innovation etwa wurde deutlich, dass Startups häufig gar nicht wissen, welche Herausforderungen Unternehmen tatsächlich beschäftigen. Ein möglicher Ansatz: sogenannte Facilitators, also Innovationsmoderator*innen, die gezielt beide Seiten zusammenbringen. Auch die Idee eines Hackathons, bei dem Startups konkrete Probleme von Unternehmen bearbeiten, entstand aus der Diskussion.

Gründung Vernetzung
Summit Innovationsökosystem

Beim Thema Gründungspotenziale wurde dagegen der Blick auf die Nachwuchsförderung gerichtet. Es brauche zielgerichtete Angebote und eine frühere Sensibilisierung, etwa bereits bei Schüler*innen. Gleichzeitig könnten mehr Role Models junge Menschen für das Thema Unternehmertum begeistern, fasste Lara Santak-Wolf, Moderatorin der Veranstaltung und wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Schwerpunkt Gründungs- und Transferentwicklung an der Hochschule Neu-Ulm,  zusammen.

Auch Künstliche Intelligenz bewegte die Teilnehmer*innen. Neben den Chancen der neuen Technologien waren Sorgen um Datenverlust und die Geschwindigkeit der Entwicklung spürbar. Sascha Mader von KI Cockpit ordnete die Entwicklung ein: „Am Ende des Tages wird es immer auf eine Mensch-Maschinen-Interaktion hinauslaufen müssen.“

Nach einem abwechslungsreichen Tag mit Workshops, Startup-Pitches, Networking und Future Walks verlagerte sich der Schwerpunkt am Abend auf die große Bühne. In der Paneldiskussion „Baden-Württemberg in Bewegung“ ging es um die Zukunft des Innovationsökosystems und insbesondere um die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Unternehmen und Startups.

„Wir können den Hochschul-Verbund perfekt nutzen, um gemeinsame Sache zu machen und Startups hochschulübergreifend noch besser zu unterstützen.“

Prof. Heike Frühwirth, Prorektorin

Wie wertvoll bestehende Strukturen sein können, schilderte Markus von Staden von des KI-Assistenten Ask Alma von der Hochschule Aalen: „Als Start-up aus Aalen konnte ich bereits bestehende Strukturen des StartupSÜD-Verbundes für die Weiterentwicklung meiner Idee nutzen. Hierfür bin ich sehr dankbar.“

Auch Prof. Heike Frühwirt, Prorektorin der HBC, betonte: „Wir können den Hochschul-Verbund perfekt nutzen, um gemeinsame Sache zu machen und Startups hochschulübergreifend noch besser zu unterstützen.“

Bei der Frage, was sich in den kommenden fünf Jahren verändern sollte, wurde vor allem eines deutlich: Es braucht mehr Zusammenarbeit. Dr. Janosch Klebensberger vom BioPharma Cluster South Germany formulierte es so: „Wir müssen zusammenarbeiten – dass daraus resultiert, dass sich jeder an der Nase fasst und aus Kooperation Kollaboration wird und eine Kultur der offenen Bereitschaft ergibt.“

Zum Abschluss wurde es noch einmal spannend: Im großen Finale der „Best of Pitches“ traten die vier Siegerteams der Vorrunden gegeneinander an. Am Ende wurden vier Teams als „Fuchs des Jahres“ ausgezeichnet.

Franziska Hoppe von EXIST Women der Universität Ulm überzeugte mit „Noxy“, einer Navigations-App für den sicheren Heimweg von Frauen. Ihr Pitch endete mit einem klaren Satz: „Ein sicherer Heimweg darf keine Frage des Glücks sein.“

„Almora Mate“ aus dem EXIST-Women-Programm der HNU präsentierte einen Mate-Drink als Alternative zu Kaffee und Energydrinks, verbunden mit der Herkunftsregion in Südamerika. Das Team „ARC62“ von der Hochschule Biberach brachte mit einem rund um die Uhr zugänglichen „Lädele“ eine Idee für die Nahversorgung im ländlichen Raum auf die Bühne. Entstanden sei die Idee aus der Sehnsucht nach dem klassischen Dorfladen: „Lass uns den ländlichen Bereich angehen.“

Den vierten Sieg holte „AEyeVis“, ebenfalls ein Projektteam der Hochschule Biberach mit einer Technologie zur kontaktlosen Echtzeitmessung von Biomasse bei Myzelien. Mithilfe optischer Sensoren und Machine Learning soll das Wachstum präzise erfasst und die Steuerung von Fermentationsprozessen verbessert werden.

So wurde beim letzten Pitch des Abends noch einmal besonders deutlich, was das Motto „In Bewegung“ bedeuten kann: Aus einer technologischen Idee soll eine konkrete Anwendung werden – und aus Forschung ein Produkt mit praktischem Nutzen.

Das ITZ Plus bleib noch lange belebt: Bei Getränken und Gesprächen wurde weiter diskutiert, Kontakte geknüpft und Ideen ausgetauscht. Diese Vielzahl der Begegnungen zeichnete den SUMMIT auch in diesem Jahr aus:  Startups trafen auf Unternehmen, Hochschulen auf Gründer*innen und aus Diskussionen entstanden neue Anknüpfungspunkte.

So wurde das Motto der Veranstaltung eingelöst: „In Bewegung“ bedeutet beim StartupSÜD SUMMIT nicht nur Veränderung, sondern vor allem, gemeinsam ins Handeln zu kommen, zog Heike Frühwirth ein positives Fazit.

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Der Hochschulverbund

StartupSÜD bildet das Herzstück eines vernetzten und dynamischen Startup-Ökosystems in Ostwürttemberg. Als starker Hochschulverbund – bestehend aus sieben Hochschulen – fördern wir den intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die sieben Hochschulen sind: Universität Ulm, Hochschule Biberach, Hochschule Ulm, Hochschule Aalen, Hochschule Neu-Ulm, DHBW Heidenheim und HfG Schwäbisch Gmünd.