Innerhalb von nur einem Tag eine Geschäftsidee zu entwickeln und sie kreativ vor einer Jury zu präsentieren, das ist schon für erfahrene Existenzgründer keine leichte Aufgabe. An der Hochschule Biberach (HBC) haben sich jetzt 32 Schülerinnen und Schüler dieser Herausforderung gestellt – und sie mit Bravour gemeistert. „Start-up BW Young Talents“ heißt die Initiative, mit der das baden-württembergische Wirtschaftsministerium den Gründergeist bei Jugendlichen frühzeitig wecken möchte. In diesem Workshop sollen sie in Gruppen ihren Ideen freien Lauf lassen, sie dann aber strukturieren und fokussieren, um zu einer Geschäftsidee zu kommen. Teamwork und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, stehen hier klar im Vordergrund. „Wir wollen den Jugendlichen mit diesem Workshop den Mut mit auf den Weg geben, etwas eigenes zu probieren und Ideen umzusetzen. Gerade in diesen Krisenzeiten ist es wahnsinnig wichtig, dass sie ihr Potential kennen,“ so die Organisatoren.

Die Elftklässler der Biberacher Wieland- und Pestalozzi-Gymnasien setzten bei ihren Ideen vor allem auf Apps – kreative Alltagshelfer, die dank Smartphones überall hin mitgenommen werden können. Vom digitalen Einkaufsmanager bis hin zum  Bürokratiehelfer für die Hosentasche wurden im Laufe des Tages zahlreiche Geschäftsideen entwickelt. Als Inspiration dienten dabei immer die Hürden und Probleme des eigenen Alltags. Eine Gruppe widmete sich beispielsweise dem Thema Schlüsselsuche und entwickelte mit dem smarten Bluetooth-Schloss „Smardoo“ eine erste Idee für einen Handy-basierten Türöffner.

Entwurf des Prototypen beim Young Talents Workshop
Entwurf des Prototypen beim Young Talents Workshop

Drei Minuten Zeit hatten die Gruppen nach der Entwicklungsphase, um einer Fachjury ihre Idee vorzustellen, danach mussten sie weitere drei Minuten lang die Fragen der Experten beantworten. Und Anke Ruml, zuständig für Public Relations der ITZ Plus Biberach GmbH, Manuel Mohr von Chancenkapital Biberach und Dr. Cornelia Gretz, Vertretungsprofessorin für Entrepreneurship an der Hochschule Biberach, wollten es als Jurymitgleider ganz genau wissen. Wie sind die Chancen für das Produkt auf dem Markt? Wie soll Geld eingenommen werden? Und wie steht es um die Konkurrenz? Fragen, die auch bei einem Pitch vor Investoren gestellt werden würden.

Die Jury muss sich entscheiden
Die Jury muss sich entscheiden

„Wir haben tolle Präsentationen gesehen, die Jugendlichen waren wirklich mit Feuereifer dabei,“ berichtet Jurymitglied Gretz, die als Kopf der Gründerinitaitve der HBC zu der Veranstaltung eingeladen hatte. „Genau darum geht es unserer Initiative: Wir wollen Menschen ihr eigenes Gründungspotential vor Augen führen. Wir fördern gute Ideen und unterstützen dabei, sie in erfolgreiche Geschäftsmodelle zu gießen, beispielsweise im Rahmen des hochschulübergreifenden Wahlfaches Gründergarage. Am Ende muss nicht immer die Unternehmensgründung stehen, aber wir wollen Menschen mit dem Thema in Kontakt bringen und Hürden abbauen.“

Die Sieger des Workshops, das Team hinter der Parkplatzfinder-App für Innenstädte „EasyPark“, haben nun die Chance, sich für den Landeswettberwerb von Start-up BW Young Talents zu bewerben. An der Hochschule Biberach sollen künftig weitere Workshops dieser Art stattfinden. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler von Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien ab der Klasse 9. Interessierte Lehrer können entsprechend Kontakt mit der HBC und der Gründerinitiative aufnehmen.

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