Dafür befähigt zum Beispiel das Studium Energiewirtschaft. Was genau lernen Sie?

Karolin Maichle: Wir lernen die betriebswirtschaftlichen Grundlagen wie z.B. Marketing, VWL und Finanzierung. Vertiefend beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Bereichen der Energiewirtschaft, etwa Erneuerbare Energien, Netzwirtschaft und Smart Energy. Und wir befassen uns mit den Herausforderungen des Klimawandels, zum Beispiel mit Elektromobilität oder Energieeffizienz. Auch Gesetze, Gesetzesänderungen lernen wir kennen und verstehen.

Katrin Schaber: Alle Bereiche der Energiewirtschaft unterliegen einer starken Veränderung: Verbrenner- zu Elektromotor, konventionelle Stromerzeugung zu erneuerbarer Stromerzeugung und ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Wie integrieren wir die Erneuerbare Energien in das System und welche Herausforderungen kommen dadurch auf uns zu? Hier bieten wir eine gute Grundlage, damit unsere AbsolventInnen im Beruf diesen Pfad weiter vorantreiben können.

Wie gelingt diese Transformation?

Katrin Schaber: Tatsächlich war Deutschland Vorreiter in Sachen Energiewende. Aber sobald die innovativen Technologien aus der Nische herausgekommen sind, ging das ökonomische Denken los. Industriezweige wie die Stromerzeugung müssen sich stark verändern. Sie hat wie die Automobilbrache einen sehr großen Einfluss auf die Energiepolitik. Wichtig für die notwendige Transformation ist ein konsistentes und verbindliches Gesamtkonzept, hier sehe ich ein Manko.

Was wünschen Sie sich von den politisch Verantwortlichen?

Katrin Schaber: Für den Kohleaussteig wurde damals ein runder Tisch einberufen, warum nicht auch für den Netzausbau?  Dass verschiedene Interessensvertreter gemeinsam eine Lösung finden, ist methodisch betrachtet ein sinnvolles Element für die deutsche Energiepolitik.

Karolin Maichle: Und Entscheidungen müssen schneller fallen. Gerade im Netzausbau tut sich schon viel zu lange viel zu wenig.

Wann haben Sie Ihr Interesse für Nachhaltigkeit entdeckt?

Karolin Maichle: Ich habe an meiner Schule eine Ausbildung zur Umweltmentorin gemacht, eine Umwelt-AG gegründet und Umweltrallyes durchgeführt. Dort habe ich jüngeren MitschülerInnen den Klimawandel erklärt und gemerkt, dass ich so einen Beitrag leisten kann und das auch im Beruf machen möchte.

Katrin Schaber: Das ist genau das, was mir Hoffnung macht: dass sich immer mehr junge Menschen für unsere Umwelt interessieren und sich Gedanken machen, was sie tun können.

 

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