Seit zehn Jahren ist die Hochschule Biberach (HBC) eng mit dem British Columbia Institut of Technology (BCIT) in Westen Kanadas verbunden, mehr als 50 Studierende nahmen in dieser Zeit an den Austauschprogrammen teil. Die Pandemie hatte die Partnerschaft erschwert, doch nun war eine Delegation des BCIT zu Gast an der Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement. Bereits im Februar hatte Studiendekan Professor Alexander Glock die Partneruniversität besucht, gab Gastvorlesungen in den Bereichen internationales Vertrags- und Planungsmanagement und lotet weitere Kooperationsmöglichkeiten mit den kanadischen Kolleg*innen aus. Dabei stellt sich heraus, dass das kooperative Studienmodell der Hochschule Biberach im Bereich Holzbau-Projektmanagement, das die HBC in Kooperation mit dem Zimmererausbildungszentrum Biberach anbietet, von besonderem Interesse für das BCIT ist.
„Das Biberacher Modell ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt und verzahnt die akademische Ausbildung mit dem Zimmererhandwerk“, erläutert Dekan Professor Matthias Bahr. Der Schwerpunkt nachhaltiges Bauen und insbesondere Holzbau sei auch an der Partneruniversität BCIT ein Zukunftsthema. Denn die Provinz British Columbia hat als erstes kanadisches Bundesland den sogenannten „Wood First Act“ beschlossen, der sicherstellen soll, dass bei öffentlich finanzierten Projekten Holz als Hauptbaumaterial verwendet wird. „Die Bauvorschriften wurden konsequent angepasst, sodass der Holzbau weiter an Fahrt aufnimmt“, ergänzt Glock.
So präsentierte die Fakultät neben den eigenen Möglichkeiten – etwa das Institut für Holzbau sowie das Building Information Modeling Lab –, auch die der Kooperationspartner des Biberacher Modells, allen voran das Zimmererausbildungszentrum Biberach. Auch Industriepartner der Lehreinheit Holzbau-Projektmanagement konnte die Delegation rund um Dekan Wayne Hand besichtigen.
Im Gespräch der beiden Vizepräsidenten, Dr. Tom Roemer und Dr. Jens Winter, wurde vereinbart, die Beziehungen der beiden Hochschulen zu vertiefen und um Weiterbildungsformate im Bereich Holzbau zu erweitern, um so den Kompetenzaustausch und internationalen Wissenstransfer auf der Ebene der Berufstätigen zu initiieren.