Mehr als 40 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen werden durch den Bau und Betrieb von Gebäuden verursacht, wie das Forschungsunternehmen Prognos in einer Studie veröffentlicht hat. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss der Bausektor seine Emissionen in den kommenden Jahren deshalb massiv senken. Eine Aufgabe und Verantwortung, der sich die Branche zunehmend bewusst wird. Lösungen und neue Wege sollen künftig Mitten in Oberschwaben erarbeitet werden. Die Hochschule Biberach (HBC) will mit dem neuen Zentrum für bioökonomische Hybridbauweise die notwendige Transformation der Branche hin zur Zirkulärwirtschaft anstoßen und aktiv gestalten. „Bauen neu denken“ ist der Anspruch, wenn hier künftig nachhaltige Baustoffe entwickelt und erprobt werden.

Diese Innovationen sollen deshalb nicht dem reinen Forschungszweck dienen, sondern so schnell wie möglich in die praktische Anwendung gebracht werden. Nötig ist dazu ein Forschungsbau, in dem die Fragestellungen aus der Praxis direkt aufgegriffen sowie Baustoffe und -verfahren umfangreich in realistischen Maßstäben geprüft werden können. Damit dieser Bau Realität wird, hat sich die Hochschule regional wie bundesweit starke Partner aus der Bauwirtschaft gesucht, die das Vorhaben unterstützen. Dieses Netzwerk aus innovativen Branchenvertretern wird künftig in Form eines Beirats aktiv die Forschungen der HBC begleiten und die gewonnenen Erkenntnisse praktisch umsetzen.

Kanzler und Geschäftsführer unterzeichnen den Kooperationsvertrag
Kanzler und Geschäftsführer unterzeichnen den Kooperationsvertrag

Einer dieser Partner ist das Bauunternehmen Grimm aus Maselheim. „Wir haben als Familienunternehmen auch immer die nächsten Generationen im Blick und merken einfach: Im Bereich Klimaschutz muss sich in unserer Branche dringend etwas bewegen. Ein Unternehmen allein aber wird es nicht schaffen,“ berichtet Geschäftsführer Paul Grimm. Die Partnerschaft mit der Hochschule Biberach sei deshalb besonders wertvoll, betont auch sein Bruder und zweiter Geschäftsführer Werner Grimm: „Wir setzen hier auf das Know-How, das vor Ort schon vorhanden ist und wollen gemeinsam voran kommen.“

Doch nicht nur die Unternehmen aus dem Umkreis, auch die Region unterstützt das Vorhaben der Hochschule fachlich sowie mit Drittmitteln, wie Rektor André Bleicher berichtet: „Wir haben den Rückhalt von Landkreis, Stadt und Kreissparkasse Biberach. Außerdem kooperieren wir mit namhaften international tätigen Bauunternehmen, sodass Region, Politik und Fachbranche diesen strategischen Entwicklungsschritt der Hochschule Biberach gemeinsam unterstützen.  Dafür sind wir dankbar, denn das ZbH stellt einen wichtigen Meilenstein für unsere Entwicklung und damit auch für die Stärkung des  Standorts dar.“


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